Montag, 18. November 2024

Vom Frust wieder zur Lust ...

 In den letzten Wochen traile ich mit Jaro regelmäßig. Da kriegen wir auch nichts geschenkt und so manchmal muss man sich direkt Mühe geben, dem Ausbilder zu glauben, dass der Trail wirklich gut war und dass es völlig okay ist, mal an einer Stelle etwas länger zu brauchen, bis man weiß, wo es weiter geht. Und letztendlich machen wir schon ganz schön anspruchsvollen Kram für so ein Landei. Mitten in Michelstadt, freie Plätze, 1000 Kreuzungen - wenn ich an meine Trails mit Mywy und Hope denke, ist das schon geradezu professionell - und ja, lieber Jaro, da geht eben nicht nur schneller, höher, weiter, sondern mit Konzentration und Fokus. Und es macht so einen Spaß, uns beiden und bringt uns auch auf einer anderen Ebene zusammen.

Im Agi läuft es grad weniger. Meine Trainerin hat bei der Runnings-Ausbildung so einen megaguten Job gemacht und da konnte und sollte Bubsle auf Distanz arbeiten. Vielleicht missverstehe ich ja auch die Intention im aktuellen Training. Aber was bei mir ankommt: rennen, rennen, rennen. Vorm Hund sein und mich nicht auf Kommandos verlassen. Dummerweise kann ich mich auf die am ehesten verlassen. Wenn ich an der Hürde stehe, um sauber zu führen, macht das 2 Probleme. 1. Ich kann nicht sauber führen. Ich drehe mich falsch, gucke in die falsche Richtung und dann springt der Hund verkehrt rum. Wobei mich das an Flos Erklärung der physikalischen Gesetze erinnert. So mit rechts und links herum, ganz krieg ich es nicht mehr zusammen. 2. Stehe ich meinem Hund und seinem Wohlfühlabstand im Weg. Und 3: um an die Hürde zu kommen, baue ich Druck nach vorne auf, schlenkere mit den Armen (machen Mädels nun mal so) und irritiere den armen Hund noch mehr. 

Traurig ist dabei vor allem, dass die Korrektur nicht im Lernkontext erfolgt und aversiv ist, als ob Jaro etwas falsch gemacht hätte. Eigentlich kann ich froh sein, dass Jaro überhaupt noch mit mir läuft. Und statt positive Steinchen bauen wir gerade Mauern aus Negativerlebnissen, an denen wir nur scheitern können. 

Wege aus der Krise? 

Das war ne ganz schöne Denkpause gerade. Also, ich verspreche:

Ich bin meinem Hund verpflichtet, nicht meiner Trainerin. Vielleicht lernt sie ja auch was aus meinen Ansätzen. Die ich umsetzen werde. Egal wie. Weil ich weiß, dass es richtig ist. 

Ich werde das Training mehr hinterfragen. Es ist nie alles Gold was glänzt - und auch nicht alles Scheiße, was nicht glänzt. Jaro und ich wären nicht da, wo wir sind, wenn wir die letzten Zeiten nur schlechtes Training gehabt hätten. 

Hier ein paar Videos von dem "Training unter Turnierbedingungen" bei Flo. 3 x Dis - hätte Turnier sein können ... Aber es war das erste Mal seit ewigen Zeiten, dass Agility mal wieder so richtig Spaß gemacht hat und ich mich daran erinnert habe, warum dieser Sport unsere Leidenschaft (nettes Wortspiel, Leiden schafft) ist. (Im Golf heißt es wohl "Himmel und Hölle liegen eng beieinander ...)

Aber meine Learnings: Mehr Konzentration auf den Weg des Hundes und meinen. Ich fokussiere mich viel zu oft und viel zu schnell auf eine Stelle, die mir schwierig erscheint. Vergesse dann den Rest und huddele in den letzten Sekunden noch mal den Weg.

Mehr Fokus und Verbindung zu Jaro. Anschauen! Spannung halten! Nicht aus den Augen lassen und nicht unter Druck setzen lassen von Jaros Präsenz und Stärke.

Nicht ärgern, wenns nicht klappt. Versuchen herauszufinden, warum. Aus den Fehlern lernen. 




Tja, hätte man sehen können, dass der Hund aus dem Tunnel kommt und den nächsten nicht sieht. Hätte man halt warten müssen. Oder es vorher sehen müssen ... hätte - hätte. Und die Wippe konnte der arme Bub so nun auch nicht treffen. Wege lesen und lernen und führen!




und: ATMEN!!



Sonntag, 3. November 2024

Der kleine Drache ...

 



Er ist einfach etwas gaaaanz besonderes für mich. Sein Spitzname ist ja Nervzwerg - die Impulskontrolle hat Taran nun wirklich nicht erfunden. Dabei möchte er so gerne alles richtig machen und nimmt sich in so vielen Situationen - wenn ich heimkomme, wenn ich die Leine nehme z.B. - schon so sehr zurück. Ich habe gestern von Sanne den Tipp bekommen, nicht einfach nur zu warten, bis er aufhört sondern mich kommentarlos wieder hinzusetzen. "Dann eben nicht ...". 

Heute morgen hat er sich soooo viel Mühe gegeben und ich habe es nicht mal gemerkt, wie viele Vorbereitungen ich machen konnte, ohne dass er bellt. Also wieder hingesetzt und selber nachgedacht. Und es dem Kleinen dann einfach mit Leckerlis leichter gemacht, dass er ein Erfolgserlebnis hatte und wir noch vor die Tür kamen, bevor ich mit Jaro auf Turnier bin.

