Nach Myways desaströsem Finallauf beim 2. AI-WEB-Turnier, den ich tatsächlich dann einfach abgebrochen habe, weil der Kleine ausschließlich damit beschäftigt war, zu gucken, ob ihm der gruselige Richter nicht irgendwie zu nahe kommt, meldete ich uns kurzerhand zum Mantrailing-Schnupperkurs an. Neben artgerechter Hundebespaßung soll dadurch auch Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aufgebaut werden.
Es ist schon ziemlich dämmerig als ich mich mit Trainerin Sabine und den anderen Teilnehmern in einem ruhigen Wohngebiet in Offenthal treffe. Myway zeigt auch gleich, dass ihm ein wenig mehr Selbstsicherheit nun wirklich nicht schaden könnte - er findet die Umgebung nebst all den fremden Leuten absolut spooky und möchte trotz der feinen Leckerli-Portionen eigentlich gar nicht wirklich irgend jemand von den unheimlichen Fremden finden. Je dunkler es wird, desto furchterregender findet Myway das Geschehen. Frauchen wiederum findet das Trailen total spannend und hat richtig Spaß, bei Kälte und Dunkelheit mit fremden Hunden durchs Wohngebiet zu marschieren, sich in dunklen Hauseingängen zu verstecken und sich zu fragen, wie lange es wohl dauert, bis besorgte Anwohner die Polizei verständigen. Keine Frage also, dass ich beschließe, mit dem Trailen weiterzumachen.
Bei der ersten Stunde versteckt sich Ute, die Myway eigentlich von Kleinauf kennt. Aber heute möchte er nicht einmal ein Leckerli von ihr annehmen - und die Belohnungsportion nimmt er auch nur an, wenn sie weit genug weg von Ute steht. An dieser Einstellung ändert das Sheltie auch im Verlauf der Trainingsstunde nichts.
Bei der 2. Stunde nehme ich als Versteckperson dann Herrchen mit. Das findet Myway dann ganz prima. Herrchen finden macht Spaß. Und dabei zeigt er deutlich, dass er die Sache mit dem Suchen und Finden genau verstanden hat. Trotzdem muss Herrchen auch bei der 3. Stunde wieder mit. Es ist eisig kalt, Herrchen sitzt zwischendurch mit laufendem Motor im Auto und ich fürchte schon, dass er uns als Zielperson abspringen könnte.
Aber bei der 3. Stunde ist es frühlingshaft warm und mein Göttergatte taut auf.
Myway freut sich richtig, als er merkt, was Sache ist. Als Sabine Peter versteckt hat und uns ruft, ist der Kleine voll motiviert. An der Geruchsprobe wäre er am liebsten vorbei gelaufen, schließlich weiß er, wonach er sucht.
Heute ist auch Hope dabei, ihre erste Trailstunde. So richtig eingestehen möchte ich mir nicht, dass ja irgendwann mit Agility Schluß ist und wir dann eine Alternative brauchen, um weiterhin zusammen Spaß zu haben.
Hope schnuppert an Utes Taschentuch und müsste eigentlich nur um die Ecke laufen, um Ute zu finden. Aber da Frauchen zurückbleibt, ist sie irritiert, setzt sich hin und guckt mich an. "Hej Frauchen, was ist los, was soll ich machen?"
Doch von Frauchen kommt erst mal keine Hilfestellung, ich unterhalte mich mit Sabine über Agility-Hunde, die Eigeninitiative erst mal wieder lernen müssen. Dann gehe ich aber doch einen Schritt in Utes Richtung - und das schlaue kleine Borderle hat die Sache verstanden. Beim 2. Versuch klappt es schon viel besser - und dann ist erst mal Pause im Auto.
Auch die 2. Runde klappt mit Hope schon super, vollkonzentriert folgt sie der Fährte und läuft erst mal an der Zielperson vorbei, bis sie merkt, dass die Fähre aufhört.
Mit Hope macht Trailen auf Anhieb richtig Spaß und ich werde auch mit ihr auf jeden Fall weitermachen.
Samstag, 10. März 2018
Donnerstag, 4. Januar 2018
Wo ist nur der Spaß geblieben ...?
