Mittwoch, 16. April 2025

Against all Odds - yessssss ... we made it



 Ich mache es ja gerne spannend. 2 Tage vor Meldeschluss gemerkt, es wird ernst. Mangels Scanner dann eine App heruntergeladen. Dann gemerkt, dass die Ergebnisse in der LU nicht chronologisch waren. Plötzlich fehlte dann doch noch 1 Pünktchen (ohne Anton) zu den 100. Okay, trotzdem die Meldung an Sina geschickt. Von der Geschäftsmail aus. Erst gestern gelesen, dass ich dass über den Verbandsobmann schicken soll. Anders als letztes Jahr. Dem also alles weitergeleitet und heute morgen (Meldeschluss war gestern) dann die Rückfrage bekommen, ob mein Hund keinen Chip hätte. Merde, Formular falsch ausgefüllt. Gedanklich hatte ich das Thema SOAWC dann schon mal beerdigt - trotz Nachreichen der korrigierten Unterlagen. Und dann stellt Steffi die Starterliste in die DWA-Gruppe. Mit Myway und mir in der Startaufstellung. Ich habe echt angefangen zu heulen. Dabei dann dreimal nachgelesen. Ja, tatsächlich, My und ich - mein kleiner Prinz - sind dabei. Portugal, wir kommen! Ja, es wird eine Tortur ohnegleichen. 2xxxx Kilometer. Ich brauche noch ne Klimaanlage für das Bus'chen. Vor der Abreise natürlich noch Physio und Vetcheck bei unserem Tierarzt. Sicher ist sicher. Nein, ich rechne mir keine Titelchancen aus. Aber dabei sein ist alles. Auf jeden Fall das letzte große Turnier für My und mich ... 

Donnerstag, 10. April 2025

Lustig ist das Zigeunerleben ... faria faria ho -

 ...  brauchen dem Kaiser keins Zins zu geben, faria faria hä??? Ich versuche jetzt gar nicht erst, der Generation Z so Sachen  wie Kaiser und Zins zu erklären ...

Camargue 2025. Dafür, dass ich nach dem Tod meiner Eltern 2021 nie wieder hier her wollte - zu intensiv die Erinnerungen, jeden Moment denke ich, mein Vater kommt gleich mit seinem Fernglas um die Ecke - ist es schon das dritte Mal. Das erste Mal solo und mit dem Bus'chen. Vor dem sitze ich gerade mit einem Glas Wein, auf dem Tisch in Reichweite Fernglas und Cam. Jaro und Taran schlafen, es ist still bis auf das Brummen eines Flugzeugs. Die anderen Camper stehen dicht an dicht auf der anderen Seite des Weges. Vermutlich hat ihnen keiner gesagt, dass man sich seinen Platz auch selber suchen kann. Mir hat das Papa beigebracht. Er hat sich mit seinem Wohnmobil immer die schönsten Plätze gesucht, während wir anderen meist ein Mobilhome gemietet hatten. Seit 2013 waren Peter und ich dann mit dem Caravan hier - und nun das erste Mal ich ganz solo mit dem Bus. Vorne dran das Zelt für die Unterbringung allerlei Krimskrams - und ich sitze und saß sowieso immer vor dem Mobilhome, dem Caravan - und jetzt eben dem Bus. Großartig kochen machen wir im Urlaub eh nicht, für Kaffee habe ich den Wasserkocher und zum schlafen ist die Campingbox perfekt. Auch mit Hunden. Sollte mir später nach Gesellschaft sein, gehe ich zu Charlotte und Marcel oder zu den Poleys - oder ich bleibe einfach hier sitzen und genieße die Ruhe und die Gesellschaft meiner Hunde. 

Die Idee, doch hierher zu fahren, war recht spontan. Und spontane Entscheidungen sind ja meist die besten. Ich war das Wochenende ja in Östringen auf Turnier und somit hatte ich alles, was ich brauchen würde, quasi parat. Montag morgen um 20 vor drei brummte ich mit dem Bus'chen los. Kurze Pause für Kaffee und Pipi und um halb eins waren wir schon auf unserem Campingplatz. Klar war ich müde und der Aufbau von Zelt und Zaun hat auch gedauert. 

Jaro war natürlich glücklich, endlich wieder Meer. Taran fand Meer erst mal spooky - hops, die Wellebn greifen mich an - und richtig rein geht er auch nicht, aber er findet es toll, mit Jaro am Meer entlang zu rennen und der Bademantel macht echt Sinn, weil er so richtig nass und dreckig wird.