Zum Dank ist er megaführig an der Leine gewesen, super abrufbar und hat dann aus purem Spaß eine megageile Fußarbeit hingelegt - ganz ohne Leine und Kommando. Ich liebe diesen kleinen Hund und wollte ihn eigentlich auch mitnehmen, aber da hätte er die meiste Zeit im Auto gesessen und die andere Zeit vermutlich doch genervt. Beim Heimkommen haben wir uns alle sehr gefreut und auch gleich noch mal ne Runde gedreht ... *Herzchen in den Augen hab*

Der Bub war in Riedstadt heute in den kniffligen Parcours von Ivo Wijns - wirklich schöne herausfordernde Parcours, die richtig Spaß gemacht haben - sehr kooperativ. Im Jumping 2 Stangen, wobei der Ziel-Doppelsprung vermutlich liegen geblieben wäre, wenn ich ihm nicht ganz so sehr weggelaufen wäre ... Der A-Lauf ein tolles Dis. Hat sich einfach gut und rund angefühlt. Er war bei mir, "Li" auf Distanz. Steg - Slalom, mega getroffen. Da ich heute keinen Videobeweis habe, kann ich nicht nachvollziehen, ob ich länger hätte mitlaufen müssen, oder ob der Slalom einfach kaputt war - da gab es so einige Totalausfälle ... Der Abschhluss war dann wieder sauber! Schade Schokolade? Vielleicht ein bisschen, aber ein runder Lauf als Team mit einer Stelle, an der es nicht gepasst hat ist für mich schon eine echte Option auf die nächsten Läufe. 











Samstag, 26. Oktober 2024

Auf fremden Pfaden ...

 ... mein Papa war ja Karl May-Fan und insofern kenne ich die Titel auch von den Büchern, die mir immer zu mühsam zum lesen waren - und da ich bekanntlich als ehemalige Werbetussi einen Hang zu reißerischen Überschriften habe (BLÖD oder?), heißt die Überschrift für den aktuellen Blog eben so und nicht "Last Trail Otzberg" oder "Neues aus Borderhausen ..." oder "So weit die Füße trailen ..."

Ich hatte ja vor Corona mit Myway und Hopsi schon bei Sabine Leenen meine ersten Schritte auf diesen Pfaden gemacht - unvergessen, wenn Myway kurz vor der VP stehen blieb, sich umdrehte und mir signalisierte "da isse, den Rest schaffst du auch ohne mich ..."

Wie zu erwarten war, war das Ganze für Jaro "Liebe auf den ersten Trail". Und Bubsle überraschte mich einmal mehr. Irgendwie kann er beim Trailen seine Mega-Motivation mit Kopfarbeit verbinden. Ziemlich schnell waren wir von 3 auf 2 Trails - und seit ich mir die Freitage freihalte, damit wir regelmäßig auf Spurensuche gehen können, sind wir nun bei nur noch einem langen Trail. 

Wenn mich jemand fragen würde (also mich, nicht andere, die es auch nicht wissen *Ironie wieder aus*), was mich am Trailen so begeistert, würde ich 3 Dinge nennen:

1. die absolute Begeisterung des Hundes. Darum habe ich ja Hunde, damit es   glückliche ausgelastete Arbeitshunde sind.

2. das Teamwork: Wie beim Agi sind wir so eng verbunden, und keiner kann ohne den anderen etwas erreichen

3. Die Perspektive: Vielleicht können wir ja unser Hobby irgendwann mal für was sinnvolles, wie Menschen oder Tiere suchen, einsetzen. Auf jeden Fall kann Jaro sicher länger trailen als Agi machen. 

Exkurs: Am 20. September rief mich meine Tocher völlig aufgelöst an. Pauli, ihr Hund, ihr Seelenhund, aus dem bulgarischen Tierschutz und insofern erst mal komplett inkompatibel unter Stress mit anderen Menschen, war der Ex-Schwiegermutter entwischt und seitdem auf der Flucht. "MAMA, du must nach Duisburg fahren ..."

Zum Glück hatte ich das für Samstag sowieso geplant gehabt, die wichtigsten Sachen waren schon gepackt, sagte trailen ab - und bekam sofort von Ines jede Menge Infos und Ansprechpartner - und brummte nach Duisburg. Zum Glück ist frau ja multitasking und irgendwie organsisierte ich dann während der Fahrt die nötigen Details. Meine Tochter wollte eigentlich sofort zurückfliegen, das scheiterte aber an verfügbaren Flugzeugen. Nach Stau und allem erreichten Jaro und ich nach über 4 Stunden endlich Duisburg. Erst mal in die Büsche. Jaro kennt Pauli seit er Welpe ist und roch sofort, dass sie hier gewesen war. 

Die Absprache mit den Pettrailern, die allerdings den nächsten Tag abwarten wollten, war, dass wir für Pauli Spuren legen, damit sie heimfindet (sie war da ja auch nur zu Besuch) und keine Spuren zertrampeln. 

Ich lies mich erst mal von meinem Bauchgefühl leiten, versuchte mich in Pauli reinzufühlen, wo sie wohl hingerannt wäre. An Jaro merkte ich sehr deutlich, dass wir auf keiner heißen Spur waren. Zwischendurch gab es Informationen, dass Pauli bei einem Supermarkt gesehen wurde, aber sofort wieder abgehauen sei. Aber daraufhin änderte ich meinen Suchradius und ging von den Wiesen ins bewohnte Gebiet. 

Plötzlich - und vermutlich erklärt das am allerbesten, warum Jaro und ich nun immer intensiver trailen - spürte ich, dass er eine Spur aufgenommen hatte. Ich schnallte die Leine nun ins Geschirr und gab ihn frei. "Trail". 