Agility ist meine Leidenschaft. Wenn ich auf das Jahr 2018 schaue, dann ist da eine Liste mit tollen Turnieren und Events, bei denen ich nicht nur mit den Hunden im Parcours Spaß habe, sondern auch der gesellige Teil mit Freunden und Bekannten nicht zu kurz kommt.
Ohne Agility mag ich mir 2018 gar nicht vorstellen. Zum Glück ist mein Hopsi fit und genauso Agi-verrückt wie ich.
Aber beim Sheltie habe ich das Gefühl, dass ich in letzter Zeit zu viel erwartet und vorausgesetzt habe. Myway hat Spaß am Training, aber im Turnier lenkt ihn das ganze Drumherum einfach zu sehr ab. Und er merkt natürlich, dass mich das zunehmend wahnsinnig macht, wenn er mitten im Parcours stehen bleibt, am Hindernis vorbeiläuft, dann von der falschen Seite springt und der gleichen Scherze mehr. Nach seinem desaströsen ersten Start hatte er ich ja eigentlich schon ganz gut gemacht, wir hatten ein paar recht nette Läufe, zwischendurch hat es sogar Spaß gemacht mit ihm.
Aber seit dem Turnier am Wochenende, wo ich ihn mal an den Start zurückgesetzt habe, weil er schon am 2. Hindernis gedisst hat, habe ich das Gefühl, dass unsere Beziehung einen Knacks hat. Dass er nicht mehr so freudig und unvoreingenommen ist. Und das tut mir unendlich weh. Und lieber mache ich kein Agility mit dem Sheltie als um diesen Preis.
Also habe ich erst mal alle Verpflichtungen runtergefahren. Auch was Training betrifft. Die nächsten Turniere werde ich entweder abmelden oder ich schaffe es, meine Einstellung zu ändern.
Er muss nicht der schnellste Hund sein, nicht vorne mitlaufen - aber er soll Spaß haben. Sonst macht es mir auch keinen Spaß ...
Ohne Agility mag ich mir 2018 gar nicht vorstellen. Zum Glück ist mein Hopsi fit und genauso Agi-verrückt wie ich.
Aber beim Sheltie habe ich das Gefühl, dass ich in letzter Zeit zu viel erwartet und vorausgesetzt habe. Myway hat Spaß am Training, aber im Turnier lenkt ihn das ganze Drumherum einfach zu sehr ab. Und er merkt natürlich, dass mich das zunehmend wahnsinnig macht, wenn er mitten im Parcours stehen bleibt, am Hindernis vorbeiläuft, dann von der falschen Seite springt und der gleichen Scherze mehr. Nach seinem desaströsen ersten Start hatte er ich ja eigentlich schon ganz gut gemacht, wir hatten ein paar recht nette Läufe, zwischendurch hat es sogar Spaß gemacht mit ihm.
Aber seit dem Turnier am Wochenende, wo ich ihn mal an den Start zurückgesetzt habe, weil er schon am 2. Hindernis gedisst hat, habe ich das Gefühl, dass unsere Beziehung einen Knacks hat. Dass er nicht mehr so freudig und unvoreingenommen ist. Und das tut mir unendlich weh. Und lieber mache ich kein Agility mit dem Sheltie als um diesen Preis.
Also habe ich erst mal alle Verpflichtungen runtergefahren. Auch was Training betrifft. Die nächsten Turniere werde ich entweder abmelden oder ich schaffe es, meine Einstellung zu ändern.
Er muss nicht der schnellste Hund sein, nicht vorne mitlaufen - aber er soll Spaß haben. Sonst macht es mir auch keinen Spaß ...
Montag, 6. November 2017
In guten wie in schlechten Tagen ...
Okay, schlecht ist natürlich maßlos übertrieben. Ich liege nur mit einer fiesen Erkältung darnieder und fühle mich wie übel abgeschlagen. Aber die beste Medizin sind meine Vierbeiner. Die Hunderunde bis zur Wiese abkürzen? Keine Thema, wir machen unsere Geschäfte eben bissi schneller. Mittagsschlaf statt Clicker- oder Agitraining? Kein Problem, Frauchen, bissi Schlaf tut uns auch gut.