Noch 2 mal schlafen (ein mal Meer äh mehr) als geplant, dann geht es schon wieder  gen Heimat. Erst mal Friedrichsthal auf Seminar und dann kann ich am Sonntag Abend Peter und die anderen Shelties wieder in die Arme schließen ... Ich finde es so wichtig, ein tolles Leben jenseits des Urlaubs zu haben!











Sonntag, 30. März 2025

Die glorreichen Sieben ...


 

Donna - Fly - Hope - Myway - Lasse - Jaro - Taran. Jeder ist und war einzigartig, immer in meinem Herzen. Ihre Geschichten findet ihr in meinem Blog.

Mittwoch, 26. März 2025

15 Jahre Impekoven-Poley ...


 

... 2010 erschien mir die Idee, an Papas Geburtstag zu heiraten, durchaus passend. Schließlich konnten wir so niemals unseren Hochzeitstag vergessen. Tja, und nun können wir definitiv nie Papas Geburtstag vergessen. 

Ja, letztendlich würden wir wohl beides nicht vergessen. Und auch nicht vergessen wollen. Trotzdem ist unser Hochzeitstag definitiv überschattet von den Erinnerungen an Papa und dass er nicht mehr bei uns ist. 

Okaaayyyy, mit über 60 Jahren könnte man sich mit dem Vollwaisen-Status ja mal abfinden. Aber die Beziehung zu meinen Eltern war halt definitiv speziell und sehr eng. Nicht nur, weil wir uns jeden Tag gesehen haben. In all meinen Erinnerungen spielen Mama und Papa halt eine zentrale Rolle. Wie viele gemeinsame Reisen haben wir gemacht. Vor allem die Camargue war unsere zweite Heimat, im Herzen sogar eher die erste. 4 von den Collagefotos sind auch tatsächlich dort entstanden, das fünfte am Galenbeker See. Unvergesslich, wie Papa wieder einmal Routen "ausgemaikäfert" hat. Der nette Passat wäre bei den Pisten fast an unheilbarer Stoßdämpferitis verstorben - Papas Pisten waren nie naheliegend oder convenient. Aber wir hatten denselben trockenen Humor, die gleiche Begeisterung für die geflügelten Himmelsbewohner, freuten uns auf ein kühles Bier und eine nahrhafte Stärkung. 

Ja, ich bin die Tochter meines Vaters. Die Leidenschaft für Natur, dieser Drang zu Perfektion, die Begeisterung für alles Neue, für unbekannte Wege und fremde Pfade - Mama hat oft gesagt: rauf und runter wie dein Vater. Wobei ich mindestens genau so die Tochter meiner Mutter bin, so unendlich viel, was uns verbindet. Humor, Spott, Empathie und gleichzeitig die solide Wahrnehmung der mitmenschlichen Charaktere - gerne haben wir sie gemocht - aber Mama meinte nicht nur im Hinblick auf optische Eigentschaften "es gibt wenig schöne Menschen". 

Nun denn: Prost da oben. Happy Birthday in Heaven, Papa. Und es ist tröstlich, dass Mama und so viele Freunde bei euch sind. 


Hier mal der Bericht von unseren Flitterwochen ... ich hötte tatsächlich gewettet, dass wir damals direkt nach der Hochzeit gefahren sind, aber wir mussten ja erst noch meinen Umzug stemmen ... 


Petrina & Peter in love: Flitterwochen in Südfrankreich


03.04.2010


Knapp 3 Stunden nach Mitternacht verlässt unser silberner BMW den Heimat-hafen Münster in Richtung Camargue. Viertel vor sechs passieren wir die Grenze, Peter fährt, ich fahre bei, Lotte und die Hunde schlafen. 

Langsam wird es heller, aber es regnet und die Fahrerei ist mühsam. Um halb acht erreichen wir Dole und haben Halbzeit. Am Rasthof Jura der erste Tankstopp. Gelegenheit, die Hunde kurz zu lüften. Da Peter mit Tempomat 130 kmh fährt, begnügt sich unser Silberpfeil mit knapp 10 Litern.


Um halb neun sind es noch knapp 400 Km bis Arles – ich werde Marie Thérèse anrufen, dass es sicher 12 Uhr wird, bis wir eintreffen.


