Sind das alles Ihre??!! Meist ist das weniger eine Frage als eine Feststellung, begleitet von mehr oder weniger erkennbarem Wohlwollen. Meist eher weniger. 4 Hunde sind für die meisten Mitmenschen sozial sogar noch weniger akzeptabel als 4 Kinder. Bei mehr als 2 Nachkommen folgt meist unweigerlich der Hinweis auf den Karnickelpaß, bei Mehrhundehaltung wird dann die Tiermessie-Keule geschwungen.
Auf Agilityturnieren bin ich mit meinem Rudel dann schon eher Durchschnitt. Weniger als zwei Hunde findet man eigentlich nur bei Neueinsteigern in diesen wunderbaren Sport. Und die Profis sieht man dann auch gerne mal mit deutlich mehr als 4 Hunden.
Unser Rudel erklärt sich dann ab Hund 3 schon auch mehr oder weniger über das Agility.
Donna von den Hardsteins-Wiesen, geboren am 25. Februar 2004, war unser erster Hund. Peter und ich waren damals noch nicht verheiratet und hatten jeder eine eigene Wohnung. Trotzdem musste ich ganz schön Überzeugungsarbeit leisten, bis er meine Idee, endlich bekommt Petrinchen einen eigenen Hund, gutheißen konnte. Mein damaliger Vermieter war da fast noch aufgeschlossener. Juhu, jetzt brauche ich nur noch einen Hund. Eigentlich machte ich alle Amfängerfehler auf einmal. Keinen Plan, welche Rasse, keine Info über den Züchter. War ein Feiertag im Juni 2004, ich schlage das Käsblättchen auf und gucke bei Tieren. Na, da ist es doch schon: "Border Collie-Welpen suchen sportliches Zuhause." Naja, wirklich sportlich war ich damals nicht, also rief ich den Züchter mal an und fragte mal nach. Nun ja, so sportlich bräuchte ich gar nicht sein, meinte er, und ich solle doch einfach mal gucken kommen. Ja, die Welpen waren denn auch schon 13 Wochen, das erklärt im Nachhinein so einiges.
Vor Ort waren da 2 Junghündinnen, Donna hatte sich sofort für uns entschieden, also kurze geschäftliche Interaktion mit dem Züchter und schon fuhren wir mit dem neuen Familienmitglied nach Hause.
Eine ausführliche Vorstellung gibt es unter dem Punkt *Donna. Hier nur kurz erwähnt, dass wir so ein Glück mit der Süßen hatten. Pflegeleicht, gechillt und einfach nur ein Gewinn für die ganze Familie.
Soviel Entgegenkommen besaß Fly, unser nächster Hund, der 2006 bei uns einzog, nicht.
Entdeckt hatte ich Fly, der zu dieser Zeit noch Goofy hieß (ein untragbarer Name für uns) in einem Border-Collie-Forum. Goofy war ein Hinterhofhund, der in einem Tierheim bei Madrid gelandet war und in eine Tötungsstation überstellt werden sollte.
Auf dem Bild im Forum schaute er mit großen Comic-Eyes in die Kamera und mein Herz schmolz sofort dahin. Familienrat war sich einig und schon ging die Nachricht an Perricus, dass wir den Kleinen aufnehmen würden. Nach einigem Hin und her - zwischendrin hieß es, Goofy wäre bereits vermittelt - holten wir unseren Zuwachs am 25. November 2006 irgendwo im Erzgebirge bei Seiffen ab. Als der Kleine mitten in der Nacht endlich bei uns eintraf, war schon der 26. November und insofern mein Geburtstag. Die Nacht blieb schlaflos, der Kleine war völlig aus der Spur und rannte in unserem Apartment nur auf und ab, hin und her. Am nächsten Morgen ging es nach Hause mit Zwischenstop auf einem Parkplatz in Würzburg, wo wir den 3-beinigen Toby, ebenfalls aus Spanien, seiner Pflegefamilie übergaben.
Donna war natürlich mit dabei und fand den Neuzugang eher nicht so passend.
Endlich daheim gab es noch ein wenig Geburtstagsfeier für mich. Meine Eltern und die Mädels fanden Fly klasse und wir lernten schnell, dass nichts in einer Höhe unter 1,80 vor Fly sicher war.
Aber er lebte sich schnell ein und eroberte alle Herzen im Sturm.
So gingen wir glücklich ins Bett - und danach begann Fly, mir alles beizubringen, was ich über Hunde, Erziehung und Ausbildung eigentlich gar nicht hätte wissen wollen.
Mehr dazu unter *Fly.
Der Einfluß von Fly auf unser Leben war schon nachhaltig. Am nachhaltigsten war dann langfristig, dass er mich zum Agility brachte. Eigentlich nur weil er so hoch springen konnte. (Ja, es war doch ganz gut, dass er mir viel über Hunde und das Leben mit ihnen beigebracht hat). Für den kleinen spanischen Clown war Agility dann doch nur ein lustiger Zeitvertreib, für Donna und mich wurde es Leidenschaft.
