Samstag, 27. April 2019

Little Lord Lasse ...


Zugegeben, der kleine Lord Fauntleroy polarisiert. Meine Mutter findet ihn unerträglich altklug, für meine Mädels und mich gehört er zum weihnachtlichen Pflichtprogramm.

Wie ich allerdings auf die Verknüpfung von Cedrik zu Lasse kam - keine Ahnung. War irgendwann in dieser gedanklichen Schwerelosigkeit kurz vor dem Einschlafen oder Aufwachen. 

Und ohne diese spontane Idee jetzt auf den Prüfstand stellen zu wollen: ich finde, es hat was. Lassie ist schon wirklich ein ganz schön wenig altklug, dabei immer bemüht, möglichst alles richtig und bloß nichts falsch machen zu wollen.  

Aber egal wie man den kleinen Schatz filmisch einordnen möchte: bei uns hat seine Lordschaft auf jeden Fall seinen Platz gefunden. Und ergänzt das Rudel perfekt. So viel Harmonie und Sonnenschein hatte ich irgendwie noch nie. Und das betrifft natürlich nicht nur Lasse, sondern die gesamte Chaostruppe.

Im Moment ist ein ziemlicher Fokus auf der Begleithundeprüfung, die am 11. Mai stattfinden soll. Eigentlich weiß Li-La-Lassie worum es geht. Bombastische Ablage, ganz viel will-to-please bei der Fußarbeit. Aber wie sagte der Richter bei der letzten BH mit Myway: ich hätte es dem kleinen Sheltie unglaublich schwer gemacht und in meiner Nervosität völlig abartige Kehrwendungen gemacht, Winkel gelaufen wie ein Hase Haken schlägt ... also liegt das Problem nicht bei Lassie, sondern bei mir.

Außerdem haben wir das Wackelbrett für die Wippen-Vorbereitung ausgepackt und trainieren natürlich die Zonen. Letztes Wochenende hat Lassie sogar schon in der Halle in Östringen mit trainiert - da geht es aber mehr um Triebaufbau, Gerätefokus und natürlich vor allem um Spaß!






Samstag, 16. März 2019

Update 2019 - läuft!

Nach meinem letzten Post über den Herbsturlaub ging die Agility-Outdoor-Saison denn auch zu Ende und wir verbringen die Wochenenden im Agi-Mobil, das meist in Östringen parkt. Dort sind wir auch prickelnd in 2019 gestartet, das nun bald schon zu einem Drittel wieder rum ist.

Aber immerhin ist nun Frühling im Anflug.

Li-La-Lassie hat diese Woche seine Zahnsanierung überstanden. Seine Tierarzt-Phobie haben wir im Vorfeld mit Leberwurst-Trainingseinheiten auf dem OP-Tisch bekämpft. Ich bin ja schon echt dankbar, dass ich so ein engagiertes Tierarzt-Team zur Seite habe. Vor der Narkose hatte ich trotzdem ziemlich Panik - Bein rasieren, Nadel in die Vene ... und das bei dem kleinen Meckerling??? Aber auch Hund wächst mit seinen Aufgaben. Lasse war einfach nur megatapfer und hat erst gezappelt, als die Kanüle festgeklebt werden sollte. Und bäm, schon schlief er. Wer jemals dabei war, wenn ein Hund über die Regenbogenbrücke gegangen ist, weiß, wie nah Narkose und Tod beieinander liegen. Aber schon eine halbe Stunde später rief mich Caro vom Tierarzt an, es wäre alles überstanden, alle Zähne konnten erhalten bleiben und ich sollte doch besser da sein, wenn er aufwacht.

Aufwachen ist eigentlich nur unwesentlich besser als einschlafen. Lassie hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve in meinem Arm und guckte wie ein Teenie nach dem ersten Alkoholexzess. Irgendwie aufzustehen war nicht so ganz seine Motivation. Nach einer Stunde durfte ich Lasse dann mit nach Hause nehmen. Die anderen Hunde waren schon etwas irritiert von seinem Zustand. Ich stellte sein Körbchen zu mir in die Küche und dort blieb er auch erst mal liegen. Bis es klingelte. Da stürmte er mit dem Rest des Rudels an die Tür. Adrenalin wirkt eben Wunder. Aber nachdem nichts weiter passierte und der Pegel wieder runter ging, taumelte er wie im Vollsuff zurück ins Körbchen. 




Als er dann noch erbracht, holte sich Frauchen mal schnell Rat bei Caro - aber alles noch im grünen Bereich. Und schneller als gedacht, war der kleine Meckerling wieder fit und verlangte nach Nahrung ... Jetzt noch die Hoden raus und die Wolfskrallen hinten und dann haben wir den TA-Kram hoffentlich ein für alle mal hinter uns.