Kurz nach Lyon begegnen wir einer ganzen Gruppe von Easy Ridern und können so unseren Hunden die lange Fahrt auch etwas interessanter gestalten ;-)


Von Lyon aus sind es noch rund 280 Kilometer – aber die ziehen sich. Ich zähle nun jeden Kilometer, gucke immer wieder auf den Tacho ... endlich sind wir kurz vor 12 in Arles und passieren kurz darauf die Petit Rhone – damit sind wir offiziell in der Camargue angekommen. Links grüßen weiße Pferde, rechts schwebt eine Rohrweihe – 2:0 für mich. Die schwarzen Stiere sehe ich spätestens am Chateau d`Avignon – und so ist es auch. Seidenreiher, den ich selber mal auf die Wer-sieht-zuerst-Liste gesetzt habe, stolziert am Straßenrand – nun fehlt nur noch ein Flamingo. Peter schlägt vor, ich solle mich mich jetzt erst mal um den Weg in unser Flitterwochendomizil kümmern *g* Kein Problem, mein Liebling, wir passieren Pioch Badet – und voilà, nun geht es rechts nach Cabanes de Cambon. Im vorletzten Haus auf der rechten Seite treffen wir um halb eins Marie Thérèse und Ernest Schmid, die uns das Haus vermittelt haben. Gavin, der Sohn der Vermieter holt und ab und fährt mit dem Auto vor uns her – wir lassen Cabenes hinter uns und biegen links in eine Schlagloch-Piste ein, die an Stieren und Pferden entlang eines kleinen Kanals führt. Endlich schwingt links ein elektronisches Tor auf – noch 400 Meter und wir erreichen unser Appartement. Es ist recht windig und kühl aber wir fühlen uns auf Anhieb wohl. Überdachte Terrasse, dann ein geräumiges Wohn-Esszimmer mit Küchenzeile, dahinter ein 1-Bett-Zimmer und ein Bad. Eine Holztreppen führt auf eine Galerie mit einem Doppelbett – Flitterwochen, wir kommen!!! XD


Wir laden das Auto aus und verfrachten den recht muffeligen Teenager in das untere Zimmer, funken meine Mutter an: wir sind da und haben Hunger. Aber mein Vater ist nicht ganz fit und wir sollen allein essen gehen. Charlotte will sich erst mal in ihrem Zimmer einrichten und den Koffer ausräumen :umfall: also fahren Peter und ich mit den Hunden alleine nach Marie. Da wir jetzt so kuschelig allein sind, gehen wir nach dem Einkauf im Ecomarché erst mal richtig gepflegt im Les Embrunes essen – Soupe de Poisson, für mich Fischfilet in megaleckerer Sauce, für Peter Gardian de Toraeux (Stiergulasch mit Oliven), als Dessert Mousse au Chocolat – dazu so anderthalb Liter Rosé – matt und satt laufen wir auf den Camping Platz und besuchen meine Eltern und Dierk mit Familie. Charlotte ist richtig stinkig, als wir endlich wieder in unserem Domzil erscheinen – und erst recht, als sie erfährt, dass wir nun auch nicht mehr nach Maries fahren werden.


Peter und ich genießen Baguette, meinen geliebten Gruyerès und Rotwein und sind früh im Bett. 


04.04.2010 


Lange hält es mich nicht im Bett (aber lang genug *g*). Fly hat natürlich oben bei uns geschlafen – Donna geht solche steilen Treppen nicht. Während ich mit den Hunden die erste Morgenrunde zur Erkundung des Terrains nütze, kämpfen Peter und Lotte ums Badezimmer. Croissants werden bis zum Tor gebracht und sind megalecker – viiiiel besser als in Deutschland. Wie gut, dass ich den Erd-Anker für die Hunde mitgebracht habe, denn der Canale grande lockt so sehr, dass ich nicht mal Donna hier frei laufen lassen kann ... Außerdem hatten wir ja Unterhaltungsprogramm für die Wauze gebucht – diesmal in Form einer Katze, die auf unsere Terrasse kommt und ganz schnell raus hat, dass die Hunde zwar gaga sind, ihr aber nichts anhaben können ...


Dann geht es diesmal mit Teenager nach Maries – bissi Einkaufen und Abbrivado gucken – in einer Phalanx von Pferden werden Stiere ausbruchsicher im vollen Galopp getrieben – einheimische Jugendliche versuchen, von hinten an die Stiere heranzukommen. Danach endlich mal essen – wir gehen ins Les Embruns, die Stammkneipe der Familie. Heute variiere ich mein Menue nach der Soupe in Stiergulasch und anschließend Creme brulée. 


Nach ein klein bissi Bewegung bricht der Tross zur Besichtigung unseres Domizils auf, wo wir Laubfrösche fotografieren und anschließend Baguette, Paté, Fromage, Tomate, Vin rouge genießen. Ich schlafe schon beim Tatort ein und wir gehen früh ins Bett.