Das Sheltie ist vor lauter Mitgefühl sogar selber ein wenig krank und weicht mir nicht von der Seite.
Wenn man schon krank sein muss - dann mit den besten Hunden ever.
Das Sheltie ist vor lauter Mitgefühl sogar selber ein wenig krank und weicht mir nicht von der Seite.
Wenn man schon krank sein muss - dann mit den besten Hunden ever.
Samstag, 4. November 2017
6 Tage Agilityturnier in Mendig - Mega-Spaß en block
Zu den Anfängen meiner Agiitylaufbahn mit der Koboldprinzessin habe ich mich noch gefragt, ob ein 2-Tage-Seminar zu viel für sie sein könnte. Mittlerweile ist klar, dass Hopsi bei 6 Tagen Turnier noch lange nicht genug hat. Eigentlich war sie eher ein bisschen enttäuscht, als sie an Tag 7 merkte, dass die Zeichen auf Heimreise stehen ...
Myway hatte ich nur die letzten 2 Tage gemeldet und bis dahin täglich an der Desensibilisierung gegen die doch sehr lauten Hallenreize gearbeitet. Hätte ich mir sparen können, er fand es trotzdem gruselig und ist gelaufen wie beim allerersten Mal ...
Bei Hope und mir lief es leider auch nicht wirklich rund. Mein Plan war, definierter und weniger hektisch zu führen. Hat soweit auch geklappt, nur leider hat Hopsi das nicht so ganz verstanden und sich eigene Wege gesucht. Und die lieben Zonen haben zusätzlich Punkte gekostet - Freitag wären wir echt auf dem Treppchen gewesen, wenn Madame die Wippe nicht zum Katapult erklärt hätte.
Trotz aller Meckerei: es waren schöne Läufe dabei, der Slalomeingang auf Distanz war mega, wir hatten eigentlich immer nur ein Dis und sind in den sehr anspruchsvollen Parcours nicht per se gescheitert.
Die Atmosphäre war in Mendig wie immer genial. Gute Läufe und sogar gelungene Sequenzen werden gefeiert. Mendig hat einfach ein super Publikum. Und durch die vielen Kontakte und Gespräche am Spielfeldrand lernt man immer wieder neue nette Leute kennen und erfährt am Rande sehr viel über alles mögliche Agi-Drumherum.
Über Myway Läufe breite ich mal lieber den Mantel des Schweigens. Wir sind beim letzten A-Lauf zwar auf dem Treppchen gelandet - aber ich bin doch eher frustriert und kann den Euphemismus, dass das irgendwann mal besser wird, nicht wirklich teilen.
Ich tu dem Kleinen vermutlich bitter unrecht - er gibt sich ja alle Mühe - aber es macht halt einfach keinen Spaß, jeden Meter zu motivieren.
Myway hatte ich nur die letzten 2 Tage gemeldet und bis dahin täglich an der Desensibilisierung gegen die doch sehr lauten Hallenreize gearbeitet. Hätte ich mir sparen können, er fand es trotzdem gruselig und ist gelaufen wie beim allerersten Mal ...
Bei Hope und mir lief es leider auch nicht wirklich rund. Mein Plan war, definierter und weniger hektisch zu führen. Hat soweit auch geklappt, nur leider hat Hopsi das nicht so ganz verstanden und sich eigene Wege gesucht. Und die lieben Zonen haben zusätzlich Punkte gekostet - Freitag wären wir echt auf dem Treppchen gewesen, wenn Madame die Wippe nicht zum Katapult erklärt hätte.
Trotz aller Meckerei: es waren schöne Läufe dabei, der Slalomeingang auf Distanz war mega, wir hatten eigentlich immer nur ein Dis und sind in den sehr anspruchsvollen Parcours nicht per se gescheitert.
Die Atmosphäre war in Mendig wie immer genial. Gute Läufe und sogar gelungene Sequenzen werden gefeiert. Mendig hat einfach ein super Publikum. Und durch die vielen Kontakte und Gespräche am Spielfeldrand lernt man immer wieder neue nette Leute kennen und erfährt am Rande sehr viel über alles mögliche Agi-Drumherum.