Wir brauchen ja auch Zeit und Konzentration für Agilitytraining und die Vorbereitung auf die Begleithundeprüfung. Lassie liebt mittlerweile Tunnel, lernt die ersten Führtechniken und wir arbeiten an der Grundstellung und der Ablage. 

Ob es an der "Konkurrenz" durch Lassie liegt oder einfach am Alter - Shelties brauchen ja gerne mal was länger - aber Myway wird insgesamt immer sicherer und souveräner und das zeigt sich auch im Agility. 4,76 m/s hatten wir letztes Wochenende - und es hat megaviel Spaß gemacht. Mittlerweile ist Frauchen der alleinige Störfaktor, wenn es mal nicht läuft.




Das Hopsi ist und bleibt das Hopsi. Sie liebt es, mit mir im Agilityparcours zu arbeiten und ist mit den Jahren immer schneller und "bissiger" geworden. Mit Hope zu starten ist einfach das Allerbeste - wir kennen uns, vertrauen uns, sind ein Team. Ich mag mir gar nicht vorstellen, dass irgendwann mal der allerallerletzte Lauf sein wird. 


Fly ist gestern 14 Jahre alt geworden und es geht ihm soweit gut. Allerdings kommen wir ohne Cortison nicht lange aus, er trinkt sehr viel und muss sehr viel Pipi machen - das geht dann oft in die Wohnung.

So vergehen die Tage viel zu schnell. Manchmal denke ich, einfach die Zeit anzuhalten wäre das Beste. Aber dann gäbe es auch keine Entwicklung, keinen Fortschritt, ich würde mit Lasse nie die BH laufen, nie meinen ersten Start im Agility haben ... also bleibt wohl nur, jeden Moment zu genießen und damit kostbarer und unvergesslicher zu machen ...

Heute stürmischer Spaziergang ... 





Montag, 29. Oktober 2018

Unterwegs zuhause - Urlaub 2018 in Lausitz und Spreewald


Unser Treppenwitz in der Familiengeschichte ist ja Peters Kommentar auf den Vorschlag meines Vaters, sich für unseren gemeinsamen Spreewald-Urlaub ein Wohnmobil zu leihen: "Ich bin doch kein Zigeuner!" Das war 2006 und wir reisten damals noch mit nur einem Hund. 

Dann kamen Fly und Hope, es kam Agility, Turniere, Seminare - und als Peter und ich 2012 unseren Dacia kauften, sagte mein Mann bei Vertragsabschluss: "Da muss aber eine Anhängerkupplung dran, falls wir uns einen Wohnwagen kaufen."

Aha. Wegen der nicht allzu üppigen Möglichkeiten des Duster musste es natürlich ein kleiner Hänger sein. Aber so für ab und an ein Wochenende schien uns das doch völlig ausreichend. Im Mai 2013 entdeckten wir einen kleinen kuschligen Caravellair, der zwar gebraucht, aber top in Schuss und sehr gemütlich war. Nach den ersten Touren war völlig klar: Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen gibt es nicht mehr - mein Mann war quasi über Nacht zum Zigeuner geworden. Sogar in die Camargue sind wir mit unserem Hängerchen gereist - mit dem Vorzelt blieb das Bett im Wohnwagen immer bereit, gelebt wurde draußen.

Die nächste Anschaffung war dann ein stärkeres Zugfahrzeug - wenn es auch nur ein wenig bergig wurde, musste ich eigentlich schon schieben, damit wir bergauf nicht verhungert sind.

Also kam der Koleos als Zugfahrzeug - und somit hatten wir auch beim Hänger neue Optionen.

Die einzige Schwachstelle in unserem kleinen Agimobil: zum Schlafen musste die Sitzgruppe in das Bett umgebaut werden. Dazu mussten die Hunde und ich natürlich erst mal raus. Und bei Regen oder gar Schnee war das natürlich a) blöd und b) ungünstig, weil wir dann alle nasse Pfoten und Schuhe hatten. 

Mittlerweile waren wir alle begeisterte Zigeuner und viele viele Wochenenden und Kilometer on tour. Und im Winter 2014/15 fiel beim Turnier in Eppingen nach plötzlichen Schneefall und nassen Hunden im Bett der Entschluss: ein größerer Wohnwagen mit festen Betten muss her. Gedacht, getan. Im Januar 2015 tauschten wir unseren treuen Caravellair nicht ohne Wehmut in den größeren Hobby. Auch der gebraucht, aber völlig unverwohnt und einfach nur Luxus pur. 

Es sind schon etliche Wochenenden und Kilometer, die wir jedes Jahr on tour sind. Meist Turniere oder Seminare, verbunden mit ein paar Tagen Entspannung dazwischen.