Jetzt wird es ein bisschen kompliziert, weil er Paulis Odysses durch diesen Duisburger Vorort so anschaulich verdeutlicht hat. - Einschub: Ich habe mit dann abends mit Pia Kontakt aufgenommen (Seelenwege Tierkommunikation) die aber erst am nächsten Tag Mit Pauli reden konnte. Und Pauli war so getrieben von all den Menschen, den Blicken, versuchte einfach nur einen Platz zu finden und zur Ruhe zu kommen ... - Jaros Trail war bei 3 Gelenkbussen zu Ende, die die Strasse blockierten und mit ihren Abgasen einen so unerfahrenen Hund völlig aus der Spur brachten. Ich brach dann ab und war verdammt froh, dass mein iPhone wusste, wo unser Auto steht ... 

Wir trafen dann den Ex von meiner Tochter, seine Eltern und seine neue Freundin und ich habe das erste Mal verstanden, warum sich meine Tochter getrennt hat. Ist aber nicht Thema des Blogs und am nächsten Tag wurde Pauli gefunden, sie wurde angefahren ist aber mittlerweile über den Berg. 

Über meinen kleinen Drachen, der mir so viel Freude macht und mir gleichzeitig ganz neue Grenzen aufzeigt, berichte ich dann doch in einem Extra-Blog.

Sonntag, 28. Juli 2024

18. - 21. Juli 2024 SOAWC in Belgien - wir waren dabei!

 100 Punkte geschafft. 2 V1 geschafft. Starterumfeld hat zahlenmäßig dann leider "nur" für die Reserve gereicht. Aber Myway und ich waren somit Teil des Teams. 

Ob wir fahren können, blieb bis zum Schluss leider dramatisch. Maggie hatte kurz vorher einen Schlaganfall und lag auf der Intensiv im Koma. Wir haben gezittert, gebetet und Kerzen angezündet. Und kurz vor meiner geplanten Abfahrt ging es ihr dann soweit gut, dass ich fahren wollte. 

Das Nano-Mobil war natürlich vorbereitet und am Mittwoch, 17. Juli, packte ich die letzten Sachen und Myway in den Bus und wir starteten nach Belgien. Bissi nervös war ich schon, der bis dato längste Aufenthalt im Nano-Camper und alles auf unbekanntem Terrain. Das ganze begann mit schlampiger Navigation die mich irgendwo ins Nirwana führte. In der WhatsApp-Gruppe mal kurz nach Hilfe gefragt und schon bekam ich einen Link zum Ziel. Ich fand den vorgeschlagenen Weg nicht so vertrauenerweckend und folgte erst mal irgend einem Womo, in der Hoffnung, der wolle auch zur WM. Fehlanzeige. Nach diesem kurzen Umweg erreichte ich dann doch noch das Ziel - eine große Wiese, die eher für Offroader geeignet war als für meinen Toyota mit wenig Bodenfreiheit. Seeeeehr langsam folgte ich meinem Fahrradscout über die holprige Piste und erreichte die deutsche Enklave. Passenderweise stand ich mitten in der Hessenburg, mit der Partymeile sprich Pavillon mittenmang. 

Kurze Begrüßung und dann wollte ich erst mal aufbauen und ankommen. Nächstes Dilemma: meine Stecker passten nicht in den Stromanschluss. Weder die Schukos noch die Campingstecker. Doch wieder heimfahren? Wer mich kennt, weiß, dass diese Überlegung tatsächlich durch mein frustgebeuteltes Köpfchen schoss ... Aber dann bekam ich von Joachim einen Adapter und hörte das zufriedene Brummen meiner Kühlbox. Ja, das Radler war kalt ;-) 

Der Aufbau des Heckzeltes war erst mal mühsam, bis ich sortiert hatte, welcher Teil über die Heckklappe kommt. Mittlerweile habe ich das beschriftet und hoffe, nächstes Mal klappt das schon besser. Nach dem zweiten Radler stand dann auch der Pavillon, das Vorzeltregal, die Hundebox, Tisch und Stuhl und sogar der Zaun. Was genau ist jetzt am Aufbau beim Wohnwagen mühsamer? Also außer an- und abkoppeln und natürlich der Fahrerei. (Wobei ich auf dieser Piste definitiv aufgesetzt hätte ...)

Mit dem Sheltie ging ich dann mal auf Erkundung und auf Toilette. Die Halle war riesig, draußen ein Mega-Springplatz für Pferde, große Warmblüter, die in dem ganzen Hundetrubel äußerst gelassen blieben. 

Zurück am Platz erst mal chillen. Dann grillen. Stimmt, parallel lief ja in Bad Orb die Run and Chill. Gerannt bin ich zwar nicht, aber die Strecke zum Wasseranschluss, zur Toilette und insbesondere in die Halle zog sich ganz schön. 

Am nächsten Tag VetCheck. Auch für die Reserve. My fand das eher unpassend. Und abends dann die feierliche Opening Ceremony. Team Germany rannte in die Halle statt zu marschieren. Also doch Run - und später dann Chill and Grill. 

Die Tage verflogen nur so. Nix mit ausschlafen, ich war schon morgens in der Halle und hab geknipst. Meist war Myway dabei. Für ihn war es sicher besser, dass er in dem Trubel nicht starten musste, obwohl er ja mittlerweile schon ziemlich cool ist. Aber das deutsche Team war so gut und so schnell, die sind auch völlig ohne uns Weltmeister geworden. 

Samstag vor dem Lauf der Small Germany dann plötzlich Tornadowarnung. Also zurück im Galopp und den Pavillon abgebaut und alles so weit wie möglich gesichert. Es windete und donnerte und blitzte und ich überlegte, ob ich das Heckzelt auch noch abbauen sollte, um einen Faradayschen Käfig zu haben. Beschloss aber, erst mal zu warten. Richtige Entscheidung. Das Gewitter verzog sich und wir grillten und feierten das (Über)Leben. 

Sonntag dann die letzten Läufe und Erfolge für Team Germany. Nach der feierlichen Closing Ceremony warfen wir zum Abwechslung mal den Grill an und feierten. 

