... und plötzlich findest du ein Ei und bist Drachenmama. Kleine Drachen sind eigensinnig, stark und eine wahre Herausforderung. Aber wenn sie dich als Reiterin anerkennen, fliegen sie für dich durch alle Feuer und kämpfen mit allen Mitteln - "Dracarys"!
Drachen kann man nicht erziehen, Druck ist kontraproduktiv - frau muss sie lieben und ihnen helfen, zu verstehen, den Willen schüren, zu kooperieren.
Drachen sind Schicksal. Dem man nicht entkommen kann.
Die Bindung zwischen mir und Taran wird immer intensiver, freudiger. Den Steg haben wir in 2 Lektionen verstanden, die Wand in einer. Natürlich konnte er das bei seinem ersten Start noch nicht abrufen.
Aber Taran war so kooperativ, sicher auch beeindruckt von der ganzen Atmossphäre, er hat mit mir gearbeitet, gekämpft, sich korrigieren lassen - und auch im "Vorgarten" vom Bus'chen war er überraschend pflegeleicht. Nach den drei Tagen in Messelhausen hat er er erst mal 3 Tage fast nur geschlafen ... und wich mir nicht mehr von der Seite. Und der Hauptgrund, mit ihm schon zu starten, war das Einmessen. Mein selbst gebastelter Messbogen aus 2 Zollstöcken, 4 Kapelbindern und einem Pflanzstab wies ihn zwar eindeutig als Medium aus - aber ich wäre mit Taran in Intermediate nicht gestartet, dafür hat er einfach zu kurze Beine.
Das Wetter in Messelhausen über Pfingsten war usselig. Regen, manchmal kam Regen dazu und ab und zu hat es mal geregnet. Die Temperaturen waren mit einer warmen Jacke ganz angenehm - aber in Neu-Ulm habe ich dann wieder einmal festgestellt, dass es einfacher ist, sich warm anzuziehen als sich sich abzukühlen ...
Eigentlich wollte ich ja nur mit Jaro zu BAM fahren, aber da ich für Taran noch einen Trainingsplatz bekommen konnte, kam er dann doch mit. Als Zuschauer.
Das Training war sehr intensiv. Harte Arbeit. Er hat es uns nicht leicht gemacht und war durch die Temperaturen und das Zusehen vorher schon ziemlich durch den Wind. Und Frauchen hat es dem Trainer auch nicht leicht gemacht, weil sie zu viel voraussetzt und mal zu viel und mal zu wenig "hilft". Aber am Ende hat der kleine Drache einen sauberen Flug durch den Parcours geschafft.
Um halb neun Uhr abends kamen wir dann in Neu-Ulm an. Immer noch abartige Temperaturen. Heckzelt, Zaun und das restliche Drumherum aufgebaut, dann war es schon dunkel. Memo an mich: nächstes Mal muss eine sinnvolle Beleuchtung an Bord sein. Zwischendurch am Kanal Gassi gewesen, Hunde gefüttert, mit Nachbars noch ein Glas Wein getrunken und ab ins Bett. Brrr, es wurde doch ganz schön frisch die Nacht.
Dafür Freitag dann um die 30 Grad. Die Kühlbox hat aufgegeben und ich musste lauwarmen Wein trinken. Jaro hatte Spaß im Kanal und Taran ist zwar nicht ins Wasser aber hatte trotzdem Abkühlung.
Über den ersten Lauf schweigen wir besser. War nicht mein Parcours, eigentlich konnte ich ihn mir schon nicht wirklich merken - und Jaro den Weg vermitteln ging somit schon gar nicht. Bei der Racenight kamen wir zumindest in die 2. Runde - aber Bubsle war mehr am Schnuppern als am Zuhören ...
Exkurs Drache: Beim ersten Start habe ich Taran noch am Geschirr angebunden, was anhaltenden Protest zur Folge hatte. Dann habe ich beschlossen, ihm (und dem Zaun) zu vertrauen ... er blieb ganz brav und ohne Gemecker im Vorgarten.
Meine Motivation war trotzdem temperaturbedingt nicht besonders ausgeprägt. Samstags knackten wir die 30 Grad-Marke und selbst das kalte Wasser aus dem Gartenschlauch konnte immer nur kurz abkühlen. Jaro plantschte im Kanal und Taran war kurz davor ...
Beim sehr schönen A-Parcours war das Außen kaputt, im Jumping klappte dann das von hinten führen ziemlich gut - eine Verweigerung. Zum Glück kein Finale und ich litt immer mehr unter dem Temperaturen. Für Sonntag war Unwetterwarnung und das gehörte nicht so zu den unbedingt erforderlichen Erlebnissen im Bus'chen ... Also den Sonntag abgemeldet und mehr oder weniger fluchtartig die Heimreise angetreten.
Ja. Ich hätte mir das alles auch sparen können, hatte die ganze Zeit überlegt, gleich ganz abzumelden. Aber dann wäre diese Geschichte doch ganz schön kurz geworden ...
Die nächsten Wochen gehören dem Training. Vor allem mit dem Drachen. Und ich freu mich auf den Moment, wo ich wieder "Draconys" sagen kann ...





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen