Mittwoch, 19. Juni 2024

Lustig ist das Zigeunerleben (oops Sinti-und Roma-Dasein) oder: Platz ist in der kleinsten Hütte

 Mini, Micro, Nano ... letztendlich Ansichtssache und höchst relativ. Neulich habe ich so ein Riesenteil von Omnibus gesehen, der hatte sogar noch einen ausfahrbaren Erker seitlich. Dagegen ist mein Nano-Camper ja schon "Mü" ...



Unser Rudel verfügt ja über einen Hobby-Caravan, aber seit mein Göttergatte augenbedingt nicht mehr fahren darf, setze ich bei kurzen Aufenthalten und längerer Anreise auf mein Nano-Teilchen ...

Basis ist der Toyota Proace Verso Executive mit Panoramadach. Schön, wenn man nachts die Sterne über sich sieht, aber ein Dachgepäckträger oder ähnliches scheidet damit leider aus.

Letztes Jahr habe ich eine Campal-Campingbox gekauft, ohne Auszug, aber mit ausziehbarer Tisch-oder Abstellplatte und der hintere Teil der Box kann auch mit Tisch zu einer kleinen Sitzecke umgebaut werden. 

Letztes Wochenende habe ich die Box das erste Mal genutzt und konnte bequem darin schlafen. Aber natürlich braucht es die richtige Einstellung, eng ist es natürlich schon. Also nicht zum Schlafen, eher so zum Aufstehen und Sachen unter der Box holen oder so ...

Über die offene Heckklappe kommt das Berger Tonal Rear Busheckzelt. Einfach drüber werfen und mit Heringen fixieren. Die Bodenplatte ist nicht fest, was ich bei schönen Wetter angenehmer finde. Den Eingang sprich Hinterwand kann wahlweise hochgerollt oder als Sonnenschutz aufgestellt werden. An beiden Seiten sind Fenster, halb Plastik, halb Mesh. 

Wir hatten vorher etwas freistehendes ausprobiert, aber das war einfach zu mühsam und für eine Person nicht wirklich machbar. Und im Nano-Mobil bin ich immer solo unterwegs. 

Da ich wegen der Hunde sowieso einen Zaun stelle, versuche ich Ausflüge oder Einkäufe zu vermeiden, insofern stört es mich nicht, dass das Zelt nicht freistehend ist. Und im Bedarfsfall ist es in Sekunden wieder abgebaut. Natürlich habe ich wie bei allen Anschaffungen gründlich recherchiert, und das Preis-Leistungs-Verhältnis von Tonal ist meines Erachtens unschlagbar. Das letzte Wochenende in Luxemburg bei eher weniger nettem Wetter, hat es schon mal gute Dienste geleistet.


Den nächsten Aktivposten hatte ich weiter oben ja schon erwähnt, den Voss Geflügelzaun mit 20 Meter Länge und 80 cm hoch. Natürlich kommen die Hunde da jederzeit drüber, aber diese Abgrenzung hat vor allem symbolischen Charakter - und ist schnell und einfach auf- und abgebaut mit sehr kleinem Packmaß. Ein wichtiges Kriterium im Nano-Mobil. Update: Mein Youngster Taran findet den Zaun bestenfalls lustig. Wenn ich am Nanomobil bin, bleibt er gerne bei mir. Wenn ich gehe, folgt er mir. Nicht auf Sicht, wird bestimmt mal ein toller Mam-Trailer ...xD


Nächstes für mich unverzichtbares Detail ist das "Örtchen". Hier ging für mich tatsächlich Komfort vor platzsparend. Sicherer und bequemer Sitz in gleicher Höhe wie daheim. Tagsüber ist das Pottiporte unter dem Bett verstaut, nachts steht es dann leicht erreichbar im Vorzelt - aus Gründen der Diskretion ist der Eingang dann natürlich geschlossen ... In den integrierten Eimer kommen bei mir übrigens stabile Tüten mit Katzenstreu. Mittlerweile habe ich den Bezug meiner Klappmatratze, die gerade eh nicht genutzt wird, darüber gelegt. So sieht das disketer aus und muss nicht jeden Tag verstaut werden. 


An der restlichen Ausstattung feile ich noch. Mittlerweile ist ein schmales dreistöckiges und natürlich klappbares Regal eingezogen. Da finden vieles Platz, was bei der ersten Tour immer wieder unter die Box musste. Ein kleiner Klapptisch ist auch an Bord, als nächste Anschaffungen stehen eine faltbare Wasserschüssel (zum Waschen und Spülen), stärkere Magnete, Mückenschutz und passende Organizer auf dem Plan.