Dies Jahr stand dann auch mal so richtig Urlaub auf dem Programm. Okay, 2 Turnierwochenenden hatte ich eingebaut, wobei ich die Bestätigung für das 2. Turnier erst in der ersten Urlaubswoche bekam. 

Aus- und Ankerpunkt der Planungen war das Turnier in Hoyerswerda am 13. und 14. Oktober. Mit Donna und Hope war ich 2014 schon einmal in Hoyerswerda gestartet und Peter zog den wilden Osten meiner Alternative Bretagne vor. 

Am 9. Oktober starteten wir zum ersten Etappenziel nach Schwarzbach. 531 Kilometer schafften wir in ca. 7 Stunden. Der Campingplatz liegt direkt am Waldrand, die Kiefern erinnerten uns an Colbitz, wo wir zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit mit den Kindern Urlaub gemacht hatten. Damals natürlich noch im Ferienhäuschen. Parzellierung gab nicht nicht, jeder stellt sich so, wie er mochte. Für die Hunde gab es sogar einen umzäunten Auslauf. Die gesamte Stimmung war herzlich und entspannt. Tagsüber entdeckten wir bei Ausflügen die Umgebung, ansonsten saßen wir entspannt vor dem Wohnwagen oder gingen mit den Hunden spazieren. Trotz bewusst gelebter Zeitlosigkeit verging diese viel zu schnell und schon mussten wir wieder packen und fuhren weiter nach Hoyerswerda. Bezahlt haben wir übrigens 25 Euro pro Nacht - all inclusive.








Hier zeigte sich, dass nicht nur wir uns campingmäßig vergrößert hatten. Viel mehr Wohnwagen und -mobile als 2014. Kein Lagerfeuer, aber Megastimmung auf dem Oktoberfest. Und diese besondere Herzlichkeit, die wir gerade im Osten so lieben.

Sportlich war es eher desaströs. Leistungsrichter Robert wollte allen zeigen, dass seine Parcoure definitiv nicht zum Quali-Sammeln taugen. Und obwohl wir ja eigentlich bei schwierigeren Parcouren Pokale gewinnen - bei Robert nicht. Wobei gerade unsere Problemzone "an die Hand kommen" streckenweise ziemlich gut geklappt hat. 

Montag früh ging es 50 Kilometer weiter nach Lübben. Auch ein als hundefreundlich ausgewiesener Campingplatz. Hier gab es Parzellen, aber großzügig. Zaun stellen kein Problem. 5-10 Minuten Fußweg zum "Hafen". Morgens kam der Bäcker, einmal der Fischmann. Die Kneipe hatte leider schon geschlossen, aber Bier gab es an der Rezeption. Ja, die Vorräte gingen so langsam zur Neige. 




Am Dienstag fuhren wir nach Lübbenau, wo wir 2006 mit Donna noch in einer Pension übernachtet hatten. Wieder einmal vermisste ich mein Bordermädel so schmerzlich ...

Unser erstes Ziel war die Wotschowska, die wir nach gut einer Stunde Fußmarsch erreichten. Die Landschaft dort ist einfach ein Traum. Dunkelgrüne Fließe, lichte Birkenwälder, angehaucht von den herbstlichen Farben. Immer noch herrliches Wetter, also konnten wir mit den Hunden im Biergarten sitzen und uns stärken. Zurück in Lübbenau wollte ich unbedingt noch den Hafen wiedersehen, dann stockten wir unsere Vorräte im Kaufland auf. Und den Rest des Tages saßen wir gechillt vorm Agimobil.









Irgendwie wurde es doch streckenweise eine Reise in die Vergangenheit, sprich: unseren ersten Spreewald-Urlaub mit meinen Eltern. Mittwoch fuhren wir nach Peitz, in der Hoffnung auf Seeadler und vielleicht auch Kraniche. 


Das Kraftwerk am Ausgangspunkt der Teich-Wanderwege wirkt auf Neulinge vielleicht etwas abschreckend, ist aber nach wenigen Metern fast nicht mehr zu sehen. Wir entdeckten ein beeindruckende Silberreiher-Kolonie mit weit über 100 Tieren. 

Viele Gänse, Zwergtaucher - doch der Blick zum Himmel blieb ergebnislos. Zwischen den beiden großen Teichen bogen wir links ein, um beide Wasserflächen im Blick zu haben. Trotz Schilf und Bäumen entdeckte ich endlich in der Ferne 2 Seeadler. Leider konnte ich mich nicht lange daran erfreuen. Aus den Augenwinkeln sah ich eine Bewegung und erstarrte. Ein leinenloser Staff kam auf uns und die Hunde zu. Ich warnte Peter, sammelte My und Lasse dicht hinter mir, holte mein Messer aus der Tasche und fragte mich, was ich damit anfangen sollte. Peter versuchte, den fremde Hund zu verscheuchen, aber der kam immer näher. In diesem Moment erlebte ich eine solche Angst, solche Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, wusste nicht, wie ich meine Hunde beschützen soll. Die hatten natürlich noch Oberwasser und bellten den Fremdling an. 