05.04.2010


Es ist gleich 18 Uhr, ich sitze auf unserer Terrasse und balanciere den Schläppi auf den Knien. Es ist fast zu heiss hier, die Hunde dösen neben mir im Schatten. Strahlend blau ist der Himmel über uns, keine Wolken, der Wind frischt ab und zu auf, aber hält sich meist zurück. Neben mir ein Glas Rotwein, um mich herum Stille, fast Stille, eine Dohle kajackt über mir, in der Ferne bellt ein Hund und der Wind räuspert sich leise in den Palmwedeln. Hier in Cabanes de Cambon ist es völlig anders als auf dem Campingplatz, wo wir die letzten Jahre unsere Camargue-Urlaube verbrachten: es ist abgelegen, still, keine Menschen, die an unserer Terrasse vorbeiströmen ... aber wir sind natürlich von Maries und dem Rest der Familie 10 km entfernt – aber das ist doch ganz okay so in den Flitterwochen.


Jedenfalls für uns. Unser Teenager sieht das doch etwas anders. Heute morgen war sie nicht in der Lage, sich in 30-40 Minuten abmarschfertig zu machen –außerdem findet sie, dass sie mit ihrem Gerstenkorn aussieht wie ein Zyklop. Wollte sich also einen ganz entspannten Tag hier im Appartement machen. Peter und ich sind dann gegen 10 nach Marie, einkaufen und Abbrivado gucken. Die drei Männer haben das mit einem Happen Austern verbunden. Abbrivado war mal wieder klasse, die Gardians sind über die ganze Straßenbreite galoppiert, Stroh und Haare wirbelten durch die Luft.


Kurzes Mittagessen bei meinen Eltern, dann gingen Peter, meine Mom und ich mit den Hunden an den Strand. Fly durfte an der Flex mal so richtig rennen und ins Meer, Donna ohne Leine natürlich auch. Kurz vor vier waren wir dann wieder im Häuschen – da wollte unser Teenager doch bitte gerne mal nach Maries. Ihr wäre jetzt langweilig und sie könne ja nicht den ganzen Tag hier versauern. Dazu hatten Peter und ich nun so gar keine Lust, schließlich hätte sie ja morgens mitkommen können. Was macht Lotte? Klar, Widder und Kopf durch die Wand ... ich lass sie erst mal laufen, weil sie ja keinen Schlüssel fürs Tor hat – klettert sie eben drüber. Ich bin ihr dann nach ner Weile hinterhergelaufen, hab sie aber nicht mehr erwischt – dann also doch im BMW hinterher und irgendwo an der Landstraße eingesammelt – ich hätte ihr den Weg ja gegönnt aber da kann einfach zu viel passieren. Diskussionen hab ich abgelehnt und bin wieder zurück gefahren. Nun hockt sie beleidigt in ihrem Zimmer ...



06.04.2010


Siesta Camarguaise – Peter döst nach einem üppigen Mittagmahl mit Baguette, Paté au Canard, Rillette d`Oie, Tomatensalat mit megaleckerem Olivenöl und diversen Käsen von Palmyra auf der Terrasse. Ja, Vin rouge hatten wir auch und zuvor waren wir auf dem pittoresken Markt in Maries. Lotte ist noch dort und mit ihrer Cousine shoppen – wir fahren dann so gegen vier auch wieder hin, schöner Spaziergang und anschließend Pizza essen ... ja, essen ist wichtig – und ich entschleunige hier mein Leben. Nachts träume ich von Stefan und arbeite die Situation vor dem Urlaub auf ...


Heute mittag hatten wir wieder Besuch von der Katze – Fly hat irgendwann demonstrativ weg geguckt, damit er sie nicht mehr sehen und sich ärgern muss – Donna hat versucht, sie zu hypnotisieren, hat aber nicht so gut geklappt, wie es der Katze bei mir gelungen ist, wunderschönes Tier, läuft aber ein bisschen steif und hätte deshalb doch tatsächlich zum Entsetzen meiner Hunde ein Stück Käserinde abstauben können – das fand sie allerdings nicht angemessen ... 


Mein Spaziergang mit Fly war ornithologisch unergiebig, aber sehr schön – relativ windstill und sonnig ... das anschließende Pizza-Essen weniger – vor allem Charlotte hat wohl so gar keinen Plan mehr, wie man sich gegenüber anderen, vor allem auch Erwachsenen, benimmt ... irgendwann war sie verschwunden und ich musste sie über den ganzen Campingplatz suchen ... von Einsicht natürlich keine Spur ... nun sind wir daheim, die Hunde haben endlich mal wieder Fleisch bekommen, morgen wollen wir zur Ostrandtour mit Mittagessen in Le Sambuc starten ...


