Montag, 18. November 2024

Vom Frust wieder zur Lust ...

 In den letzten Wochen traile ich mit Jaro regelmäßig. Da kriegen wir auch nichts geschenkt und so manchmal muss man sich direkt Mühe geben, dem Ausbilder zu glauben, dass der Trail wirklich gut war und dass es völlig okay ist, mal an einer Stelle etwas länger zu brauchen, bis man weiß, wo es weiter geht. Und letztendlich machen wir schon ganz schön anspruchsvollen Kram für so ein Landei. Mitten in Michelstadt, freie Plätze, 1000 Kreuzungen - wenn ich an meine Trails mit Mywy und Hope denke, ist das schon geradezu professionell - und ja, lieber Jaro, da geht eben nicht nur schneller, höher, weiter, sondern mit Konzentration und Fokus. Und es macht so einen Spaß, uns beiden und bringt uns auch auf einer anderen Ebene zusammen.

Im Agi läuft es grad weniger. Meine Trainerin hat bei der Runnings-Ausbildung so einen megaguten Job gemacht und da konnte und sollte Bubsle auf Distanz arbeiten. Vielleicht missverstehe ich ja auch die Intention im aktuellen Training. Aber was bei mir ankommt: rennen, rennen, rennen. Vorm Hund sein und mich nicht auf Kommandos verlassen. Dummerweise kann ich mich auf die am ehesten verlassen. Wenn ich an der Hürde stehe, um sauber zu führen, macht das 2 Probleme. 1. Ich kann nicht sauber führen. Ich drehe mich falsch, gucke in die falsche Richtung und dann springt der Hund verkehrt rum. Wobei mich das an Flos Erklärung der physikalischen Gesetze erinnert. So mit rechts und links herum, ganz krieg ich es nicht mehr zusammen. 2. Stehe ich meinem Hund und seinem Wohlfühlabstand im Weg. Und 3: um an die Hürde zu kommen, baue ich Druck nach vorne auf, schlenkere mit den Armen (machen Mädels nun mal so) und irritiere den armen Hund noch mehr. 

Traurig ist dabei vor allem, dass die Korrektur nicht im Lernkontext erfolgt und aversiv ist, als ob Jaro etwas falsch gemacht hätte. Eigentlich kann ich froh sein, dass Jaro überhaupt noch mit mir läuft. Und statt positive Steinchen bauen wir gerade Mauern aus Negativerlebnissen, an denen wir nur scheitern können. 

Wege aus der Krise? 

Das war ne ganz schöne Denkpause gerade. Also, ich verspreche:

Ich bin meinem Hund verpflichtet, nicht meiner Trainerin. Vielleicht lernt sie ja auch was aus meinen Ansätzen. Die ich umsetzen werde. Egal wie. Weil ich weiß, dass es richtig ist. 

Ich werde das Training mehr hinterfragen. Es ist nie alles Gold was glänzt - und auch nicht alles Scheiße, was nicht glänzt. Jaro und ich wären nicht da, wo wir sind, wenn wir die letzten Zeiten nur schlechtes Training gehabt hätten. 

Hier ein paar Videos von dem "Training unter Turnierbedingungen" bei Flo. 3 x Dis - hätte Turnier sein können ... Aber es war das erste Mal seit ewigen Zeiten, dass Agility mal wieder so richtig Spaß gemacht hat und ich mich daran erinnert habe, warum dieser Sport unsere Leidenschaft (nettes Wortspiel, Leiden schafft) ist. (Im Golf heißt es wohl "Himmel und Hölle liegen eng beieinander ...)

Aber meine Learnings: Mehr Konzentration auf den Weg des Hundes und meinen. Ich fokussiere mich viel zu oft und viel zu schnell auf eine Stelle, die mir schwierig erscheint. Vergesse dann den Rest und huddele in den letzten Sekunden noch mal den Weg.

Mehr Fokus und Verbindung zu Jaro. Anschauen! Spannung halten! Nicht aus den Augen lassen und nicht unter Druck setzen lassen von Jaros Präsenz und Stärke.

Nicht ärgern, wenns nicht klappt. Versuchen herauszufinden, warum. Aus den Fehlern lernen. 




Tja, hätte man sehen können, dass der Hund aus dem Tunnel kommt und den nächsten nicht sieht. Hätte man halt warten müssen. Oder es vorher sehen müssen ... hätte - hätte. Und die Wippe konnte der arme Bub so nun auch nicht treffen. Wege lesen und lernen und führen!




und: ATMEN!!



Sonntag, 3. November 2024

Der kleine Drache ...