Über Myway Läufe breite ich mal lieber den Mantel des Schweigens. Wir sind beim letzten A-Lauf zwar auf dem Treppchen gelandet - aber ich bin doch eher frustriert und kann den Euphemismus, dass das irgendwann mal besser wird, nicht wirklich teilen.
Ich tu dem Kleinen vermutlich bitter unrecht - er gibt sich ja alle Mühe - aber es macht halt einfach keinen Spaß, jeden Meter zu motivieren.
Mittwoch, 25. Oktober 2017
Intaktes gemischtes Rudel - funktioniert mittlerweile besser als gedacht
Kastration ist (wie Ernährung und eine ganze Menge anderer Dinge) unter Hundehaltern ein heiß diskutiertes Thema, meist mit mehr Emotionen als mit Sachverstand geführt.
Donna, meine erste Hündin, habe ich damals auf Anraten meines damaligen Tierarztes nach der ersten Läufigkeit kastrieren lassen. Ich dachte schon, dass ich dem Hund damit einen Gefallen tue, im Sinne der Krebsvorsorge wie auch gegen psychische Frustrationsleiden. Wie schon geschrieben, war ich damals blutiger Hundeanfänger - und die ganze Sache mit der Läufigkeit, mit ungewollter Schwangerschaft, mit wochenlanger Isolation der Hündin haben mich schon schwer beeindruckt.
Als Donna aus der Narkose erwachte laut weinte, habe ich diese Entscheidung das erste Mal bereut. Und mittlerweile bereue ich sie jeden Morgen, wenn dank Inkontinenz die Nacht um sechs zu Ende ist und immer, wenn sich Donna gegen Hope nicht wehrt, wenn der Kobold mal wieder mobbt.
Bei Fly war die Sache einfach - er kommt aus dem Tierschutz und war bereits kastriert.
Hope war mit anderthalb als sie zu uns kam, angeblich das erste Mal läufig. Aber sie war so ein unsicheres Wuselchen, bei einer Kastration hätte ich Sorge gehabt, dass sie völlig zusammenbricht.
Hope war in ihrer Läufigkeit auch eher pflegeleicht, meist habe ich nur an den Avancen, die sie dem recht peinlich berührten Fly machte, gemerkt, dass es wieder einmal so weit ist.
Bei der ersten Läufigkeit, die Myway miterlebte, war er ca. ein Dreivierteljahr, schwer beeindruckt von der Sache, auch wenn er nicht genau wusste, wovon. Hinten und vorne oder seitlich war ihm zum Glück egal, aber wir waren trotzdem sehr froh, als der Campingurlaub zu Ende war und wir die beiden trennen konnten.
Strikte Trennung war auch im Frühling diesen Jahres das Mittel der Wahl. Hope blieb in meinem Büro, wo ihre Box steht und der Kleine stand vor der Tür und jammerte. Das Thema Kastration haben wir natürlich wieder einmal diskutiert - aber diese Entscheidung war bei mir mittlerweile klar negativ besetzt und wurde dann einfach vertagt.
Letzten Sonntag, als wir vom Turnier kamen, fand ich die Situation definitiv unerträglich. Hope war von jetzt auf gleich (zumindest empfand ich das so) in der Standhitze und mischte Myway und Fly so richtig auf. Sofortige Trennung, klar. Myway jammerte und bekam blöderweise auch noch Trost von mir. Ich hatte wirklich Sorge, dass er durch Triebstau gesundheitlich Schaden nehmen könnte. Obwohl seit den ersten Anzeichen der Läufigkeit Agnes castus bekam und Hope Apfelessig. Selbst Fly stieg in das Dramarama mit ein. Myway versuchte, sich auf dem Sofa an mir zu juckeln, später geriet er mit Fly aneinander und ich erlebte das Sheltie erstmalig mit gebleckten Zähnen und wild knurrend.
Im Anschluss an einen anstrengenden Turniertag war ich mit der Situation ziemlich überfordert und wollte erst mal eine dicke Tüte Mitleid in der WhatsApp-Gruppe. Meinen Göttergatten habe ich sehr bedauert und bin direkt erleichtert am nächsten Morgen ins Büro.