07.04.2010


Kaum zu glauben: erst vor drei Stunden sind wir von unserem 3stündigen Mittagsmenue aufgestanden – und so langsam meldet sich ein leichtes Hunger-gefühl. Wetter heute eher durchwachsen, zwischen 12 und 15 Grad, ab vier Uhr Regen. Wir sind in unser Häuschen zurückgekehrt und sitzen ausnahmsweise mal drinnen – wir haben zwar eine überdachte Terrasse, aber es ist einfach zu ungemütlich draußen. Kein Problem für Fly, der sich auf dem Sofa zusammengerollt hat – aber Donna guckt sehnsüchtig aus der Terrassentür. Kulinarisch war das L`Estrambord mal wieder eine Offenbarung – Salat, ein gar köstlicher Kalbsbraten in megaleckerer Sauce, dann Käse und zum Abschluss Creme brulée. Ornithologisch war es eher mager, immerhin ein Seeregen-pfeifer, ein Austernfischer, ein Brachvogel und das Übliche eben ...


Lottekind fuhr mit meinen Eltern und Dierks Familie im Wohnmobil, Peter und ich im BMW hinterher – für das Hunde-Unterhaltungsprogramm sorgten schwarze Stiere, weiße Pferde und etliche Möwen und Reiher ... Da sich Lotte von ihrer geliebten Cousine Sophie noch nicht trennen wollte, haben wir hier noch unsere Ruhe, Dierk bringt sie nachher nach Hause ... jetzt werde ich mal das Abendessen auf den Tisch bringen: Baguette, Paté, Käse, Tomaten und natürlich ein leckerer Rotwein ... morgen möchte ich unbedingt mal in Maries so richtig schön shoppen gehen, mal sehen, wie das Wetter so wird ...


08.04.2010


Mag ja sein, dass es Männer gibt, mit denen man hervorragend shoppen kann – mag auch sein, dass es am grauen Nieselwetter gab – aber außer 2 Baguettes haben wir in Maries kein „Must have“ gefunden. Der Taschenladen war zu, der Laden mit den exklusiven Bildern und Dekoartikeln ebenfalls, Schuhe und Klamotten megateuer – und bei dem Bewusstsein, dass im Keller daheim noch einige Kartons auf mich warten, konnte ich auf Schnickschnack gut verzichten. 


Nach dem Mittagessen holten mein Bruder und mein Vater mich ab und wir fuhren nach La Capelliere, wo es endlich mit dem shoppen klappte: 2 Miniaturvögel ergänzen nun unsere kleine Sammlung. Die Suche nach Löfflern und Brachvögeln verlief indes ergebnislos. Peter kam zm Dämmerschoppen und gegen sieben fuhren wir dann nach Cambon.


09.04.2010


Morgens kurz vor 10 fahren wir mal wieder nach Maries zum Markt. Das Wetter ist herrlich, warm, strahlend blauer Himmel. Nun klappt es auch mit dem Shoppen – ein Sexy-Top für Cathy, ein Shirt für mich, ein Bild für meine Mutter, diverse kleine Mitbringsel – Abschiedsbesuch bei Palmyra, wo ich noch ein Stück meines geliebten Gruyère kaufe. Während Peter mit Dierk und meinem Vater mal wieder Austern essen geht, marschiere ich mit den Hunden zum Wohnmobil, wo ich mit meiner Mutter in der Sonne sitze, Wein trinke und Käse nasche. 

Als Peter dann zu uns stößt, kommt Stufe 2 des Shopping-Alarms. In der kaufmotivierenden Begleitung meiner Mutter bummeln wir nach Maries, wo ich zunächst ein paar mega-heiße Stiefeletten im Cowboy-Stil ergattern kann – ein echtes Schnäppchen um über 100 Euronen reduziert xD. Da ich so viel gespart habe, kaufe ich für Peter noch einen schicken Gürtel mit Stierköpfen und bei Bijoux Sarah ein paar wunderschöne Ohrringe in Herzform – ist ja schließlich die Hochzeitsreise und einen Schlüsselanhänger mit dem Glücksbringer „Regenbogenmann“. Dann kommen die Hunde auf ihre Kosten und wir machen einen langen Strandspaziergang. Abends habe ich Sonnenbrand.