Aus dem geplanten Frühstück am Montag morgen wurde nichts, weil der Strom schon weg war, ohne Ankündigung. Ich nahm die Abkürzung von der Wiese und fuhr nach Bochum und frühstückte dann bei meiner Tochter. 

Aber ich habe tatsächlich Blut geleckt. Für die nächste SOAWC würde ich sogar bis nach Portugal fahren. Und jetzt haben Jaro und ich doch mal ein echtes Ziel ...
















Wir geben niemals auf - Was wollen wir: Gewinnen! Oder: 100 Punkte für Portual

 Friedrich J. Suhr, seit langen Jahren mein Mentalcoach, sagte mal: Du musst deine Ziele formulieren. Dich trauen, dazu zu stehen. Und darum kämpfen. Oder so ähnlich. Aber wichtig war damals, dass ich klar gesagt habe: Ich will, dass Hope bis dann und dann die Wippe kann. Wir haben das dann sogar noch übertroffen. 

Und mein neues Ziel: Ich will mit Jaro zur SOAWC nach Portugal. Und ich will dort starten. Nicht Reserve sein. 

Die Ausschreibung ist zwar noch nicht raus, aber es wird auf 10 mal erster Platz hinauslaufen. 100 Punkte. 

Der Bub ist so gut und focussiert, machbar ist das. Sein Handicap ist ja bekannt ... ;-)





Und auch mit Kleinteilchen wird natürlich schon die Agi-Karriere vorbereitet. Jeden Tag ein bisschen, steter Tropfen und so ... 












Sonntag, 30. Juni 2024

Taran ... Trainingstagebuch ...

 30.06.2024

Eigentlich wollte icuh nur eine Tasche aus dem Auto holen und habe Taran mitgenommen. War mir echt sicher, dass er bei mir bleibt. Habe was gelernt. Die zwei Fußgänger fanden ihn zum Glück nicht beunruhigend ... Also Halsband dran, Leine um den Hals und Futterbeutel mit Clicker. Nochmal zum Auto und da es sich gelohnt hat, blieb er bei mir. Anschließend an der Straße auf und ab, schon so ein klein wenig BH-orientiert, das erste "Bleib sitzen" auch wenn ich weitergehe - hat uns beiden so richtig Spaß gemacht. Letztendlich muss man bei jedem Hund andere Prioritäten setzen. Und man lernt bei jedem Hund, wo man andere Prioritäten gesetzt haben hätte sollen - oder so. Jaros Leinenführigkeit ist ne Katastrophe. Aber er ist abrufbar und macht Platz auf Entfernung, das war und ist mir letztendlich wichtiger. 

Taran hat schon einen gewissen Will2please. Aber er ist auch eigensinnig, unternehmungslustig und denkt sich so "Frauchen läuft mir ja nicht weg" - aber das Abenteuer wartet nicht ...

Ohne BH und Grundgehorsam brauchen wir ja auch kein Agi ... 

Wenn der Schmerz nachlässt, bin ich vermutlich tot ...



 ... kling ziemlich düster, ich weiß. Und es liegt nicht nur am Wetter ...nein. Hope und ich haben Arwen und Ulla irgendwann 2014 kennengelernt. Wo genau weiß ich gar nicht mehr. Ulla hat das leicht übermotivierte blaue Teilchen mit abgerissener Kralle vom Platz getragen. Damals hätte ich noch gerne einen Hund gehabt, der ein wenig übermotivierter gewesen wäre als Hope ... 

Arwen ist vorgestern über die Brücke. Hope ja schon im November. Arwen ist Jaros Uroma. Und Ulla und ihre Rudel gehören irgendwie schon ewig zu uns. Nenya war immer mein Liebling. Und Ulla begleitet unser Training schon seit Lasses Ausbildung, sie hat einfach die passenden Ansätze und das richtige Auge. 

Auch wenn ich vier wirklich tolle Hunde habe - meine Koboldprinzessin bleibt immer unvergessen. Sie war besonders, man könnte auch speziell sagen. Meine Tochter hat mal den Ausdruck "Borderline-Collie" für sie geprägt. Und das trifft es ganz gut. Hope wollte nie Teil von irgendetwas sein. Sondern Mittelpunkt. Einer ihrer Spitznamen war Frollein Rottenmeier - irgendwie wollte sie immer alles kontrollieren und dirigieren. Sie war der einzige Hund, der auf Zehenspitzen laufen konnte - zumindest sah es aus. Morgens beim Wachwerden hat sie sich so gefreut, dass sie gesungen hat wie Chewbacca auf Ecstasy. Kinder hat sie gehasst. Unsere anderen Hunde auch - außer Myway, den hat sie über alles geliebt. 

Nein, Hope war kein freundlicher kleiner Sonnenschein. Sie war extrem in allem. Entweder sie hat geliebt - oder nicht. Sie war nicht souverän, wenn sie genervt war, hat sie getackert oder zumindest so getan als ob. 

Aber Hope war immer zu hundert Prozent Hope. Sie hat sich nie verbogen oder Kompromisse gemacht. Für Hope war ich und unser Agility das Zentrum ihres Daseins. Mit ihr im Parcours war flüssiges Glück in meinen Adern, weil unsere Verbindung so fein und abgestimmt war. Und immer wenn sie zu mir kam und mich mit ihren intensiven Augen angesehen hat, wusste ich, dass wir untrennbar verbunden sind. 

Living without Hope. Ich weiß, dass du da oben auf mich wartest. Dass du auf mich aufpasst und gerade denkst: Weine nicht, Frauchen, ich habe dich nicht verlassen, ich bin dir nur einen Schritt voraus. 