Doch Göga meinte, eigentlich wäre alles ganz "okay" gewesen. Und da verdichtete sich mein Verdacht, dass ich und meine Reaktion Teil des Problems sind.
Also habe ich mal die Tante Google bemüht und mich durch jede Menge Seiten mit Erfahrungsberichten gelesen. Waren alles entspannte Mehrhundehalter mit gemischtem Rudel, die das schon lange so durchziehen. Klar werden die läufigen Hündinnen von den Rüden getrennt, aber die ganz strikte Trennung ist nur während der Standhitze erforderlich. (Und unbeaufsichtigt trotzdem nicht). Und in den meisten Fällen sollte nach ein paar Tagen wieder Normalität eintreten.
Das Rüden die Sache mit der Zeit immer lockerer nehmen und das auch alles ganz natürlich ist, machte mir die Sache leichter.
Statt Mitleid bekam das Sheltie nun ein gelassenes "Stell dich nicht so an". Schmuseeinheiten habe ich sofort beendet, wenn er juckeln wollte. Die Sache mit Fly behielt ich im Auge und konnte, einmal gewarnt, Situationen im Vorfeld entschärfen.
Wie heißt es so lapidar: Wenn du die Situation nicht ändern kannst, ändere deine Einstellung dazu. Bei mir hat es jedenfalls funktioniert. Sowie ich die Sache entspannter anging, waren die Hunde auch entspannter.
Heute ist Mittwoch - die Standhitze ist vorbei und die Tür zu meinem Büro wieder offen. Das Sheltie sitzt leise klagend vor Hopes Box - und traut sich nicht rein. Sonst fliegt er nämlich gleich wieder raus.
Nein, ich glaube sicher nicht alles, was im Internet steht. Auch Tierärzten glaube ich nicht alles. Aber ich bin sehr froh, dass ich jetzt sicher weiß, das unser Rudel auch ohne Kastration die Läufigkeiten überstehen kann.
Und deswegen habe ich die Geschichte auch aufgeschrieben. Vielleicht hilft sie irgendwann mal irgendjemand.
Über konstruktive Diskussion, weitere Tipps und Ideen oder auch andere Erfahrungsberichte freue ich mich wie immer sehr.
Sicherheitshalber sei noch erwähnt, dass gesundheitliche Probleme, permanente Scheinschwangerschaften oder ähnliches durchaus Gründe für eine Kastration darstellen können. Hier ging es mir lediglich darum, ob und wie grundsätzlich ein gemischtes intaktes Rudel auch in den heißen Tagen halbwegs entspannt gelingen kann.
Samstag, 21. Oktober 2017
Mit Doppelsilber im A-Lauf beenden wir die Outdoor-Agility-Saison 2017
Hört sich richtig klasse an, oder? So richtig erfolgreich. Und wer heute in Gernsheim nicht dabei war, der glaubt das sogar.
Wobei natürlich richtig ist, dass beide Hunde im A-Lauf den 2. Platz erreicht haben. Hope sogar hochverdient, denn der Parcours von Nikolas Koch war schon extremst kniffelig. Bei 33 Startern gab es nur 3 Nuller. Und da die Koboldprinzessin läufig ist, waren wir mit Startnummer 100 der letzte Starter. Und ich wusste: es gibt nur 2 Nuller. Meine liebe Agility-Kameradin Susanne Henkel baute mit wenigen Worten dann richtig Druck auf. Mein Mentaltrainer Friedrich lese dies bitte nicht und schon gar nicht hier jetzt weiter: Ich flatterte wie ein aufgeschrecktes Vögelchen durch den Parcours, schaffte keinen der geplanten Wechsel, stand meiner Hope entweder im Weg rum oder verweigerte ihr jegliche Informationen über den weiteren Parcoursverlauf (manchmal schaffte ich beides sogar gleichzeitig). Nein, das ist keine überzogen negative Selbsteinschätzung, sondern durch das Video und die kritischen Kommentare von Ingeborg und Susanne bewiesen. Aber Hope wurde wieder einmal ihrem Ruf gerecht und war einfach nur MEGAbrav. Hochkonzetriert erriet sie Frauchens Gedanken, vervollständigte halbherzige Kommandos und traf sogar jede Kontaktzone.