10.04.2010


Tag der Abreise. Aber wir lassen es gemütlich angehen. Nach dem der BMW gepackt ist und fast aus allen Nähten platzt, bummeln noch mal durch Maries. Ich kaufe endlich den Stoff für meine Tischläufer, dann gehen wir ein letztes Mal ins Les Embruns zum Mittagessen. Da das Wetter wieder so herrlich ist, fahren wir kurzentschlossen am Etang entlang zur „Brachvogel-Ecke“. Und diesmal werde ich endlich fündig und entdecke die gut getarnten Vögel. So verabschiedet mich die Camargue mit einer neuen Art und wir können beruhigt nach Hause fahren. Um 3 sind wir in Arles auf der Autobahn, um kurz vor neun erreichen wir Deutschland und um halb zwölf setzen wir den zickigen Teenager bei ihrem Vater ab – auf eigenen Wunsch natürlich. Da Mademoiselle partout noch irgendwas aus ihrem Koffer braucht, dies aber nicht findet und nun auf dem Trottoir sitzt und wühlt – den Koffer mit dem restlichen Inhalt sollen wir mitnehmen, damit sie am nächsten Abend alles gewaschen vorfindet – lassen wir sie wühlen und maulen und fahren nach Hause. Völlig überdreht sitzen wir dann noch bis halb zwei in der Küche und kommen aus dem Urlaub wieder im Alltag an – aber nächstes Jahr sind wir wieder in unserer geliebten Camargue ...

Sonntag, 23. März 2025

Leidenschaftlich auf Spur ...

Trailen ist Jaros und meine Leidenschaft geworden. Es ist so begeisternd, wie er immer fokussierter wird, genau weiß, worum es geht - und das mit seiner bordertypischen Begeisterung. Freitag waren wir irgendswo in einem Erbacher Vorort. Er nimmt die Geruchsprobe nun bewusster war - und dann ab die wilde Post. Ich wollte ihn nicht zu sehr bremsen und habe mich mit schnellen Schritten seinem Tempo angepasst. Ein paar Mal hat er zurück zu Ines geguckt, die langsamer folgte und nur sagte: wenn er jetzt nach rechts geht, folge ihm. Natürlich ging er nach rechts - ignorierte ein paar Passanten und bellende Hunde am Zaun - und dann gab er so richtig Gas und ich wusste, er hat die VP gefunden! Ja, Agility ist immer noch unsere echte Passion, aber Trailen bekommt einen immer größeren Stellenwert. Es ist genau so ein Teamsport wie Agi. Jaro kann nicht besser sein als das Frauchen am anderen Ende der Leine. Und ich lerne immer mehr, ihn zu lesen, wenn er eine Spur nur absichert und gleich merkt, dass er auf der falschen Fährte ist. Natürlich haben wir noch viel "Lernen" und "Erfahrung sammeln" vor uns. Aber da freue mich wirklich drauf. Nicht zuletzt, weil ich mit Ines eine Trainerin habe, die nicht mit Lob spart wenn wir gut sind (oder ich gut bin) - aber auch nicht mit konstruktiver Kritik, an der wir (ich) wachsen kann. Aber auch das Miteinander mit den anderen Trailern ist einfach nur angenehm. Ehrlich gesagt finde ich es toll, mal Menschen jenseits von Job und Agiltiy zu treffen, mal andere Themen zu haben. Zu erleben, wie andere Hunde ihren Job machen. 

Ich bin sehr dankbar, dass Pauli damals überlebt hat als Jaro und ich unseren ersten unplanmäßigen Trail hatten. Jaro war auf der richtigen Spur - ich konnte ihn damals noch nicht lesen. Könnte ich heute sicher schon besser - aber immer noch nicht gut genug für einen Ernstfall. Und genau auf den möchte ich uns vorbereiten!





Beim letzten Trail hatte ich mal die Cam dabei. Ich finde es so unfassbar faszinierend, wie schnell Hunde verstehen, worum es geht. Natürlich liegt das in ihrer Natur, Nasenarbeit, Spuren verfolgen, kooperieren mit ihrem Menschen. Das sind so die Momente, wo ich mein Leben wirklich liebe und dankbar bin, für all die Möglichkeiten ... und mich auf den nächsten Tag, den nächsten Trail freue!


Donnerstag, 30. Januar 2025

Etikettenschwindel? Falsche Schublade? Der schmale Grat zwischen Information und Desinformation

 


In Social Media verfolgt mich gerade der Begriff "reaktiver Hund". Okay, Impulskontrolle hat Taran nicht gerade erfunden, aber ist ein lebhafter junger Hund reaktiv, weil er es nicht abwarten kann, das Leben und seine Umwelt zu entdecken?