Die Box von der Heckklappe aus gesehen im halb ausgeklappten Zustand. Das Gepäcknetz ist nur während der Fahrt im Sinne der Ladungssicherung aktiv.


Die aktuelle Innenausstattung - Stuhl ist gerade nicht im Bild 


Taran: Frauchen, wollen wir mal was unternehmen ...



Auch bei Regen ist es im Nano-Mobil gemütlich (muss nicht tagelang sein ...)



Insgesamt ist das Nano-Mobil geräumiger, als es aussieht. Und ich liebe die Rückkehr zu den Ursprüngen des Zigeunerlebens ... 

Update: 5 Nächte habe ich mittlerweile am Stück im Nano-Mobil verbracht auf der SOAWC in Belgien. Von Regen über heiß bis hin zu Gewitter hatten wir alle Wetter. Bei Gewitter ist das mit dem Heckzelt natürlich eher suboptimal, weil der Faradaysche Käfig natürlich nur bei geschlossener Heckklappe funktioniert. Andererseits haben wir ihm Wohnwagen ja auch keine echte Sicherheit und selbst bei heftigem Wind stand bei Berger Tonal Rear wie eine 1. Den Pavillon habe ich bei der Gewitterwarnung abgebaut und auch nicht vermisst. 

Die Ausstattung meines kleinen Vorzeltes ist mit Toilette, Regal, Wasserspender, faltbarer Schüssel für Abwasch und Morgentoilette, Hundebox und Kühlbox absolut zweckmäßig und funktional. Stuhl passt auch noch rein. 

Klamotten und sonstiges ist nun in Hängeregalen untergebracht. Bei Schiebetüren machen so Fenstertaschen ja weniger bzw. nur an den hinteren Scheiben Sinn. Und die Regale waren wirklich praktisch. Auf jeden Fall werde ich noch mehr Magnete besorgen, die sind mega für Müllbeutel, Waschzeug, Spiegel, Leinene ... 

Weniger überzeugend ist leider der Voss Geflügelzaun. Alle Hunde können nicht nur drüber springen sondern auch drunter durch. Machen sie nicht, wenn ich ebenfalls innerhalb der Umzäunung bin. Aber in Belgien musste Myway entweder in die Box oder wurde angetackert, wenn ich auf Toilette bin. Oder ich hab ihn mitgenommen ...

Für die nächste Tour werde ich wohl noch ein paar Teile vom Agility-Flash-Zaun kaufen ... 

Den faltbarern Wasserkocher werde ich wohl gegen ein Induktionskochfeld tauschen. Da kann ich neben Wasser für den unverzichtbaren Kaffee auch mal ne Kleinigkeit kochen. Könnte ich natürlich auch alles auf dem Scotti ... Die nächste Tour zu Agi am Bach nehmen wir eh den Hänger, weil alle Hunde und der Göttergatte mitkommen. Mal sehen, ob ich im Oktober noch mal Urlaub bekommen und ein paar Tage ans Meer fahre. Das wäre dann die erste Tour abseits vertrauter Agilityplätze und Freunde ...

Wintercamping wird es im Nano nicht geben, ohne Heizung und Heckzelt ist mir das dann doch zu unkomfortabel. 













Montag, 3. Juni 2024

Agility Schlass Cup 2.0 - ohne Worte, unbeschreiblich genial ...





Unsere erste Ausfahrt mit der Campal-Campingbox zum Agility Schlass Cup 2.0 by AT Suessem. Internationale Richter - Aneta Obrusnikova, Anna Schönenberger,
Mark Fonteijn und Marcel Schlühr - die Starter kamen aus Belgien, Frankfreich, Luxemburg, den Niederlanden und ein paar auch aus Deutschland. Die Wettervorhersage war verheerend - und mir war schon mulmig, als ich Jaro und Myway in unser Nano-Mobil gepackt habe und gen Luxemburg gestartet bin. Sicherheitshalber hatte ich vorher seitenweise Checklisten gemacht, da ich vom Caravan diesbezüglich verwöhnt bin. Da ist halt alles wesentlich schon an Bord. Sogar ein klappbares Örtchen hatte ich dabei, der Tisch wurde leider nicht mehr geliefert - zum Glück ist ein Tisch und ein Ausziehtisch in der Campal integriert - das brandneue Heckezelt hatte leider einen Riss, was der Funktion zum Glück keinen Abbruch tat. Ankunft am Freitag mittag, Gilles Welfringer lotste und zum Parcours und somit saßen wir wie bei ARD und ZDF in der ersten Reihe ...