Unsere Wochenenden verbrachten wir auf Turnieren, wenn wir einen Startplatz ergattern konnten. Das war 2007 -2010 noch gar nicht so einfach. Viel weniger Turniere als heute. Kein Webmelden. Und als unbekannter Starter war es sowieso schwierig. Wenn man doch ein Turnier gefunden hatte, wurde die Startgebühr als Verrechnungsscheck mit einem unterschriebenen Meldezettel an den ausrichtenden Verein geschickt. Das ist heute so unvorstellbar, dabei ist das noch gar nicht sooo lange her.
Mein unsäglicher Doppelname ist eigentlich nur der Tatsache geschuldet, dass ich nach meiner Hochzeit mit Peter nicht mit einem neuen Namen als Unbekannte von vorne anfangen wollte. Doch der Name hielt länger als mein Agi-Traum mit Donna. Bei einem Spaziergang nach unserer Hochzeit 2010 sprang sie in einen Tümpel und verletzte sich den Ellenbogen vorne links. Nie wieder Agi. Sagte der damalige Tierarzt.
Fast 2 Jahre ohne meinen Sport folgten. Ich zog mich aus allem zurück, weil ich es einfach nicht ertragen konnte. Ende 2011 - da gab es dann schon Facebook, klickte ich versehentlich ein Foto an, auf dem die Quechua-Zelte am Rande eines Parcours zu sehen waren. Es war ein so schmerzhafter Stich mitten in Herz.
Und das gab den Ausschlag für Hund Nummer 3. Eigentlich sollte es ja ein Sheltie werden. In diese Rasse hatte ich mich schon vor Jahren verliebt und machte mich gleich mal auf die Suche nach einer passenden Wurfplanung. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Meinen ersten Spaziergang mit werdenden Sheltie-Mamas hatte ich gerade hinter mir und eigentlich gab es da nur die Frage, für welche Mama, für welchen Wurf ich mich wohl entscheiden sollte. Und dann war da die e-Mail von einer früheren Agi-Bekannten: "Border Collie Hope sucht ein Zuhause. Sie möchte so gerne arbeiten, saugt alles Neue auf wie ein Schwamm, aber Ziegen hüten möchte sie so gar nicht." Dazu ein Foto, das mitten in mein Herz traf. Familienrat war kurz. Das Telefonat mit Judith auch. Wozu lange reden, wenn die Entscheidung eh klar ist. Und so zog dann Hope, meist Hopsi oder Hopseding genannt, bei uns ein. Der Name kommt nicht von ungefähr. Hope ist der einzige Hund, den ich kenne, der so richtig auf Zehenspitzen laufen kann. Aber meist hat sie so einen unbeschwert-hüpfenden Laufstil, den ich noch nie bei einem anderen Hund gesehen habe.
Gäbe es einen Filmtitel für diesen nun beginnenden Lebensabschnitt, wäre das ganz klar "Die Hope war ihr Schicksal". (Für jüngere Leser, "die Kaine war ihr Schicksal" ist ein alter Filmklassiker aus den 50er oder 60er Jahren). Über die ersten Tage, Wochen und unsere ersten Begegnungen mit Agility, ist unter *Hope ganz viel zu lesen.
Die Beziehung zu einem Hund, mit dem man arbeitet, eine Leidenschaft teilt, ist immer etwas ganz besonderes ist - doch Hope ist mehr, sie ist mein Schicksalshund, mein Seelenzwilling, mein Glück auf vier Pfoten. Und ich mir nicht mal sicher, ob Hope bewusst ist, dass sie ein Hund ist - oder dass sie kein Mensch ist. Mit mir "redet" sie immer. Nicht nur durch den hypnotischen Border-Blick, nein, sie bellt auch nicht. Sie gibt Laute von sich, die am ehesten noch an Chewbaka aus Starwars erinnern, nur manchmal eher in Sopran.
... "und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute". Tja, dazu fühlte ich mich dann noch nicht alt genug. Und irgendwann brauchte es natürlich einen Nachwuchshund. Und da es in einem Umfeld plötzlich immer mehr Shelties gab, war die Zeit nun reif, diesen Traum wieder aufleben zu lassen. Kaum hatte ich meinem Göttergatten ein "naja, gut, nächstes Jahr" abgerungen, war auch schon Januar und die Züchterin, von der ich eigentlich gerne einen Welpen gehabt hätte, teilte ein Foto von einem Sohn ihres Rüden. Und da war er wieder, dieser magische Moment, in dem ich genau wußte: daß ist mein Hund. Dieses kleine Meerschweinchen guckte mich durch den Bildschirm so intensiv an, dass es auch schon völlig egal war, dass der Kleine nicht schwarz-weiß war. Dark-sable nennt sich die Farbe, mein Göttergatte nannte es Blondinen-Nachwuchs. Und so erklärt sich auch schon der Blog-Titel: schwarz-weiß-blond.
Mehr zum Sheltie mit den eindrucksvollen Namen unter *Myway
Ja, das war dann erst mal die grobe Vorstellung - ausführliche Infos zu den Fallnasen unter *Donna *Fly *Hope *Myway.
Und wer gerne mehr lesen möchte, findet hier immer wieder die aktuellen Updates.
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