Plötzlich drehte der ab und verschwand. Zu früh für Erleichterung. Dann tauchte er mit seinem Herrchen wieder auf, nun brav angeleint. Besonders vertrauenerweckend war Herrchen auch nicht. Ne Mischung aus Zuhälter und Drillsergeant. Vermutlich hab ich so verschreckt geguckt, dass er mitleidig gegrinst hat. Und mit seinem Staff weiterlief.

Erst als er weg war, hat mir Peter gesagt, dass sein altes Tränengas noch funktioniert hat. Der Hund hat davon nicht wirklich was abbekommen, aber es hat ihn trotzdem zum Glück verscheucht. Im übrigen wäre ich bei jedem größerem freilaufenden Hund erst mal beunruhigt gewesen, das war keine Rassendiskriminierung per se. 

Die Seeadler waren weg - und ich dann auch. Schnellen Schrittes marschierte ich zurück Richtung Auto. Peter kam deutlich entspannter hinterher - ich aber wollte jede weitere Begegnung mit Hund und Herrchen vermeiden. Trotzdem behielt ich den Himmel im Blick und entdeckte noch einmal Seeadler.

Am Ausgangspunkt angelangt, fanden wir eine sehr nette Lokalität. Ein kühles Bier hatten wir nun wirklich verdient. Und dazu das definitiv beste Bauernfrühstück, das ich jemals gegessen habe. 

Zurück am Agimobil stöberte ich noch ein wenig in Papas Reiseführer und plante den Ausflug für unseren letzten Spreewaldtag. 

Bei dem ehemaligen Dorf Wanninchen, das irgendwann in den 80ern dem Tagebau weichen musste, gibt es ein Naturschutzgebiet der Sielmann-Stiftung. Im September soll hier einer der größten Kranichrastplätze sein. Irgendwie hatte ich bei unserem Rundgang immer ein leises Trompeten im Ohr - aber zu sehen war außer einem einsamen Schwan nichts. Gar nichts. Nach unserem Rundgang durch die Station machten wir uns auf den Rückweg, wo ein Kranich-Beobachtungsturm sein sollte. Auf dem Kiesweg zurück zur Hauptstraße konnte ich nur langsam fahren, das Fenster hatte ich offen, das Fernglas griffbereit. Mehrmals hielt ich an und suchte den langgestreckten Schlabendorfer See ab. Nichts. Noch nicht. Gerade als der Weg sich vom See abwandte, hielt ich ein letztes Mal und hob das Glas. Und da waren sie. 4 Kraniche. Immerhin. Und über der Szenerie kreiste ein Fischadeler. Taschka. Ornithologie braucht eben auch Zeit. 15 weitere Kraniche flogen laut trompetend an - und wir waren selig. 

Nach einer Weile rissen wir uns los und fuhren zu dem Kranichturm zwischen Goßmar und Freesdorf. Außer sportlicher Kletterei war hier nichts zu holen. Und Hunger hatten wir auch. Ich hatte im Hinterkopf die Idee, über Lübbenau zu fahren und dort eines der netten Lokale aufzusuchen. Außerdem wollten wir vor Mellensee noch mal die Vorräte etwas aufpeppen. 

Im nächsten Ort war eine Kneipe mit eigener Metzgerei. Leider kein Schattenparkplatz zu finden, also fuhren wir weiter. Was ein Glück. Kurz vor Wilmersdorf flogen ein paar große Vögel über die Straße. Leider musst ich gerade auf Gegenverkehr achten. "Peter, waren das Kraniche?" Peter meinte, ja - und ein paar Hundert Meter weiter standen sie auf einem frisch eingesäten Acker. Ich bin bei sowas ja immer erst mal ein wenig kompromisslos im Anhalten. Warnblinker, Fenster runter, Glas hoch. Boah. Je länger ich guckte, um so mehr Kraniche wurden es. Bis ans Ende der riesigen Wiese, überall standen diese wunderbaren majestätischen Vögel in kleinen und größeren Gruppen, einige flogen an, andere weg, suchten sich ein neues Plätzchen. Das machte ich übrigens auch, ein schickes und sicheres Parkplätzchen nämlich - und dann stand ich mit Tränen in den Augen und genoß die unglaubliche Szenerie. Es waren weit über 1000 Glücksvögel, weit mehr, als ich je zu vor gesehen hatte. 