Mittwoch, 19. Juni 2024

Lustig ist das Zigeunerleben (oops Sinti-und Roma-Dasein) oder: Platz ist in der kleinsten Hütte

 Mini, Micro, Nano ... letztendlich Ansichtssache und höchst relativ. Neulich habe ich so ein Riesenteil von Omnibus gesehen, der hatte sogar noch einen ausfahrbaren Erker seitlich. Dagegen ist mein Nano-Camper ja schon "Mü" ...



Unser Rudel verfügt ja über einen Hobby-Caravan, aber seit mein Göttergatte augenbedingt nicht mehr fahren darf, setze ich bei kurzen Aufenthalten und längerer Anreise auf mein Nano-Teilchen ...

Basis ist der Toyota Proace Verso Executive mit Panoramadach. Schön, wenn man nachts die Sterne über sich sieht, aber ein Dachgepäckträger oder ähnliches scheidet damit leider aus.

Letztes Jahr habe ich eine Campal-Campingbox gekauft, ohne Auszug, aber mit ausziehbarer Tisch-oder Abstellplatte und der hintere Teil der Box kann auch mit Tisch zu einer kleinen Sitzecke umgebaut werden. 

Letztes Wochenende habe ich die Box das erste Mal genutzt und konnte bequem darin schlafen. Aber natürlich braucht es die richtige Einstellung, eng ist es natürlich schon. Also nicht zum Schlafen, eher so zum Aufstehen und Sachen unter der Box holen oder so ...

Über die offene Heckklappe kommt das Berger Tonal Rear Busheckzelt. Einfach drüber werfen und mit Heringen fixieren. Die Bodenplatte ist nicht fest, was ich bei schönen Wetter angenehmer finde. Den Eingang sprich Hinterwand kann wahlweise hochgerollt oder als Sonnenschutz aufgestellt werden. An beiden Seiten sind Fenster, halb Plastik, halb Mesh. 

Wir hatten vorher etwas freistehendes ausprobiert, aber das war einfach zu mühsam und für eine Person nicht wirklich machbar. Und im Nano-Mobil bin ich immer solo unterwegs. 

Da ich wegen der Hunde sowieso einen Zaun stelle, versuche ich Ausflüge oder Einkäufe zu vermeiden, insofern stört es mich nicht, dass das Zelt nicht freistehend ist. Und im Bedarfsfall ist es in Sekunden wieder abgebaut. Natürlich habe ich wie bei allen Anschaffungen gründlich recherchiert, und das Preis-Leistungs-Verhältnis von Tonal ist meines Erachtens unschlagbar. Das letzte Wochenende in Luxemburg bei eher weniger nettem Wetter, hat es schon mal gute Dienste geleistet.


Den nächsten Aktivposten hatte ich weiter oben ja schon erwähnt, den Voss Geflügelzaun mit 20 Meter Länge und 80 cm hoch. Natürlich kommen die Hunde da jederzeit drüber, aber diese Abgrenzung hat vor allem symbolischen Charakter - und ist schnell und einfach auf- und abgebaut mit sehr kleinem Packmaß. Ein wichtiges Kriterium im Nano-Mobil. Update: Mein Youngster Taran findet den Zaun bestenfalls lustig. Wenn ich am Nanomobil bin, bleibt er gerne bei mir. Wenn ich gehe, folgt er mir. Nicht auf Sicht, wird bestimmt mal ein toller Mam-Trailer ...xD


Nächstes für mich unverzichtbares Detail ist das "Örtchen". Hier ging für mich tatsächlich Komfort vor platzsparend. Sicherer und bequemer Sitz in gleicher Höhe wie daheim. Tagsüber ist das Pottiporte unter dem Bett verstaut, nachts steht es dann leicht erreichbar im Vorzelt - aus Gründen der Diskretion ist der Eingang dann natürlich geschlossen ... In den integrierten Eimer kommen bei mir übrigens stabile Tüten mit Katzenstreu. Mittlerweile habe ich den Bezug meiner Klappmatratze, die gerade eh nicht genutzt wird, darüber gelegt. So sieht das disketer aus und muss nicht jeden Tag verstaut werden. 


An der restlichen Ausstattung feile ich noch. Mittlerweile ist ein schmales dreistöckiges und natürlich klappbares Regal eingezogen. Da finden vieles Platz, was bei der ersten Tour immer wieder unter die Box musste. Ein kleiner Klapptisch ist auch an Bord, als nächste Anschaffungen stehen eine faltbare Wasserschüssel (zum Waschen und Spülen), stärkere Magnete, Mückenschutz und passende Organizer auf dem Plan.


Die Box von der Heckklappe aus gesehen im halb ausgeklappten Zustand. Das Gepäcknetz ist nur während der Fahrt im Sinne der Ladungssicherung aktiv.


Die aktuelle Innenausstattung - Stuhl ist gerade nicht im Bild 


Taran: Frauchen, wollen wir mal was unternehmen ...



Auch bei Regen ist es im Nano-Mobil gemütlich (muss nicht tagelang sein ...)



Insgesamt ist das Nano-Mobil geräumiger, als es aussieht. Und ich liebe die Rückkehr zu den Ursprüngen des Zigeunerlebens ... 

Update: 5 Nächte habe ich mittlerweile am Stück im Nano-Mobil verbracht auf der SOAWC in Belgien. Von Regen über heiß bis hin zu Gewitter hatten wir alle Wetter. Bei Gewitter ist das mit dem Heckzelt natürlich eher suboptimal, weil der Faradaysche Käfig natürlich nur bei geschlossener Heckklappe funktioniert. Andererseits haben wir ihm Wohnwagen ja auch keine echte Sicherheit und selbst bei heftigem Wind stand bei Berger Tonal Rear wie eine 1. Den Pavillon habe ich bei der Gewitterwarnung abgebaut und auch nicht vermisst. 