 



Er ist einfach etwas gaaaanz besonderes für mich. Sein Spitzname ist ja Nervzwerg - die Impulskontrolle hat Taran nun wirklich nicht erfunden. Dabei möchte er so gerne alles richtig machen und nimmt sich in so vielen Situationen - wenn ich heimkomme, wenn ich die Leine nehme z.B. - schon so sehr zurück. Ich habe gestern von Sanne den Tipp bekommen, nicht einfach nur zu warten, bis er aufhört sondern mich kommentarlos wieder hinzusetzen. "Dann eben nicht ...". 

Heute morgen hat er sich soooo viel Mühe gegeben und ich habe es nicht mal gemerkt, wie viele Vorbereitungen ich machen konnte, ohne dass er bellt. Also wieder hingesetzt und selber nachgedacht. Und es dem Kleinen dann einfach mit Leckerlis leichter gemacht, dass er ein Erfolgserlebnis hatte und wir noch vor die Tür kamen, bevor ich mit Jaro auf Turnier bin.

Zum Dank ist er megaführig an der Leine gewesen, super abrufbar und hat dann aus purem Spaß eine megageile Fußarbeit hingelegt - ganz ohne Leine und Kommando. Ich liebe diesen kleinen Hund und wollte ihn eigentlich auch mitnehmen, aber da hätte er die meiste Zeit im Auto gesessen und die andere Zeit vermutlich doch genervt. Beim Heimkommen haben wir uns alle sehr gefreut und auch gleich noch mal ne Runde gedreht ... *Herzchen in den Augen hab*

Der Bub war in Riedstadt heute in den kniffligen Parcours von Ivo Wijns - wirklich schöne herausfordernde Parcours, die richtig Spaß gemacht haben - sehr kooperativ. Im Jumping 2 Stangen, wobei der Ziel-Doppelsprung vermutlich liegen geblieben wäre, wenn ich ihm nicht ganz so sehr weggelaufen wäre ... Der A-Lauf ein tolles Dis. Hat sich einfach gut und rund angefühlt. Er war bei mir, "Li" auf Distanz. Steg - Slalom, mega getroffen. Da ich heute keinen Videobeweis habe, kann ich nicht nachvollziehen, ob ich länger hätte mitlaufen müssen, oder ob der Slalom einfach kaputt war - da gab es so einige Totalausfälle ... Der Abschhluss war dann wieder sauber! Schade Schokolade? Vielleicht ein bisschen, aber ein runder Lauf als Team mit einer Stelle, an der es nicht gepasst hat ist für mich schon eine echte Option auf die nächsten Läufe. 











Samstag, 26. Oktober 2024

Auf fremden Pfaden ...

 ... mein Papa war ja Karl May-Fan und insofern kenne ich die Titel auch von den Büchern, die mir immer zu mühsam zum lesen waren - und da ich bekanntlich als ehemalige Werbetussi einen Hang zu reißerischen Überschriften habe (BLÖD oder?), heißt die Überschrift für den aktuellen Blog eben so und nicht "Last Trail Otzberg" oder "Neues aus Borderhausen ..." oder "So weit die Füße trailen ..."

Ich hatte ja vor Corona mit Myway und Hopsi schon bei Sabine Leenen meine ersten Schritte auf diesen Pfaden gemacht - unvergessen, wenn Myway kurz vor der VP stehen blieb, sich umdrehte und mir signalisierte "da isse, den Rest schaffst du auch ohne mich ..."

Wie zu erwarten war, war das Ganze für Jaro "Liebe auf den ersten Trail". Und Bubsle überraschte mich einmal mehr. Irgendwie kann er beim Trailen seine Mega-Motivation mit Kopfarbeit verbinden. Ziemlich schnell waren wir von 3 auf 2 Trails - und seit ich mir die Freitage freihalte, damit wir regelmäßig auf Spurensuche gehen können, sind wir nun bei nur noch einem langen Trail. 

Wenn mich jemand fragen würde (also mich, nicht andere, die es auch nicht wissen *Ironie wieder aus*), was mich am Trailen so begeistert, würde ich 3 Dinge nennen:

1. die absolute Begeisterung des Hundes. Darum habe ich ja Hunde, damit es   glückliche ausgelastete Arbeitshunde sind.

2. das Teamwork: Wie beim Agi sind wir so eng verbunden, und keiner kann ohne den anderen etwas erreichen

3. Die Perspektive: Vielleicht können wir ja unser Hobby irgendwann mal für was sinnvolles, wie Menschen oder Tiere suchen, einsetzen. Auf jeden Fall kann Jaro sicher länger trailen als Agi machen. 