😅. Also erst mal Aufbau und Strom organisieren. Die Kabeltrommeln, die mir Peter eingepackt hatte, reichten leider nicht mal ansatzweise - also andere Camper gefragt, ob ich mich eventuell dazu hängen kann. War auch kein Problem und wer mich nicht wirklich gut kennt, glaubt nicht, dass mir sowas schwer fällt. Die Kühlbox lief - bei den Temperaturen definitiv das Wichtigste 🤣 - Heckzelt stand, Zaun auch - also erst mal auf Erkundung übers Terrain. Wow!. Toiletten- und Duschwagen, Zapfanlage und andere Getränke, Catering-Zelt, Aufenthaltsbereich - und natürlich 2 Ringe für die Jumpings und A-Läufe. Nach Gilles traf ich nun auch Sandy Welfringer-Singer mit Myways Bruder Merlin. Die Atmosphäre war locker und entspannt, das Wetter wagte sich nicht, die Schleusen zu öffnen, wir bestellten Pizza, tranken Bier und hatten einen tollen Abend ... Die Registration hatte ich zum Glück schon Freitags erledigt, denn am Samstag morgen schaffte ich es so gerade nach der Gassirunde zur Parcoursbehung. Wo Myway sein Dis hatte, hab ich gar nicht gemerkt, Jaro ist immerhin irgendwie durchgekommen, manchmal kommt der Bub einfach sofort und das ist dann zu früh ... Dafür rockte Myway dann den A-Lauf! Der einzige Nuller und damit Finale am Sonntag. 



Über Jaro reden wir nicht. Abends dann "Galadinner" mit Spanferkel. Wie angekündigt, kam ich im Desigual-Kleidchen. Essen war leckerst, Cocktails auch und ich war dementsprechend früh im Nano-Mobil ...
Sonntag. Im Jumping starteten die Buben offenbar einen Wettbewerb, wer schneller im Dis ist. Jaro legte Hinternis 3 vor, Myway gewann ... 😎 Während Jaro sich auch im A-Lauf treu blieb, lief Myway mit einem Nuller auf Platz 3. Im Finale war der dann ein wenig übermotiviert und traf die Zone nicht ...
Da mir Taran und Lasse fehlten (und mein Peter übrigens auch), starteten wir nach der Siegerehrung Richtung Heimat. Noch schnell vollgetrankt für 1,47 Euro und hab zehn erreichten wir den Berg ...

Dienstag, 21. Mai 2024

Living for Agility ... oder: die Realitivitätstherorie in Messelhausen


Irgendwie kommt es mir vor, als ob wir ewig unterwegs waren ...

Pfingstwochenende beim VfB Messelhausen. Unser Zugfahrzeug wurde just in time fertig  (der geneigte Leser weiß, dass der Toyota beim Räderwechsel von der Hebebühne flüchten wollte ...), am Vortag bekamen wir auch noch einen Seminarplatz bei Jere - also ging es Freitag morgen bei typisch deutschen Pfingstwetter (er schüttete aus Kübeln) auf die Piste. Die Koordinaten auf der Homepage des Vereins führen uns via Navi direktemente ins Zentrum von Königshofen-Lauda. Ja, dass wir nicht die Koordinaten aus webmelden nehmen sollten, weil die zum Wohnort des Vereinsvorsitzenden führen würden, hatte ich verstanden ... dass die auf der Homepage ebenfalls dahin führen - mittlerweile bin ich ja recht souverän mit Hänger an der Kupplung und das größte Problem war, dass ich nun keinen Plan mehr hatte, wo ich hin musste. Also improvisieren (kann ich) irgendwo halten, ins Navi wenigstens mal "Messelhausen" eingeben und oooops - ne durch diese Gasse resp. Unterführung werden wir wohl nicht kommen. Also Lieblingsdisziplin "rückwärts fahren mit Hänger, wenn man nix sieht und mitten im Ort". Ein herzliches Dankeschön an die netten Autofahrer drumherum, die ganz entspannt gewartet haben, bis ich mich und den Hänger sortiert hatte ...).