Es dauerte, bis wir uns losreißen konnten. Zwei Orte weiter entdeckten wir dann einen Naturcampingplatz, den wir uns für nächstes Jahr vorgemerkt haben und eine Kartoffelkneipe - beides direkt am See. Lecker Berliner Bier, lecker Essen, wunderbarer Ausblick und immer so ein leises Trompeten im Ohr ...

In Lübbenau besuchten wir dann nur noch das Kaufland - und in Lübben bummelten wir dann noch durch den Schloßpark, der wirklich viele tolle Angebote für Groß und Klein zu bieten hat. 

Freitag sind es um die 80 Kilometer nach Sperenberg, Am Mellensee. Hier ist wirklich janz weit draußen. Wald, darum Wald und darum noch mal Wald. Genial. Wir finden ein perfektes Plätzchen für das Agimobil, treffen Bekannte au Hoyerswerda, abends Lagerfeuer. Die Verpflegung ist reichhaltig und am Sonntag klappt es auch mal wieder im Parcours. Platz 2 im A-lauf und Platz 3 im Jumping - ein Megalauf, den die Hops da mit mir hingelegt hat, ich hatte echt Tränen in den Augen.

Wir bleiben bis Montag und verabschieden uns dann bis zum nächsten Jahr. Uli sagt mir: "Egal mit welchem deiner Hunde du läufst, es sieht immer zauberhaft aus." Danke Uli. So ein Kompliment macht im Kopf mehr aus, als so manches Training oder Seminar. 

Freitag, 26. Oktober 2018

Li-La-Liebenswert ... sensibles Powerpack mit so viel Will-to-Please

Während ich unsere um die 1000 Urlaubsbilder aus Lausitz und Spreewald sichte und dabei immer wieder in Erinnerungen abgleite, hatte ich so den Impuls, mal wieder ein Lassie-Update zu  verfassen. So unglaublich schnell wird alles so normal, so wenig erzählenswert, so selbstverständlich. Wobei Lassie mir immer noch ganz oft das Gefühl gibt, dass er jeden Tag begeistert ist, bei uns zu sein, sich jeden Tag freut an und mit uns und vielleicht sogar langsam die Sicherheit entwickelt, dass es für immer sein wird.

Klingt jetzt erst mal kitschig und vermenschlichend. Aber dass seine Traumata tief sitzen, merke ich immer bei unbedachten Bewegungen, lauten Geräuschen oder auch einfach nur bei schlechter Stimmung. Da duckt Lasse sich plötzlich und verschwindet im nächsten Mauseloch. Doch auch wenn alles entspannt ist - oder ich denke, dass alles entspannt ist - guckt er mich manchmal ganz plötzlich mit so einem fragenden Ausdruck an, als ob er sich vergewissern möchte, dass alles okay ist und ich mit ihm zufrieden bin. 

Dann wieder ist er der Ausbund von Energie und Lebensfreude, hüpft, rennt, bellt und platzt scheinbar vor Lebensfreude und Selbstbewusstsein. Wenn ich Lasse mit Hope und Myway rennen lasse, wird es immer seeeeehr laut. Und der Boden bebt regelrecht, wenn das Trio in vollem Speed an mir vorbeiprescht. Flychen bleibt an der Leine - er hört nix mehr und da hilft dann auch kein Rufen. Außerdem weiß man nie, was er so zu fressen findet ...

Lasse lässt sich wie Hope und Myway auch jederzeit abrufen und zeigt nach wie vor einen ausgeprägten will-to-please. Schon ein kritischer Blick lässt ihn sein jeweiliges Tun sofort beenden. Meist geht er gerade irgendjemand vom Rest vom Rudel auf die Nerven - sein "Opfer" ist in der Regel Fly, der sich allerdings mittlerweile gegen Lassie auch mal durchsetzt. 

Auch typisch Lassie: Wenn ihm irgendetwas nicht passt, ihn beängstigt oder er sich angegriffen fühlt, weint er lautstark, schrill und herzzerreißend. Selbst Fly erschreckt dann und lässt von seiner Zurechtweisung hab. Allerdings vermutlich mehr aus Sorge, es könnte dafür von mir einen Anschiss geben. Auch von Myway hat er mittlerweile eine deutliche Zurechtweisung kassiert und ich habe den Eindruck, dass das Lassies Sozialverhalten ganz gut tut.

Doch insgesamt hat Lasse sich sehr schnell in unseren Lebensrhythmus einfügt - egal ob daheim oder im Wohnwagen. Er hat überhaupt kein Problem damit zur Ruhe zu kommen und einfach mal zu warten. Wenn ich mit irgendetwas beschäftigt bin, liegt er neben mir und wartet, dass ich ihn irgendwann beachte. Dann freut er sich natürlich nen Keks. Auch im Schlafzimmer schläft er brav in seinem Körbchen - erst wenn er merkt, dass ich wach bin, kommt er auch zu mir, um guten Morgen zu wünschen. 