Exkurs: Am 20. September rief mich meine Tocher völlig aufgelöst an. Pauli, ihr Hund, ihr Seelenhund, aus dem bulgarischen Tierschutz und insofern erst mal komplett inkompatibel unter Stress mit anderen Menschen, war der Ex-Schwiegermutter entwischt und seitdem auf der Flucht. "MAMA, du must nach Duisburg fahren ..."

Zum Glück hatte ich das für Samstag sowieso geplant gehabt, die wichtigsten Sachen waren schon gepackt, sagte trailen ab - und bekam sofort von Ines jede Menge Infos und Ansprechpartner - und brummte nach Duisburg. Zum Glück ist frau ja multitasking und irgendwie organsisierte ich dann während der Fahrt die nötigen Details. Meine Tochter wollte eigentlich sofort zurückfliegen, das scheiterte aber an verfügbaren Flugzeugen. Nach Stau und allem erreichten Jaro und ich nach über 4 Stunden endlich Duisburg. Erst mal in die Büsche. Jaro kennt Pauli seit er Welpe ist und roch sofort, dass sie hier gewesen war. 

Die Absprache mit den Pettrailern, die allerdings den nächsten Tag abwarten wollten, war, dass wir für Pauli Spuren legen, damit sie heimfindet (sie war da ja auch nur zu Besuch) und keine Spuren zertrampeln. 

Ich lies mich erst mal von meinem Bauchgefühl leiten, versuchte mich in Pauli reinzufühlen, wo sie wohl hingerannt wäre. An Jaro merkte ich sehr deutlich, dass wir auf keiner heißen Spur waren. Zwischendurch gab es Informationen, dass Pauli bei einem Supermarkt gesehen wurde, aber sofort wieder abgehauen sei. Aber daraufhin änderte ich meinen Suchradius und ging von den Wiesen ins bewohnte Gebiet. 

Plötzlich - und vermutlich erklärt das am allerbesten, warum Jaro und ich nun immer intensiver trailen - spürte ich, dass er eine Spur aufgenommen hatte. Ich schnallte die Leine nun ins Geschirr und gab ihn frei. "Trail". 

Jetzt wird es ein bisschen kompliziert, weil er Paulis Odysses durch diesen Duisburger Vorort so anschaulich verdeutlicht hat. - Einschub: Ich habe mit dann abends mit Pia Kontakt aufgenommen (Seelenwege Tierkommunikation) die aber erst am nächsten Tag Mit Pauli reden konnte. Und Pauli war so getrieben von all den Menschen, den Blicken, versuchte einfach nur einen Platz zu finden und zur Ruhe zu kommen ... - Jaros Trail war bei 3 Gelenkbussen zu Ende, die die Strasse blockierten und mit ihren Abgasen einen so unerfahrenen Hund völlig aus der Spur brachten. Ich brach dann ab und war verdammt froh, dass mein iPhone wusste, wo unser Auto steht ... 

Wir trafen dann den Ex von meiner Tochter, seine Eltern und seine neue Freundin und ich habe das erste Mal verstanden, warum sich meine Tochter getrennt hat. Ist aber nicht Thema des Blogs und am nächsten Tag wurde Pauli gefunden, sie wurde angefahren ist aber mittlerweile über den Berg. 

Über meinen kleinen Drachen, der mir so viel Freude macht und mir gleichzeitig ganz neue Grenzen aufzeigt, berichte ich dann doch in einem Extra-Blog.

Sonntag, 28. Juli 2024

18. - 21. Juli 2024 SOAWC in Belgien - wir waren dabei!

 100 Punkte geschafft. 2 V1 geschafft. Starterumfeld hat zahlenmäßig dann leider "nur" für die Reserve gereicht. Aber Myway und ich waren somit Teil des Teams. 

Ob wir fahren können, blieb bis zum Schluss leider dramatisch. Maggie hatte kurz vorher einen Schlaganfall und lag auf der Intensiv im Koma. Wir haben gezittert, gebetet und Kerzen angezündet. Und kurz vor meiner geplanten Abfahrt ging es ihr dann soweit gut, dass ich fahren wollte. 