Bis zu dem Agility-Training bei Flo war ich bei diesen Überlegungen eher entspannt. Aber wie mein kleiner Drache gegen Flo gegangen ist, eingefordert hat, dass er jetzt den Käse will, mein Rufen völlig ausgeblendet hat obwohl er im Gelände selbst unter Reiz super abrufbar ist, sich völlig verloren hat in seinem Gebell - das hat mich echt schockiert und vor Fragen gestellt, von denen nicht einmal wusste, ob ich die Antworten wissen will. Das nächste Training war nicht wirklich besser und auch bei Ulla war er pöbelhaft und wenig einsichtig. 

Ich war schon drauf und dran, mal die Blutwerte checken zu lassen ob da mit der Schilddrüse vielleicht was nicht stimmt. Parallel habe ich google glühen lassen zum Thema reaktiv und was man da tun kann. Klare Sache: buche einen teuren Kurs und schicke den Hund ins mentale Umerziehungslager. (Ironiemodus wieder aus)

Gespräch mit der Züchterin, weil sie ihn kennt und auch seit Jahren Drachen-Erfahrung hat. Valerie glaubte nicht an Schilddrüse, eher an pubertäre Glitzerknete im Köpfchen und dass er klare Ansagen braucht. 

Auf Tipp von Flo arbeiten wir daran, Verhaltensketten aufzubauen. Ich könnte auch sagen, ich baue Strukturen, an denen sich sein kleines Hirn festhalten kann. Bekannte Dinge, die das Chaos ordnen. Taran hat so einen großen Aufmerksamkeitsbereich, sieht Vögel über der Terrasse fliegen, hört Autos irgendwo vorbeifahren, er lernt unfassbar schnell. Letztendlich ist es schwieriger, einen so intelligenten Hund auszubilden. So ein wenig zu hochbegabt. Genie und Wahnsinn liegen halt eng beieinander. 

Unsere (neue) Verhaltenskette läuft übrigens so: Rum, ins Fuß und Sitz. Warten auf das nächste Kommando. Ich habe wirklich den Eindruck, dass es Taran so sehr hilft, wenn er weiß, was er tun soll. Wesentlich mehr als was er lassen soll. So lange er konzentriert arbeiten soll, gibt es "click und keks" - auch mal verbales Lob, damit ich auch mal ohne Keks bestätigen kann - anschließend dann Leine los und rennen. Adrenalin abbauen. Eben im Garten hatte er sein Spielzeug und er durfte es rumtragen und schütteln und knurren und Spaß haben. Dann habe ich ich gezergelt, dann "Aus" und "Rum" und "Sitz" und "Warte". Letzteres Kommando dient nur dem Vermeiden von Fehlern und wird wieder abgebaut. Dann werfe ich das Spieli und er darf erst auf "Get it" losspurten. Tarani macht das super und ich habe auch den Eindruck, dass diese Self-Control ihm richtig Spaß macht. Vermutlich weil er weiß, dass das für ihn gut und wichtig ist. 

Autorität, oder besser Autorität um der Autorität willen, ist ja nicht wirklich meins. Aber an der Arbeit mit Taran wachse ich tatsächlich und das macht richtig Spaß. Statt Wattebällchen fliegen jetzt auch mal die Schellen (Trainingsdisks, Anmerkung der Redaktion.) Parallel haben ich das Kommado "Coucher" eingeführt. Das ist so eine Art Erinnerung daran, dass er gerade dabei ist, etwas zu tun, was ich nicht so schätzen würde. Wenn er es dann lässt, wird natürlich gelobt. 

Heute im Training war Taran nicht wiederzuerkennen. Er lief ohne Bellen an lockerer Leine durch den Parcours und war dann im eigentlichen Training von meinen Korrekturen so beeindruckt, dass er gar nicht mehr weiterarbeiten wollte und sich im Tunnel versteckt hat. Das war definitiv nicht der Plan gewesen, aber es hat mir eine Seite an ihm gezeigt, die sich so nicht kannte. In der Beziehung ist er wohl wie seine Mama Britta. 

Nun liegt er freiwillig in seiner Box, die natürlich offen ist, und schläft. 

Neuer Hund, neue Herausforderung. Wenn es einfach wäre, würde es Fußball heißen. Doch das erste Mal seit dem allerersten Training bei Flo bin ich wieder optimistisch, dass Taran und ich unseren gemeinsamen Weg finden werden.