Die ersten Agility-Übungen haben wir auch mal angefangen. Dabei geht es in erster Linie um Triebaufbau beim Rennen um Pylonen und auch ein wenig Vorbereitung der Kontaktzonenarbeit. Sollte ich mit Lassie wirklich Agi machen, können sich die Smallstarter schon mal warm anziehen ... ;-)

Ja, der aufmerksame Leser hat es vermutlich gemerkt: Lassie ist ganz und gar mein Hund. Er mag Peter, geht auf seinen Schoß, lässt sich streicheln, füttern - aber anleinen darf nach wie vor nur ich ihn. Da macht er zwar auch ein Mordstheater, aber das ist irgendwie nur Schau. Daran müssen wir nun endlich auch mal arbeiten. Wäre vermutlich sogar wichtiger als um Pylonen zu rennen ... ;-)



Freitag, 21. September 2018

Li - La - Lassiiii - und auch vom Rest des Rudels gibt es Neuigkeiten


Nun sind es schon 5 Wochen, seit Lasse bei uns eingezogen ist. Und dieses fröhliche kleine Hundeding ist nicht mehr wegzudenken, macht einfach soo viel Spaß. 

Nach dem Ancampen in Roßdorf waren wir mit dem Wohnwagen auf der deutschen Meisterschaft in Weiden. Jede Menge Hunde und Menschen und Wohnwagen - aber das einzige, was Lasse interessiert, ist Frauchen. Einmal ist er Peter aus dem Tor entwischt und ist mir und Myway hinterher - aber obwohl es jede Menge Tricolor-Shelties gab, hab ich unseren Zwerg natürlich sofort erkannt und gerufen. Da war er schon ganz schön erleichtert, dass er mich gefunden hatte. 

Meine Läufe mit Hope auf der DM waren gar nicht so schlecht. Im Jumping hatten wir einen Nuller trotz megaschwerem Slalomeingang - eigentlich hatte ich mir da gar keine Chancen ausgerechet. Und im A-Lauf dann ein unglückliches Dis.

Mit Myway bin ich an dem Wochenende übrigens mal wieder in die A3 aufgestiegen - das nunmehr dritte Mal - und diesmal habe ich beschlossen, die Herausforderung anzunehmen.

Damit sich die Anfahrt nach Weiden rentiert, hatten wir im Anschluß an die DM noch Urlaub gebucht. Spontan dank Empfehlung zum Camping Schweinmühle in Windischeschenbach gefahren - mitten zwischen Wald und Wiesen im Tal der Fichtelnaab gelegen. Freie Platzwahl, keine Parzellierung, nettes Lokal und natürlich Hunde willkommen! 

Am ersten Tag sind wir dann recht spontan nach Cheb (Eger) gefahren. Zigaretten kaufen für die Kinder, bissi Sightseeing und auch noch sehr preiswert getankt. Ach ja, einen Schuhladen haben wir auch gefunden ...

Abends waren wir dann sehr lecker in Windischeschenbach essen - ich hatte Wild aus heimischen Wäldern.

Diese haben wir dann am nächsten Tag per pedes erkundet. Eine so schöne idyllische Landschaft, einfach ein Traum und Balsam für meine gestresste Seele.

Doch schon neigte sich unser kleiner Urlaub wieder dem Ende zu. Im Naturpark Waldnaab verbrachten wir unseren letzten Tag. 

Der sogenannte Rundweg führte bis zum 2. Steg über die Waldnaab auf planem Weg durch eine wunderschöne und verwunschene Landschaft. Der schmale Steg gab dann schon einen Vorgeschmack auf den "Uferpfad" - wobei Pfad schon ein Euphemismus ist - über Wurzel, Stock und Stein liessen sich die nächsten Meter am ehesten durch das Ausschlussverfahren erahnen.

Nächste Herausforderung war dann eine Art Treppe rauf und runter aus Gitterrosten - die Shelties und sicherheitshalber auch Hope haben wir getragen - abwechselnd, da ich mit 2 Hunden nicht den steile Treppe hinab stolpern wollte. Also erst Lasse runtergetragen und unten angeleint, dann Myway geholt - ein bisschen wie bei dem Rätsel mit dem Fährmann. 