Die Ausstattung meines kleinen Vorzeltes ist mit Toilette, Regal, Wasserspender, faltbarer Schüssel für Abwasch und Morgentoilette, Hundebox und Kühlbox absolut zweckmäßig und funktional. Stuhl passt auch noch rein. 

Klamotten und sonstiges ist nun in Hängeregalen untergebracht. Bei Schiebetüren machen so Fenstertaschen ja weniger bzw. nur an den hinteren Scheiben Sinn. Und die Regale waren wirklich praktisch. Auf jeden Fall werde ich noch mehr Magnete besorgen, die sind mega für Müllbeutel, Waschzeug, Spiegel, Leinene ... 

Weniger überzeugend ist leider der Voss Geflügelzaun. Alle Hunde können nicht nur drüber springen sondern auch drunter durch. Machen sie nicht, wenn ich ebenfalls innerhalb der Umzäunung bin. Aber in Belgien musste Myway entweder in die Box oder wurde angetackert, wenn ich auf Toilette bin. Oder ich hab ihn mitgenommen ...

Für die nächste Tour werde ich wohl noch ein paar Teile vom Agility-Flash-Zaun kaufen ... 

Den faltbarern Wasserkocher werde ich wohl gegen ein Induktionskochfeld tauschen. Da kann ich neben Wasser für den unverzichtbaren Kaffee auch mal ne Kleinigkeit kochen. Könnte ich natürlich auch alles auf dem Scotti ... Die nächste Tour zu Agi am Bach nehmen wir eh den Hänger, weil alle Hunde und der Göttergatte mitkommen. Mal sehen, ob ich im Oktober noch mal Urlaub bekommen und ein paar Tage ans Meer fahre. Das wäre dann die erste Tour abseits vertrauter Agilityplätze und Freunde ...

Wintercamping wird es im Nano nicht geben, ohne Heizung und Heckzelt ist mir das dann doch zu unkomfortabel. 













Montag, 3. Juni 2024

Agility Schlass Cup 2.0 - ohne Worte, unbeschreiblich genial ...





Unsere erste Ausfahrt mit der Campal-Campingbox zum Agility Schlass Cup 2.0 by AT Suessem. Internationale Richter - Aneta Obrusnikova, Anna Schönenberger,
Mark Fonteijn und Marcel Schlühr - die Starter kamen aus Belgien, Frankfreich, Luxemburg, den Niederlanden und ein paar auch aus Deutschland. Die Wettervorhersage war verheerend - und mir war schon mulmig, als ich Jaro und Myway in unser Nano-Mobil gepackt habe und gen Luxemburg gestartet bin. Sicherheitshalber hatte ich vorher seitenweise Checklisten gemacht, da ich vom Caravan diesbezüglich verwöhnt bin. Da ist halt alles wesentlich schon an Bord. Sogar ein klappbares Örtchen hatte ich dabei, der Tisch wurde leider nicht mehr geliefert - zum Glück ist ein Tisch und ein Ausziehtisch in der Campal integriert - das brandneue Heckezelt hatte leider einen Riss, was der Funktion zum Glück keinen Abbruch tat. Ankunft am Freitag mittag, Gilles Welfringer lotste und zum Parcours und somit saßen wir wie bei ARD und ZDF in der ersten Reihe ...

😅. Also erst mal Aufbau und Strom organisieren. Die Kabeltrommeln, die mir Peter eingepackt hatte, reichten leider nicht mal ansatzweise - also andere Camper gefragt, ob ich mich eventuell dazu hängen kann. War auch kein Problem und wer mich nicht wirklich gut kennt, glaubt nicht, dass mir sowas schwer fällt. Die Kühlbox lief - bei den Temperaturen definitiv das Wichtigste 🤣 - Heckzelt stand, Zaun auch - also erst mal auf Erkundung übers Terrain. Wow!. Toiletten- und Duschwagen, Zapfanlage und andere Getränke, Catering-Zelt, Aufenthaltsbereich - und natürlich 2 Ringe für die Jumpings und A-Läufe. Nach Gilles traf ich nun auch Sandy Welfringer-Singer mit Myways Bruder Merlin. Die Atmosphäre war locker und entspannt, das Wetter wagte sich nicht, die Schleusen zu öffnen, wir bestellten Pizza, tranken Bier und hatten einen tollen Abend ... Die Registration hatte ich zum Glück schon Freitags erledigt, denn am Samstag morgen schaffte ich es so gerade nach der Gassirunde zur Parcoursbehung. Wo Myway sein Dis hatte, hab ich gar nicht gemerkt, Jaro ist immerhin irgendwie durchgekommen, manchmal kommt der Bub einfach sofort und das ist dann zu früh ... Dafür rockte Myway dann den A-Lauf! Der einzige Nuller und damit Finale am Sonntag. 



Über Jaro reden wir nicht. Abends dann "Galadinner" mit Spanferkel. Wie angekündigt, kam ich im Desigual-Kleidchen. Essen war leckerst, Cocktails auch und ich war dementsprechend früh im Nano-Mobil ...
Sonntag. Im Jumping starteten die Buben offenbar einen Wettbewerb, wer schneller im Dis ist. Jaro legte Hinternis 3 vor, Myway gewann ... 😎 Während Jaro sich auch im A-Lauf treu blieb, lief Myway mit einem Nuller auf Platz 3. Im Finale war der dann ein wenig übermotiviert und traf die Zone nicht ...
Da mir Taran und Lasse fehlten (und mein Peter übrigens auch), starteten wir nach der Siegerehrung Richtung Heimat. Noch schnell vollgetrankt für 1,47 Euro und hab zehn erreichten wir den Berg ...

Dienstag, 21. Mai 2024

Living for Agility ... oder: die Realitivitätstherorie in Messelhausen


Irgendwie kommt es mir vor, als ob wir ewig unterwegs waren ...