Das Nano-Mobil war natürlich vorbereitet und am Mittwoch, 17. Juli, packte ich die letzten Sachen und Myway in den Bus und wir starteten nach Belgien. Bissi nervös war ich schon, der bis dato längste Aufenthalt im Nano-Camper und alles auf unbekanntem Terrain. Das ganze begann mit schlampiger Navigation die mich irgendwo ins Nirwana führte. In der WhatsApp-Gruppe mal kurz nach Hilfe gefragt und schon bekam ich einen Link zum Ziel. Ich fand den vorgeschlagenen Weg nicht so vertrauenerweckend und folgte erst mal irgend einem Womo, in der Hoffnung, der wolle auch zur WM. Fehlanzeige. Nach diesem kurzen Umweg erreichte ich dann doch noch das Ziel - eine große Wiese, die eher für Offroader geeignet war als für meinen Toyota mit wenig Bodenfreiheit. Seeeeehr langsam folgte ich meinem Fahrradscout über die holprige Piste und erreichte die deutsche Enklave. Passenderweise stand ich mitten in der Hessenburg, mit der Partymeile sprich Pavillon mittenmang. 

Kurze Begrüßung und dann wollte ich erst mal aufbauen und ankommen. Nächstes Dilemma: meine Stecker passten nicht in den Stromanschluss. Weder die Schukos noch die Campingstecker. Doch wieder heimfahren? Wer mich kennt, weiß, dass diese Überlegung tatsächlich durch mein frustgebeuteltes Köpfchen schoss ... Aber dann bekam ich von Joachim einen Adapter und hörte das zufriedene Brummen meiner Kühlbox. Ja, das Radler war kalt ;-) 

Der Aufbau des Heckzeltes war erst mal mühsam, bis ich sortiert hatte, welcher Teil über die Heckklappe kommt. Mittlerweile habe ich das beschriftet und hoffe, nächstes Mal klappt das schon besser. Nach dem zweiten Radler stand dann auch der Pavillon, das Vorzeltregal, die Hundebox, Tisch und Stuhl und sogar der Zaun. Was genau ist jetzt am Aufbau beim Wohnwagen mühsamer? Also außer an- und abkoppeln und natürlich der Fahrerei. (Wobei ich auf dieser Piste definitiv aufgesetzt hätte ...)

Mit dem Sheltie ging ich dann mal auf Erkundung und auf Toilette. Die Halle war riesig, draußen ein Mega-Springplatz für Pferde, große Warmblüter, die in dem ganzen Hundetrubel äußerst gelassen blieben. 

Zurück am Platz erst mal chillen. Dann grillen. Stimmt, parallel lief ja in Bad Orb die Run and Chill. Gerannt bin ich zwar nicht, aber die Strecke zum Wasseranschluss, zur Toilette und insbesondere in die Halle zog sich ganz schön. 

Am nächsten Tag VetCheck. Auch für die Reserve. My fand das eher unpassend. Und abends dann die feierliche Opening Ceremony. Team Germany rannte in die Halle statt zu marschieren. Also doch Run - und später dann Chill and Grill. 

Die Tage verflogen nur so. Nix mit ausschlafen, ich war schon morgens in der Halle und hab geknipst. Meist war Myway dabei. Für ihn war es sicher besser, dass er in dem Trubel nicht starten musste, obwohl er ja mittlerweile schon ziemlich cool ist. Aber das deutsche Team war so gut und so schnell, die sind auch völlig ohne uns Weltmeister geworden. 

Samstag vor dem Lauf der Small Germany dann plötzlich Tornadowarnung. Also zurück im Galopp und den Pavillon abgebaut und alles so weit wie möglich gesichert. Es windete und donnerte und blitzte und ich überlegte, ob ich das Heckzelt auch noch abbauen sollte, um einen Faradayschen Käfig zu haben. Beschloss aber, erst mal zu warten. Richtige Entscheidung. Das Gewitter verzog sich und wir grillten und feierten das (Über)Leben. 

Sonntag dann die letzten Läufe und Erfolge für Team Germany. Nach der feierlichen Closing Ceremony warfen wir zum Abwechslung mal den Grill an und feierten. 

Aus dem geplanten Frühstück am Montag morgen wurde nichts, weil der Strom schon weg war, ohne Ankündigung. Ich nahm die Abkürzung von der Wiese und fuhr nach Bochum und frühstückte dann bei meiner Tochter. 

Aber ich habe tatsächlich Blut geleckt. Für die nächste SOAWC würde ich sogar bis nach Portugal fahren. Und jetzt haben Jaro und ich doch mal ein echtes Ziel ...
















Wir geben niemals auf - Was wollen wir: Gewinnen! Oder: 100 Punkte für Portual

 Friedrich J. Suhr, seit langen Jahren mein Mentalcoach, sagte mal: Du musst deine Ziele formulieren. Dich trauen, dazu zu stehen. Und darum kämpfen. Oder so ähnlich. Aber wichtig war damals, dass ich klar gesagt habe: Ich will, dass Hope bis dann und dann die Wippe kann. Wir haben das dann sogar noch übertroffen. 