Die Hopsi ist einfach die Allerbeste.
Myway war - vielleicht auch wegen Hopes Läufigkeit - extrem unkonzentriert und abgelenkt. Mit 2 Verweigerungen kamen wir irgendwann im Ziel an, ich war schon recht gefrustet, weil das heute so ein dermaßener Rückschritt war. Aber da er ein Rüde ist, lag es vielleicht wirklich an den Hormonen.
Nichtsdestoweniger liebe ich dieses kleine Sheltieteil so sehr. My ist so sensibel, so zart und zärtlich, so rücksichtsvoll, er kann mit mir reden - und eigentlich ist er ist extrem tapfer, wenn er trotz aller Gespenster im Turnierparcours mit seinem Frauchen arbeitet. Wenn ich fair bin, hat er sich doch ganz schön positiv entwickelt, der kleine Piepsi.
Echt keine Sternstunde des Agility ... Hope
Mittwoch, 4. Oktober 2017
Wir brauchen kein Training, wir brauchen ein Wunder ...
Dass sogar mein Trainer mich für meine Geduld bewundert, ist schon überraschend. Ich finde mich jetzt eher nicht so geduldig - eine Einschätzung, die von meiner Familie heftig nickend bestätigt wird.
Aufgeben kommt allerdings auch nicht in Frage. Ob das nun auch eine Form von Geduld ist, sehe ich jetzt eher als philosophisch und insofern wenig zielführend.
Für diejenigen von euch, die mich nicht näher kennen, sollte ich vielleicht doch erwähnen, dass Myway nicht als Hochleistungssportgerät angeschafft wurde. Agility ist meine große Leidenschaft - und natürlich habe ich gehofft, sie auch mit dem Sheltie teilen zu können.
Wie heißt es so treffend: alles kann, nichts muss. Ich bin überzeugt davon, dass unsere Hunde uns nicht zufällig aussuchen - und wie jede Begegnung einen Sinn hat.
Wenn ich mit Myway beim Musikhören in der Küche spontane Choreografien tanze und wir beide sehr viel Spaß dabei haben, dann ist das Sheltie vielleicht der Hund, mit dem ich am Dogdance richtig Spaß haben kann. Die anderen Hunde fanden Dancen alle eher doof.
Myway findet aber auch Agility toll. Jedenfalls das Training. Da hat er so viel Spaß gezeigt, dass sein Einbruch bei Turnieren für mich völlig unerwartet kam.
Unser Bindung hat das nicht geschadet, eher im Gegenteil. Dieser kleine Plüschpopo hat so viele wunderbare Stärken, ist so einfühlsam, sozial, fröhlich, albern, immer zu allem bereit, neugierig - er muss nicht, er soll nicht, er darf gar nicht perfekt sein. Das bin ich ja auch nicht. Nicht mal geduldig ...
Es ist schwer zu verstehen und noch weniger zu erklären - aber je weniger es im Turnier mit Myway klappte, um so stärker wurde unsere Bindung, um so deutlicher sah ich den kleinen Hund jenseits des Agilityparcours. Um so bedingungsloser liebte ich ihn.
Ob es nun daran liegt oder an den Zauberkügelchen einer Freundin oder einfach daran, dass Sicherheit und Erfahrung Myways Fokus mehr auf den Parcours als auf das Drumherum richtete - letztes Wochenende hat es das erste Mal so richtig Spaß gemacht mit ihm auf Turnier. Und das liegt nicht an den Platzierungen und Preisen. Sondern daran, dass wir das erste Mal als Team unterwegs waren. Und das macht mich schon sehr froh - und ich freue mich endlich wieder auf Training und Turniere ... Dogdance und alles andere können wir ja trotzdem machen - und vielleicht entdecken wir eine ganz neue gemeinsame Leidenschaft.
Shelties sind einfach was Besonderes ... wie jeder Hund <3
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