Pfingstwochenende beim VfB Messelhausen. Unser Zugfahrzeug wurde just in time fertig  (der geneigte Leser weiß, dass der Toyota beim Räderwechsel von der Hebebühne flüchten wollte ...), am Vortag bekamen wir auch noch einen Seminarplatz bei Jere - also ging es Freitag morgen bei typisch deutschen Pfingstwetter (er schüttete aus Kübeln) auf die Piste. Die Koordinaten auf der Homepage des Vereins führen uns via Navi direktemente ins Zentrum von Königshofen-Lauda. Ja, dass wir nicht die Koordinaten aus webmelden nehmen sollten, weil die zum Wohnort des Vereinsvorsitzenden führen würden, hatte ich verstanden ... dass die auf der Homepage ebenfalls dahin führen - mittlerweile bin ich ja recht souverän mit Hänger an der Kupplung und das größte Problem war, dass ich nun keinen Plan mehr hatte, wo ich hin musste. Also improvisieren (kann ich) irgendwo halten, ins Navi wenigstens mal "Messelhausen" eingeben und oooops - ne durch diese Gasse resp. Unterführung werden wir wohl nicht kommen. Also Lieblingsdisziplin "rückwärts fahren mit Hänger, wenn man nix sieht und mitten im Ort". Ein herzliches Dankeschön an die netten Autofahrer drumherum, die ganz entspannt gewartet haben, bis ich mich und den Hänger sortiert hatte ...).

Raus aus dem Ort und an der Ampel die Anfahrtsbeschreibung geladen (ohne Koordinaten!) Und schon waren wir da. Aaaaaber - die Wiese hatte durch den Dauerregen leicht gelitten (und die ganzen Autos, die die nächsten Tage durch die Einfahrt fahren würden, machten es nicht besser). Um den Spaß komplett zu machen, war das Seminar dann wetterbedingt abgesagt, aber dafür sollte es abends im Vereinsheim Hähnchen mit Pommes geben. (Es gab auch Menschen, die rohen Fisch und Reis in Seetang bevorzugten ...nur der Vollständigkeit halber).

Wir fanden einstweilen ein Plätzchen, bauten Zaun und ein kleines Vorzelt und fragten uns still und leise, warum wir nicht daheim geblieben waren ... 

So langsam trudelten auch die anderen Wiesenbewohner ein und wir wurden sehr schnell eine hilfsbereite Campinggemeinschaft und trafen vielen nette Leute. 

Das Essen war auch sehr gut - aber hier schlug nun die Relativitätstheorie zu: 250 Meter sind nicht viel - auch wenn es hin-und-zurück schon 500 Meter sind. Läuft man das ganze 7-10 Mal am Tag (Morgentoilette, Parcourshelfer, Parcoursbegehung, Hund holen, Hund holen, Siegerehrung, Essen, Klo, Abendessen ...) meine Uhr hat mich gefeiert!!!

Zumindest waren wir recht erfolgreich 😇 Der kleine Prinz sammelte Schleifen wie andere Leute Pilze. Schaffte es Samstag ins Klostercup-Finale und lieferte den Beweis, dass er auch Distanzarbeit kann ... Frauchen war leider so geflasht, dass sie zwischendrin die Orientierung verlor. Trotzdem Platz 3 in medium.

Bubsle war stets bemüht und auch richtig gut. Jedes Mal nur ne Kleinigkeit. Und im Montag im A-Lauf hat es dann gepasst. Ja, die Wippe war knapp und eigentlich hätte ich die auch wiederholen können - aber auch ich war im Flow. Und so war es dann unser erster Nuller in der Königsklasse. Platz 2 mit 6,38 m/s. Trotz Ausflug Richtung Tunnel. 

Auch unser Kleinstteilchen hatte viel Spaß. Agi gucken, mit Frauchen mitkommen, neue Hunde und Menschen treffen - das war so seins. Wir hatten extra den höheren Zaun mitgenommen und unten Heringe eingeschlagen - aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Da laufe ich Richtung Vereinsheim und höre hinter mir eifrigen Galopp - Taran wollte nicht zurückgelassen werden. Hieß dann halt Knast im Wohnwagen ...

Aktuell überlege ich tatsächlich, ob ich ihn nach Luxemburg mitnehme oder lieber nicht ... 












Montag, 13. Mai 2024

Beim siebten Hund wird alles anders ...



... klingt jetzt nach Schnulze oder BILD - aber trotzdem habe ich bei Taran schon einen ziemlich guten Plan, was in unserem gemeinsamen Leben wichtig sein wird. 

Und da geht es tatsächlich mal nicht in erster Linie um Sport. Klar würde ich auch mit Taran gerne Agi machen. Und natürlich arbeiten wir mit Cavaletti - und Target-Training auch schon an Basic Skills. Rückruf, Decke, Bleib und so - das waren schon mit Jaro in unserem Online-Kurs ganz wichtige Themen. Ohne die braucht man mit Sport oder ähnlichem gar nicht anzufangen.

Neu auf meiner To-Do-Liste sind tatsächlich so Sachen wie Impulskontrolle, Frustrationstoleranz und auch Medical Training. 

Beim ersten Krallen-Grindern fand er das total uncool. Und früher hätte ich das vermutlich über Tage angeclickert. Aber diesmal musste er da durch - und er hat gelernt, es passiert nichts schlimmes - und ich glaube, das war für unser Vertrauen eher zuträglich. 

Bellen und Meckern wenn ich Futter mache? No go. Und er bekommt sein Futter erst, wenn er sitzt und das aushalten kann. Am Anfang hat Peter ihn ja festgehalten, aber mittlerweile klappt das auch so.

Am Zauntor kratzen und quengeln? Ebenfalls no go. Er muss lernen, dass es nur auf meine Erlaubnis losgeht. 

