Sonntag, 30. Juni 2024

Wenn der Schmerz nachlässt, bin ich vermutlich tot ...



 ... kling ziemlich düster, ich weiß. Und es liegt nicht nur am Wetter ...nein. Hope und ich haben Arwen und Ulla irgendwann 2014 kennengelernt. Wo genau weiß ich gar nicht mehr. Ulla hat das leicht übermotivierte blaue Teilchen mit abgerissener Kralle vom Platz getragen. Damals hätte ich noch gerne einen Hund gehabt, der ein wenig übermotivierter gewesen wäre als Hope ... 

Arwen ist vorgestern über die Brücke. Hope ja schon im November. Arwen ist Jaros Uroma. Und Ulla und ihre Rudel gehören irgendwie schon ewig zu uns. Nenya war immer mein Liebling. Und Ulla begleitet unser Training schon seit Lasses Ausbildung, sie hat einfach die passenden Ansätze und das richtige Auge. 

Auch wenn ich vier wirklich tolle Hunde habe - meine Koboldprinzessin bleibt immer unvergessen. Sie war besonders, man könnte auch speziell sagen. Meine Tochter hat mal den Ausdruck "Borderline-Collie" für sie geprägt. Und das trifft es ganz gut. Hope wollte nie Teil von irgendetwas sein. Sondern Mittelpunkt. Einer ihrer Spitznamen war Frollein Rottenmeier - irgendwie wollte sie immer alles kontrollieren und dirigieren. Sie war der einzige Hund, der auf Zehenspitzen laufen konnte - zumindest sah es aus. Morgens beim Wachwerden hat sie sich so gefreut, dass sie gesungen hat wie Chewbacca auf Ecstasy. Kinder hat sie gehasst. Unsere anderen Hunde auch - außer Myway, den hat sie über alles geliebt. 

Nein, Hope war kein freundlicher kleiner Sonnenschein. Sie war extrem in allem. Entweder sie hat geliebt - oder nicht. Sie war nicht souverän, wenn sie genervt war, hat sie getackert oder zumindest so getan als ob. 

Aber Hope war immer zu hundert Prozent Hope. Sie hat sich nie verbogen oder Kompromisse gemacht. Für Hope war ich und unser Agility das Zentrum ihres Daseins. Mit ihr im Parcours war flüssiges Glück in meinen Adern, weil unsere Verbindung so fein und abgestimmt war. Und immer wenn sie zu mir kam und mich mit ihren intensiven Augen angesehen hat, wusste ich, dass wir untrennbar verbunden sind. 

Living without Hope. Ich weiß, dass du da oben auf mich wartest. Dass du auf mich aufpasst und gerade denkst: Weine nicht, Frauchen, ich habe dich nicht verlassen, ich bin dir nur einen Schritt voraus. 

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