... mein Papa war ja Karl May-Fan und insofern kenne ich die Titel auch von den Büchern, die mir immer zu mühsam zum lesen waren - und da ich bekanntlich als ehemalige Werbetussi einen Hang zu reißerischen Überschriften habe (BLÖD oder?), heißt die Überschrift für den aktuellen Blog eben so und nicht "Last Trail Otzberg" oder "Neues aus Borderhausen ..." oder "So weit die Füße trailen ..."
Ich hatte ja vor Corona mit Myway und Hopsi schon bei Sabine Leenen meine ersten Schritte auf diesen Pfaden gemacht - unvergessen, wenn Myway kurz vor der VP stehen blieb, sich umdrehte und mir signalisierte "da isse, den Rest schaffst du auch ohne mich ..."
Wie zu erwarten war, war das Ganze für Jaro "Liebe auf den ersten Trail". Und Bubsle überraschte mich einmal mehr. Irgendwie kann er beim Trailen seine Mega-Motivation mit Kopfarbeit verbinden. Ziemlich schnell waren wir von 3 auf 2 Trails - und seit ich mir die Freitage freihalte, damit wir regelmäßig auf Spurensuche gehen können, sind wir nun bei nur noch einem langen Trail.
Wenn mich jemand fragen würde (also mich, nicht andere, die es auch nicht wissen *Ironie wieder aus*), was mich am Trailen so begeistert, würde ich 3 Dinge nennen:
1. die absolute Begeisterung des Hundes. Darum habe ich ja Hunde, damit es glückliche ausgelastete Arbeitshunde sind.
2. das Teamwork: Wie beim Agi sind wir so eng verbunden, und keiner kann ohne den anderen etwas erreichen
3. Die Perspektive: Vielleicht können wir ja unser Hobby irgendwann mal für was sinnvolles, wie Menschen oder Tiere suchen, einsetzen. Auf jeden Fall kann Jaro sicher länger trailen als Agi machen.
Exkurs: Am 20. September rief mich meine Tocher völlig aufgelöst an. Pauli, ihr Hund, ihr Seelenhund, aus dem bulgarischen Tierschutz und insofern erst mal komplett inkompatibel unter Stress mit anderen Menschen, war der Ex-Schwiegermutter entwischt und seitdem auf der Flucht. "MAMA, du must nach Duisburg fahren ..."
Zum Glück hatte ich das für Samstag sowieso geplant gehabt, die wichtigsten Sachen waren schon gepackt, sagte trailen ab - und bekam sofort von Ines jede Menge Infos und Ansprechpartner - und brummte nach Duisburg. Zum Glück ist frau ja multitasking und irgendwie organsisierte ich dann während der Fahrt die nötigen Details. Meine Tochter wollte eigentlich sofort zurückfliegen, das scheiterte aber an verfügbaren Flugzeugen. Nach Stau und allem erreichten Jaro und ich nach über 4 Stunden endlich Duisburg. Erst mal in die Büsche. Jaro kennt Pauli seit er Welpe ist und roch sofort, dass sie hier gewesen war.
Die Absprache mit den Pettrailern, die allerdings den nächsten Tag abwarten wollten, war, dass wir für Pauli Spuren legen, damit sie heimfindet (sie war da ja auch nur zu Besuch) und keine Spuren zertrampeln.
Ich lies mich erst mal von meinem Bauchgefühl leiten, versuchte mich in Pauli reinzufühlen, wo sie wohl hingerannt wäre. An Jaro merkte ich sehr deutlich, dass wir auf keiner heißen Spur waren. Zwischendurch gab es Informationen, dass Pauli bei einem Supermarkt gesehen wurde, aber sofort wieder abgehauen sei. Aber daraufhin änderte ich meinen Suchradius und ging von den Wiesen ins bewohnte Gebiet.
Plötzlich - und vermutlich erklärt das am allerbesten, warum Jaro und ich nun immer intensiver trailen - spürte ich, dass er eine Spur aufgenommen hatte. Ich schnallte die Leine nun ins Geschirr und gab ihn frei. "Trail".
Jetzt wird es ein bisschen kompliziert, weil er Paulis Odysses durch diesen Duisburger Vorort so anschaulich verdeutlicht hat. - Einschub: Ich habe mit dann abends mit Pia Kontakt aufgenommen (Seelenwege Tierkommunikation) die aber erst am nächsten Tag Mit Pauli reden konnte. Und Pauli war so getrieben von all den Menschen, den Blicken, versuchte einfach nur einen Platz zu finden und zur Ruhe zu kommen ... - Jaros Trail war bei 3 Gelenkbussen zu Ende, die die Strasse blockierten und mit ihren Abgasen einen so unerfahrenen Hund völlig aus der Spur brachten. Ich brach dann ab und war verdammt froh, dass mein iPhone wusste, wo unser Auto steht ...
Wir trafen dann den Ex von meiner Tochter, seine Eltern und seine neue Freundin und ich habe das erste Mal verstanden, warum sich meine Tochter getrennt hat. Ist aber nicht Thema des Blogs und am nächsten Tag wurde Pauli gefunden, sie wurde angefahren ist aber mittlerweile über den Berg.
Über meinen kleinen Drachen, der mir so viel Freude macht und mir gleichzeitig ganz neue Grenzen aufzeigt, berichte ich dann doch in einem Extra-Blog.
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