Früher - und das waren ganz besonders die Zeiten vor meinen Seminaren bei Rico Haffner - hätte ich das nie so konsequent und so früh durchgezogen. Da hat es einfach mal Click gemacht in meinem Kopf.

Und, nein, ich erziehe zwar letztendlich schon rund um die Uhr (was um sechs falsch ist kann um sieben ja nicht richtig sein), aber das allerwichtigste ist die Bestätigung und das Lob und die Bindung. Und ich bin immer wieder geflasht, wie schnell Taran lernt, verknüpft, umsetzt und sich dann auch daran freut, etwas richtig zu machen. Er ist einfach ein schlauer kleiner liebenswerter Goldschatz.















 

Freitag, 3. Mai 2024

Sheltie, Boder oder Beides? Two in One geht nicht nur in der Kosmetik ...


Tatsächlich waren Jaro und die Shelties nach Hopes Weggang so ein unkompliziertes Rudel, dass ich mich immer wieder gefragt habe, ob wir tatsächlich noch ein mal Zuwachs brauchen. Und außerdem war ich total hin-und-hergerissen zwischen Border und Sheltie. Für Border sprach natürlich, die Art wie er arbeitet. So fokussiert und konzentriert, so voller Arbeitswillen und Power. Und außerdem wollte ich einen Kumpel für Jaro. Jemand mit dem er richtig spielen kann, so Bordermäßig eben. 

Für Sheltie sprach einfach deren liebenswerte und unkomplizierte Art. Bei jedem Sheltie, dass ich sehe, geht mir irgendwie das Herz auf. Shelties sind kleiner und auch pflegeleichter, kommen auch mal ein-zwei Tage ohne großes Programm aus. Und auch Peters Herz schlug dann eher für einen Sheltie. 

Was wir bekamen war dann tatsächlich Two in One. 

Ja, Taran ist ein Sheltie, liebenswert, freundlich, hat die Betriebsanleitung für Shelties im Umgang mit Fremden nicht gelesen und findet Leben einfach nur total toll und spannend. Er lernt unfassbar schnell, hat einen enormen Aufmerksamkeitsbereich und viel Will-to-please. Er ist Jaros bester Kumpel, wenn die beiden zusammen spielen, geht mir das Herz auf. Taran spielt auch mit Myway und selbst Lasse findet ihn mittlerweile ganz okay. Ausgerechnet Lasse, der immer Wettrennen mit Jaro macht, findet Taran zu groß und ungestüm - wie oft wurde er von Jaro im Eifer des Gefechts schon über den Haufen gerannt ... 

Die Zeit vor Taran, die mir so entspannt und selig vorkam - eine Geschichte, die ich heute nicht mehr glauben kann. Erst jetzt ist unser Rudel wirklich wieder komplett. 



Mittwoch, 17. April 2024

Rainbow Dragon Taran - kann dieser Name Zufall sein?

 

                                

Eigentlich war ja schon klar, dass noch mal ein Hund zu uns auf den Berg kommen soll. Fast wäre es ja im Dezember schon ein kleiner Pole geworden - aber da hat das Schicksal dann Veto eingelegt ...

Border oder Sheltie - ich war tatsächlich selber gespannt, was dabei rauskommt. Ein Halbbruder von Jaro wäre eine echte Option gewesen, aber dass da noch einer übrig ist, hab ich erst erfahren, als der Platz schon vergeben war. 

Woran merkt man, dass es der richtige Hund ist? Da saßen wir nun bei Valerie im Wohnzimmer, Taran fand uns erst einmal wenig spannend und meine kognitive Dissonanz schlug Purzelbäume. 

Irgendwann hatte ich den Kleinen dann auf dem Arm und er kuschelte sich einfach nur an mich - und dann waren es plötzlich die Endorphine, die die Macht übernahmen. 

Vier Tage ist Taran nun bei uns und die kognitive Dissonanz vesteckt sich gerade im Keller. So ein toller kleiner Hund, so eine richtig perfekte Entscheidung. Kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass er mal nicht hier war ...

Das restliche Rudel hat meine Entscheidung relativ gelassen angenommen. Myway war erst mal weniger zugeneigt, aber er spielt mittlerweile auch schon mit Taran. Mit Jaro kommt er so gut klar, dass ich mich frage, ob ich 2 Border und 2 Shelties habe oder doch 4 Shelties.

Ausgerechnet Lasse, der mit dem großen Jaro liebend gerne Wettrennen macht, findet Taran wohl ein wenig zu groß und zu aufdringlich ...

Gleich am nächsten Tag nach seiner Ankunft hab ich Taran aufs Turnier mitgenommen. Halle. Laut. Viele Menschen und Hunde. Und der Zwerg war einfach nur völlig unbeeindruckt von der ganzen Atmosphäre. Hat sich alles angeschaut, Hunde und Menschen begrüßt, ich war echt geflasht.

Als Bürobegleithund am nächsten Tag war er weniger entspannt. Die Menschen fand er eher suspekt (keine Hundemenschen eben), vielleicht war auch Frauchen weniger entspannt als auf dem Turnier - trotzdem hat er den Einsatz mit Bravour gemeistert und alle, denen er begegnet ist, waren nur hingerissen. 

Idee ist also, ihn als Therapiehund auszubilden, wollte ich ja scho mit Jaro. 

Ansonsten habe ich die Schleppleine mal wieder weggehängt, da er in unserem Gelände super abrufbar ist. Und er genießt es so, mit Jaro zu rennen. 

Clickern haben wir mal angefangen, den Futterautomaten hat er kennengelernt, Cavalettiarbeit, Rückruf, Decke - ich mache tatsächlich nicht mehr als maximal 10 Minuten pro Tag und abwechslungsreich.

Zu allen, die schreiben/sagen, dass er schon groß ist - tja, Shelties sind Wundertüten. Das Leben übrigens auch. Lassen wir und überraschen ...