Raus aus dem Ort und an der Ampel die Anfahrtsbeschreibung geladen (ohne Koordinaten!) Und schon waren wir da. Aaaaaber - die Wiese hatte durch den Dauerregen leicht gelitten (und die ganzen Autos, die die nächsten Tage durch die Einfahrt fahren würden, machten es nicht besser). Um den Spaß komplett zu machen, war das Seminar dann wetterbedingt abgesagt, aber dafür sollte es abends im Vereinsheim Hähnchen mit Pommes geben. (Es gab auch Menschen, die rohen Fisch und Reis in Seetang bevorzugten ...nur der Vollständigkeit halber).

Wir fanden einstweilen ein Plätzchen, bauten Zaun und ein kleines Vorzelt und fragten uns still und leise, warum wir nicht daheim geblieben waren ... 

So langsam trudelten auch die anderen Wiesenbewohner ein und wir wurden sehr schnell eine hilfsbereite Campinggemeinschaft und trafen vielen nette Leute. 

Das Essen war auch sehr gut - aber hier schlug nun die Relativitätstheorie zu: 250 Meter sind nicht viel - auch wenn es hin-und-zurück schon 500 Meter sind. Läuft man das ganze 7-10 Mal am Tag (Morgentoilette, Parcourshelfer, Parcoursbegehung, Hund holen, Hund holen, Siegerehrung, Essen, Klo, Abendessen ...) meine Uhr hat mich gefeiert!!!

Zumindest waren wir recht erfolgreich 😇 Der kleine Prinz sammelte Schleifen wie andere Leute Pilze. Schaffte es Samstag ins Klostercup-Finale und lieferte den Beweis, dass er auch Distanzarbeit kann ... Frauchen war leider so geflasht, dass sie zwischendrin die Orientierung verlor. Trotzdem Platz 3 in medium.

Bubsle war stets bemüht und auch richtig gut. Jedes Mal nur ne Kleinigkeit. Und im Montag im A-Lauf hat es dann gepasst. Ja, die Wippe war knapp und eigentlich hätte ich die auch wiederholen können - aber auch ich war im Flow. Und so war es dann unser erster Nuller in der Königsklasse. Platz 2 mit 6,38 m/s. Trotz Ausflug Richtung Tunnel. 

Auch unser Kleinstteilchen hatte viel Spaß. Agi gucken, mit Frauchen mitkommen, neue Hunde und Menschen treffen - das war so seins. Wir hatten extra den höheren Zaun mitgenommen und unten Heringe eingeschlagen - aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Da laufe ich Richtung Vereinsheim und höre hinter mir eifrigen Galopp - Taran wollte nicht zurückgelassen werden. Hieß dann halt Knast im Wohnwagen ...

Aktuell überlege ich tatsächlich, ob ich ihn nach Luxemburg mitnehme oder lieber nicht ... 












Montag, 13. Mai 2024

Beim siebten Hund wird alles anders ...



... klingt jetzt nach Schnulze oder BILD - aber trotzdem habe ich bei Taran schon einen ziemlich guten Plan, was in unserem gemeinsamen Leben wichtig sein wird. 

Und da geht es tatsächlich mal nicht in erster Linie um Sport. Klar würde ich auch mit Taran gerne Agi machen. Und natürlich arbeiten wir mit Cavaletti - und Target-Training auch schon an Basic Skills. Rückruf, Decke, Bleib und so - das waren schon mit Jaro in unserem Online-Kurs ganz wichtige Themen. Ohne die braucht man mit Sport oder ähnlichem gar nicht anzufangen.

Neu auf meiner To-Do-Liste sind tatsächlich so Sachen wie Impulskontrolle, Frustrationstoleranz und auch Medical Training. 

Beim ersten Krallen-Grindern fand er das total uncool. Und früher hätte ich das vermutlich über Tage angeclickert. Aber diesmal musste er da durch - und er hat gelernt, es passiert nichts schlimmes - und ich glaube, das war für unser Vertrauen eher zuträglich. 

Bellen und Meckern wenn ich Futter mache? No go. Und er bekommt sein Futter erst, wenn er sitzt und das aushalten kann. Am Anfang hat Peter ihn ja festgehalten, aber mittlerweile klappt das auch so.

Am Zauntor kratzen und quengeln? Ebenfalls no go. Er muss lernen, dass es nur auf meine Erlaubnis losgeht. 

Früher - und das waren ganz besonders die Zeiten vor meinen Seminaren bei Rico Haffner - hätte ich das nie so konsequent und so früh durchgezogen. Da hat es einfach mal Click gemacht in meinem Kopf.