Irgendwann ging es dann gar nicht mehr weiter. Das Ehepaar vor uns balancierte an einer Steilkante entlang - gut, es ging nur etwa 20 Meter runter in die Waldnaab - und rutschte dann die ungefähr 20 Meter von Baum zu Baum bergabwärts - in der Hoffnung, am Ufer wieder gangbare Stellen zu finden.Hätte ich gewusst, ob dies die einzige kritische Stelle ist, wären wir das Abenteuer wohl eingegangen. Aber so war mir das Risiko zu hoch. Peter schaute sich noch nach einer Alternative um - und dann machten wir uns statt Rundweg auf den Rückweg. Wurzel, Stock und Stein, Gitterrosttreppen und schmaler Steg über die Waldnaab - kurze Rast mit kleiner Erfrischung für Mensch und Hund - und strammen Schrittes Richtung Heimat durch die idyllische Landschaft, für die wir deutlich weniger Augen hatten, als auf dem Hinweg. Das Hope und die Shelties noch Spaß an laut bellenden Wettrennen hatte, muss ich vermutlich nicht erwähnen ... 

Das folgende Wochenende hatten wir Turnier im Sprendlingen, im eigenen Verein - und wie damals bei Hope nach ihrem Aufstieg in die A3 - der erste Start in der "Königsklasse" für Myway. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten am ersten Tag lief das Sheltie am Sonntag doch glatt 2 Nuller - im A-Alauf Platz 3 und Platz 2 in der Kombi. Na, da durfte ich mir was anhören mit meinem Pessimismus ... aber ich denke, dass die 2 Ehrenrunden in der A2 Myway viel Sicherheit gegeben haben.

Während wir nun schon unseren Oktober-Urlaub planen, dreht sich erst mal alles um Lasses schlechte Zähne. Einen fetten Kalbsknochen hab ich ihm als Zahnbürste gekauft, außerdem wird mit Pristine und Micromed Fingerling geputzt und zur günstigen Beeinflussung der Mundflora gibt auch noch ein Präparat. Und nun hoffen wir, dass die anstehende Zahnreinigung unter Narkose damit umgangen werden kann ...

Sonntag, 2. September 2018

Lasse! Lass das ...!

... zugegeben, der Titel ist schon ein wenig reißerisch, aber in den ersten Tagen wurde der Ausdruck schon zum geflügelten Wort bei uns. Lasse hatte so gar keinen Plan von Sozialverhalten im Rudel und steckte sein spitzes Schnäuzchen andauernd unserem Senior in den Po. Der brummte zwar indigniert, setzte sich auf seinen Hintern und guckte mich hilfesuchend an. "Lassi, lass das ... " Lassi guckte michan mit so einem "ah, okay, ich verstehe, ist nicht gewünscht, klar, kommt nicht wieder vor"-Blick an - und hatte nach 2 Minuten vergessen. Auch bei Hope versuchte er sogar beim Spazierengehen, auf Erkundung zu gehen. Hope kann sehr nett lächeln - und auch sehr durchsetzungsstark sein, aber auch bei Hope musste ich ein paar mal eingreifen: "Lassi! Lass das!" Nur Myway hat ihm wohl selber völlig unspektakulär klar gemacht - "Lass das besser!" Da musste ich nie eingreifen.

Doch so ganz generell funktionierte alles unfassbar reibungslos. Lassi schlief bei mir vorm Bett in seinem Körbchen und kam erst morgens zum schmusen ins Bett.

Gleich am ersten Tag nach der Ankunft fuhren wir nach Waldacker auf Turnier. Jede Menge Hunde und Menschen, mit denen Lassi total entspannt umging. Total blöd findet er nur, wenn ich weggehe. Und das lässt sich bei einem Turnier nun mal nicht vermeiden.

Meinen Mann findet Lassi okay, lässt sich streicheln und geht auch auf seinen Schoß. Anleinen geht aber gar nicht, also fahre ich die ersten Tage in der Mittagspause heim, um mit den Hunden Gassi zu gehen. Wir versuchen, dann auszunutzen, dass Lassi zu Peter auf den Schoß kommt. Ich lege die Leine auf den Tisch und schon klappt es mit dem Anleinen und Gassi gehen.

Tja, zu früh gefreut. Am Freitag witscht das Wuselchen unangeleint vor den anderen Hunden aus der Wohnung und flüchtet vor Peters Versuchen, ihn einzufangen, in den Keller. Vor lauter Sorge, Frauchens Liebling könnte was passieren, schnappt Peter ihn sich dann einfach - doch beim Versuch, das zu verhindern, bleibt ein Eckzähnchen von Lassi in Peters Hand stecken (hab ich nett formuliert, oder - vielleicht sollte ich doch in die Politik gehen ;-) )

Statt Notaufnahme für eine anstehende Tetanusimpfung fahren wir nach Roßdorf aufs Turnier. Erstes Camping für Lassi. Den Wohnwagen findet er erst einmal spooky. Aber es ist natürlich auch schon das dritte "Zuhause" in 2 Wochen. Und davor hatte er ja schon 3 Besitzer und so ... 