Und mein neues Ziel: Ich will mit Jaro zur SOAWC nach Portugal. Und ich will dort starten. Nicht Reserve sein. 

Die Ausschreibung ist zwar noch nicht raus, aber es wird auf 10 mal erster Platz hinauslaufen. 100 Punkte. 

Der Bub ist so gut und focussiert, machbar ist das. Sein Handicap ist ja bekannt ... ;-)





Und auch mit Kleinteilchen wird natürlich schon die Agi-Karriere vorbereitet. Jeden Tag ein bisschen, steter Tropfen und so ... 












Sonntag, 30. Juni 2024

Taran ... Trainingstagebuch ...

 30.06.2024

Eigentlich wollte icuh nur eine Tasche aus dem Auto holen und habe Taran mitgenommen. War mir echt sicher, dass er bei mir bleibt. Habe was gelernt. Die zwei Fußgänger fanden ihn zum Glück nicht beunruhigend ... Also Halsband dran, Leine um den Hals und Futterbeutel mit Clicker. Nochmal zum Auto und da es sich gelohnt hat, blieb er bei mir. Anschließend an der Straße auf und ab, schon so ein klein wenig BH-orientiert, das erste "Bleib sitzen" auch wenn ich weitergehe - hat uns beiden so richtig Spaß gemacht. Letztendlich muss man bei jedem Hund andere Prioritäten setzen. Und man lernt bei jedem Hund, wo man andere Prioritäten gesetzt haben hätte sollen - oder so. Jaros Leinenführigkeit ist ne Katastrophe. Aber er ist abrufbar und macht Platz auf Entfernung, das war und ist mir letztendlich wichtiger. 

Taran hat schon einen gewissen Will2please. Aber er ist auch eigensinnig, unternehmungslustig und denkt sich so "Frauchen läuft mir ja nicht weg" - aber das Abenteuer wartet nicht ...

Ohne BH und Grundgehorsam brauchen wir ja auch kein Agi ... 

Wenn der Schmerz nachlässt, bin ich vermutlich tot ...



 ... kling ziemlich düster, ich weiß. Und es liegt nicht nur am Wetter ...nein. Hope und ich haben Arwen und Ulla irgendwann 2014 kennengelernt. Wo genau weiß ich gar nicht mehr. Ulla hat das leicht übermotivierte blaue Teilchen mit abgerissener Kralle vom Platz getragen. Damals hätte ich noch gerne einen Hund gehabt, der ein wenig übermotivierter gewesen wäre als Hope ... 

Arwen ist vorgestern über die Brücke. Hope ja schon im November. Arwen ist Jaros Uroma. Und Ulla und ihre Rudel gehören irgendwie schon ewig zu uns. Nenya war immer mein Liebling. Und Ulla begleitet unser Training schon seit Lasses Ausbildung, sie hat einfach die passenden Ansätze und das richtige Auge. 

Auch wenn ich vier wirklich tolle Hunde habe - meine Koboldprinzessin bleibt immer unvergessen. Sie war besonders, man könnte auch speziell sagen. Meine Tochter hat mal den Ausdruck "Borderline-Collie" für sie geprägt. Und das trifft es ganz gut. Hope wollte nie Teil von irgendetwas sein. Sondern Mittelpunkt. Einer ihrer Spitznamen war Frollein Rottenmeier - irgendwie wollte sie immer alles kontrollieren und dirigieren. Sie war der einzige Hund, der auf Zehenspitzen laufen konnte - zumindest sah es aus. Morgens beim Wachwerden hat sie sich so gefreut, dass sie gesungen hat wie Chewbacca auf Ecstasy. Kinder hat sie gehasst. Unsere anderen Hunde auch - außer Myway, den hat sie über alles geliebt. 

Nein, Hope war kein freundlicher kleiner Sonnenschein. Sie war extrem in allem. Entweder sie hat geliebt - oder nicht. Sie war nicht souverän, wenn sie genervt war, hat sie getackert oder zumindest so getan als ob. 

Aber Hope war immer zu hundert Prozent Hope. Sie hat sich nie verbogen oder Kompromisse gemacht. Für Hope war ich und unser Agility das Zentrum ihres Daseins. Mit ihr im Parcours war flüssiges Glück in meinen Adern, weil unsere Verbindung so fein und abgestimmt war. Und immer wenn sie zu mir kam und mich mit ihren intensiven Augen angesehen hat, wusste ich, dass wir untrennbar verbunden sind. 

Living without Hope. Ich weiß, dass du da oben auf mich wartest. Dass du auf mich aufpasst und gerade denkst: Weine nicht, Frauchen, ich habe dich nicht verlassen, ich bin dir nur einen Schritt voraus.