Und, nein, ich erziehe zwar letztendlich schon rund um die Uhr (was um sechs falsch ist kann um sieben ja nicht richtig sein), aber das allerwichtigste ist die Bestätigung und das Lob und die Bindung. Und ich bin immer wieder geflasht, wie schnell Taran lernt, verknüpft, umsetzt und sich dann auch daran freut, etwas richtig zu machen. Er ist einfach ein schlauer kleiner liebenswerter Goldschatz.















 

Freitag, 3. Mai 2024

Sheltie, Boder oder Beides? Two in One geht nicht nur in der Kosmetik ...


Tatsächlich waren Jaro und die Shelties nach Hopes Weggang so ein unkompliziertes Rudel, dass ich mich immer wieder gefragt habe, ob wir tatsächlich noch ein mal Zuwachs brauchen. Und außerdem war ich total hin-und-hergerissen zwischen Border und Sheltie. Für Border sprach natürlich, die Art wie er arbeitet. So fokussiert und konzentriert, so voller Arbeitswillen und Power. Und außerdem wollte ich einen Kumpel für Jaro. Jemand mit dem er richtig spielen kann, so Bordermäßig eben. 

Für Sheltie sprach einfach deren liebenswerte und unkomplizierte Art. Bei jedem Sheltie, dass ich sehe, geht mir irgendwie das Herz auf. Shelties sind kleiner und auch pflegeleichter, kommen auch mal ein-zwei Tage ohne großes Programm aus. Und auch Peters Herz schlug dann eher für einen Sheltie. 

Was wir bekamen war dann tatsächlich Two in One. 

Ja, Taran ist ein Sheltie, liebenswert, freundlich, hat die Betriebsanleitung für Shelties im Umgang mit Fremden nicht gelesen und findet Leben einfach nur total toll und spannend. Er lernt unfassbar schnell, hat einen enormen Aufmerksamkeitsbereich und viel Will-to-please. Er ist Jaros bester Kumpel, wenn die beiden zusammen spielen, geht mir das Herz auf. Taran spielt auch mit Myway und selbst Lasse findet ihn mittlerweile ganz okay. Ausgerechnet Lasse, der immer Wettrennen mit Jaro macht, findet Taran zu groß und ungestüm - wie oft wurde er von Jaro im Eifer des Gefechts schon über den Haufen gerannt ... 

Die Zeit vor Taran, die mir so entspannt und selig vorkam - eine Geschichte, die ich heute nicht mehr glauben kann. Erst jetzt ist unser Rudel wirklich wieder komplett. 



Mittwoch, 17. April 2024

Rainbow Dragon Taran - kann dieser Name Zufall sein?

 

                                

Eigentlich war ja schon klar, dass noch mal ein Hund zu uns auf den Berg kommen soll. Fast wäre es ja im Dezember schon ein kleiner Pole geworden - aber da hat das Schicksal dann Veto eingelegt ...

Border oder Sheltie - ich war tatsächlich selber gespannt, was dabei rauskommt. Ein Halbbruder von Jaro wäre eine echte Option gewesen, aber dass da noch einer übrig ist, hab ich erst erfahren, als der Platz schon vergeben war. 

Woran merkt man, dass es der richtige Hund ist? Da saßen wir nun bei Valerie im Wohnzimmer, Taran fand uns erst einmal wenig spannend und meine kognitive Dissonanz schlug Purzelbäume. 

Irgendwann hatte ich den Kleinen dann auf dem Arm und er kuschelte sich einfach nur an mich - und dann waren es plötzlich die Endorphine, die die Macht übernahmen. 

Vier Tage ist Taran nun bei uns und die kognitive Dissonanz vesteckt sich gerade im Keller. So ein toller kleiner Hund, so eine richtig perfekte Entscheidung. Kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass er mal nicht hier war ...

Das restliche Rudel hat meine Entscheidung relativ gelassen angenommen. Myway war erst mal weniger zugeneigt, aber er spielt mittlerweile auch schon mit Taran. Mit Jaro kommt er so gut klar, dass ich mich frage, ob ich 2 Border und 2 Shelties habe oder doch 4 Shelties.

Ausgerechnet Lasse, der mit dem großen Jaro liebend gerne Wettrennen macht, findet Taran wohl ein wenig zu groß und zu aufdringlich ...