Montag, 18. November 2024

Vom Frust wieder zur Lust ...

 In den letzten Wochen traile ich mit Jaro regelmäßig. Da kriegen wir auch nichts geschenkt und so manchmal muss man sich direkt Mühe geben, dem Ausbilder zu glauben, dass der Trail wirklich gut war und dass es völlig okay ist, mal an einer Stelle etwas länger zu brauchen, bis man weiß, wo es weiter geht. Und letztendlich machen wir schon ganz schön anspruchsvollen Kram für so ein Landei. Mitten in Michelstadt, freie Plätze, 1000 Kreuzungen - wenn ich an meine Trails mit Mywy und Hope denke, ist das schon geradezu professionell - und ja, lieber Jaro, da geht eben nicht nur schneller, höher, weiter, sondern mit Konzentration und Fokus. Und es macht so einen Spaß, uns beiden und bringt uns auch auf einer anderen Ebene zusammen.

Im Agi läuft es grad weniger. Meine Trainerin hat bei der Runnings-Ausbildung so einen megaguten Job gemacht und da konnte und sollte Bubsle auf Distanz arbeiten. Vielleicht missverstehe ich ja auch die Intention im aktuellen Training. Aber was bei mir ankommt: rennen, rennen, rennen. Vorm Hund sein und mich nicht auf Kommandos verlassen. Dummerweise kann ich mich auf die am ehesten verlassen. Wenn ich an der Hürde stehe, um sauber zu führen, macht das 2 Probleme. 1. Ich kann nicht sauber führen. Ich drehe mich falsch, gucke in die falsche Richtung und dann springt der Hund verkehrt rum. Wobei mich das an Flos Erklärung der physikalischen Gesetze erinnert. So mit rechts und links herum, ganz krieg ich es nicht mehr zusammen. 2. Stehe ich meinem Hund und seinem Wohlfühlabstand im Weg. Und 3: um an die Hürde zu kommen, baue ich Druck nach vorne auf, schlenkere mit den Armen (machen Mädels nun mal so) und irritiere den armen Hund noch mehr. 

Traurig ist dabei vor allem, dass die Korrektur nicht im Lernkontext erfolgt und aversiv ist, als ob Jaro etwas falsch gemacht hätte. Eigentlich kann ich froh sein, dass Jaro überhaupt noch mit mir läuft. Und statt positive Steinchen bauen wir gerade Mauern aus Negativerlebnissen, an denen wir nur scheitern können. 

Wege aus der Krise? 

Das war ne ganz schöne Denkpause gerade. Also, ich verspreche:

Ich bin meinem Hund verpflichtet, nicht meiner Trainerin. Vielleicht lernt sie ja auch was aus meinen Ansätzen. Die ich umsetzen werde. Egal wie. Weil ich weiß, dass es richtig ist. 

Ich werde das Training mehr hinterfragen. Es ist nie alles Gold was glänzt - und auch nicht alles Scheiße, was nicht glänzt. Jaro und ich wären nicht da, wo wir sind, wenn wir die letzten Zeiten nur schlechtes Training gehabt hätten. 

Hier ein paar Videos von dem "Training unter Turnierbedingungen" bei Flo. 3 x Dis - hätte Turnier sein können ... Aber es war das erste Mal seit ewigen Zeiten, dass Agility mal wieder so richtig Spaß gemacht hat und ich mich daran erinnert habe, warum dieser Sport unsere Leidenschaft (nettes Wortspiel, Leiden schafft) ist. (Im Golf heißt es wohl "Himmel und Hölle liegen eng beieinander ...)

Aber meine Learnings: Mehr Konzentration auf den Weg des Hundes und meinen. Ich fokussiere mich viel zu oft und viel zu schnell auf eine Stelle, die mir schwierig erscheint. Vergesse dann den Rest und huddele in den letzten Sekunden noch mal den Weg.

Mehr Fokus und Verbindung zu Jaro. Anschauen! Spannung halten! Nicht aus den Augen lassen und nicht unter Druck setzen lassen von Jaros Präsenz und Stärke.

Nicht ärgern, wenns nicht klappt. Versuchen herauszufinden, warum. Aus den Fehlern lernen. 




Tja, hätte man sehen können, dass der Hund aus dem Tunnel kommt und den nächsten nicht sieht. Hätte man halt warten müssen. Oder es vorher sehen müssen ... hätte - hätte. Und die Wippe konnte der arme Bub so nun auch nicht treffen. Wege lesen und lernen und führen!




und: ATMEN!!