Gleich am nächsten Tag nach seiner Ankunft hab ich Taran aufs Turnier mitgenommen. Halle. Laut. Viele Menschen und Hunde. Und der Zwerg war einfach nur völlig unbeeindruckt von der ganzen Atmosphäre. Hat sich alles angeschaut, Hunde und Menschen begrüßt, ich war echt geflasht.

Als Bürobegleithund am nächsten Tag war er weniger entspannt. Die Menschen fand er eher suspekt (keine Hundemenschen eben), vielleicht war auch Frauchen weniger entspannt als auf dem Turnier - trotzdem hat er den Einsatz mit Bravour gemeistert und alle, denen er begegnet ist, waren nur hingerissen. 

Idee ist also, ihn als Therapiehund auszubilden, wollte ich ja scho mit Jaro. 

Ansonsten habe ich die Schleppleine mal wieder weggehängt, da er in unserem Gelände super abrufbar ist. Und er genießt es so, mit Jaro zu rennen. 

Clickern haben wir mal angefangen, den Futterautomaten hat er kennengelernt, Cavalettiarbeit, Rückruf, Decke - ich mache tatsächlich nicht mehr als maximal 10 Minuten pro Tag und abwechslungsreich.

Zu allen, die schreiben/sagen, dass er schon groß ist - tja, Shelties sind Wundertüten. Das Leben übrigens auch. Lassen wir und überraschen ... 









Dienstag, 14. November 2023

Never lose Hope ...

                                          

... das nette Wortspiel hat gestern leider seinen Sinn verloren. Genau wie ich die Hoffnung. Meine unvergleichliche Koboldprinzessin. Mein Brüllkäferchen, mein Agi-Floh, meine Mobbing-Queen, meine Borderline-Collie. Immer eher etwas drüber, ein bisschen wie Chewbaca auf Ecstasy. Und genau so wie sie gelebt hat, ist sie dann auch gestorben. Nicht langsam und mit Zeit, sich darauf vorzubereiten. Sondern mit einem Bääng. Donnerstag waren wir noch alle zusammen auf Runde durch unsere geliebten Wälder. Abends hatte sie Durchfall. Freitag morgen dann erbrochen. Appetit hatte sie auch nicht mehr, hat sich das Essen eher reingequält. Ich hatte noch überlegt, sie zuhause zu lassen mit Peter oder auch selber daheim zu bleiben, aber das Agimobil war ja Hopes zweites Zuhause. Und natürlich wusste ich, dass wir vor Ort Chantal und Susanne treffen würden ...

Mittlerweile wollte Hope weder essen noch trinken, lag nur in ihrem Körbchen, ihrem Lieblingsplatz. Ich bot ihre alle denkbaren Leckerlis an, stopfte herrlich duftendes Nassfutter in ihr Mäulchen, aber sie drehte nur den Kopf weg und behielt das Futter auch nicht lange bei sich. 

Sonntag ergriff Chantal dann die Initiative. Wir spritzten Traubenzucklerlösung in ihr Mäulchen, dann in Miniportionen verdünntes Nassfutter und Smoothie. Tatsächlich wurde sie zwischendurch wacher und begann wieder selbständig zu trinken. Never lose Hope.

Montag früh dann gleich zum Tierarzt. Zum großen Glück war Charlotte an meiner Seite. Hope mochte nicht mehr laufen und lag die meiste Zeit in unseren Armen. Röntgen (warum genau wurde das noch gemacht) unauffällig. Lunge frei, Herz okay. 

Dann die niederschmetternde Diagnose der Blutwerte: die Nierenwerte waren nicht mehr messbar, jenseits von Gut und Böse. Weder Medis noch Infusionen konnten ihr Leben noch retten, nicht einmal ein paar Tage. 

Ich hatte damit gerechnent, dass mich der Tierarzt finanziell ruinieren würde. Aber nicht in meinen schlimmsten Albträumen hätte ich damit gerechnet, dass ich sie nicht einmal wieder mit nach Hause nehmen könnte. 

Charlotte und ich besprachen uns vor der Tür und waren uns einig: Leiden verlängern war keine Option. So lange hatte ich meinem Vater bei seinem Ende zusehen müssen ohne helfen zu können. Hier konnte ich. Auch wenn es mir das Herz gebrochen hat. 

Mit das Schlimmste finde ich immer, wenn man diesen leblosen Körper auf dem Tisch zurücklassen muss ... 

Nun muss ich lernen, ohne Hoffnung zu leben. Klingt nach Drama-Queen, aber genauso fühlt es sich an. Und von Donna und Fly weiß ich, dass es auch nie wirklich besser werden wird ...