Trotzdem ist Lassi so total aufgeschlossen und unkompliziert, lebt sich schnell ein und ist einfach so zauberhaft und liebenswert, will möglichst alles richtig machen und freundlich sein. 

Er ist aber auch eine echte Diskutieramsel. Wenn ich ohne ihn weggehe, meckert er erst nur ein bisschen, jammert mir dann hinterher, weint dramatisch - aber wenn ich wiederkomme, gibt es den Megaanschiss. Es hüpft und bellt und meckert was das Zeug hält, "beißt" in meine Hand und bietet alles auf, um mir klar zu machen, dass es so ja nun mal gar nicht geht. Ich gelobe natürlich Besserung und nehme ihn wann immer mit zum Turniergeschehen, er lernt ganz viele Hunde und Menschen kennen und wir spielen und kuscheln und trainieren "leben". Und dann muss ich eben doch wieder ohne ihn fort ... auch das wird er lernen. 

Siegerehrung kann er schon klasse, läuft neben Myway zum Händeschütteln zum Richter und dann Preise einsammeln. Zwischen unseren diesbezüglichen Einsätzen kommentiert Lassi allerdings durchgehend das Geschehen, der Kleine kann echt quasseln wie ein kleines Äffchen. Ich könnte ihn ja knutschen dafür -aber wenn es zu laut wird, heißt es dann doch: "Lassi! Lass das"




Mittwoch, 22. August 2018

Trauer und Freude liegen in diesem Post eng beieinander ...


Am 11. Juli haben wir Donna über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen. Die liebe Süße hat es uns wie immer leicht gemacht. Also natürlich nicht, sie gehen zu lassen. Aber den richtigen Moment zu erkennen. Donna lag nur noch mit dem Kopf von uns weggewandt in der Bar, wollte dann nichts mehr fressen und dann auch nicht mehr aufstehen. So dankbar ich bin, dass sie nicht leiden musste, so sehr fehlt sie mir. Und wenn es einen Facebook-Algorhythmus geben würde, den ich ändern könnte, dann den, der mir immer wieder Fotos von Donna zeigt, als sie noch gesund und unsere Welt heile war ...


Die schöne Nachricht ist Lasse. Unser Neuzugang. Ein megawinziges und megawitziges Sheltie. Schicksalsmoment in Facebook - Liebe auf den allerersten Blick. Der Kleine suchte sein Für-Immer-Zuhause. Ein bildhübscher Tri mit frechen Stehohren. Und Augen, in denen du siehst, dass er viel nicht schönes erlebt hat - aber auch die Kraft und den Mut hat, neu anzufangen. Ich wusste einfach, dass ist unser Hund. Sch... auf Pläne, in ein bis 2 Jahren einen Welpen zu holen. Schließt sich ja auch nicht aus. Hab dann telefoniert und mir ein paar Infos über den kleinen Schatz geben lassen. Dann sein Foto meinem Mann gezeigt. Peter war erst ein wenig überfordert, da Donna erst seit wenigen Wochen von uns gegangen war. Und unser Plan sah ja auch anders aus. Aber Lasse brauchte eben jetzt ein Zuhause. Peter, schlaf drüber, wir reden morgen. Am nächsten morgen fragte mein Mann nur noch "Wann willst du den Kleinen denn holen?" Er hat definitiv das Prädikat "bester Ehemann des Universums" verdient.

Für mich ging das denn jetzt eigentlich erst mal los mit der Orga. Diverse Telefonate, Hotelbuchung, zwischendurch noch mal Turnier, dann waren da plötzlich andere Interessenten und die ganze Euphorie ging erst mal wieder gegen Null - es blieb spannend bis zum Schluß. 

Mittwoch, 15. August, startete ich mit Myway gen Norden, unser Ziel zwischen Hamburg und Kiel. Da wir gut in der Zeit lagen, machten wir Station bei diesem Schiffsempfangsding in Wedel. Kein Schiff, aber wenigstens Pfoten und Füße vertreten.

An unserem Ziel angekommen, ließ ich Myway erst mal im Auto. Lasse begrüßte mich überschwänglich, kein bisschen Sheltie-typische Zurückhaltung. Mein Herz schlug sofort für Lasse.

Myway war deutlich weniger begeistert, blieb aber freundlich. Beim gemeinsamen Spaziergang interessierte er sich recht demonstrativ mehr für die wenigen Grashalme auf einem Acker. Lasse interessierte sich eigentlich auch mehr für mich und Frauchen, wuselte um uns herum und war einfach nur zauberhaft. Trotzdem zögerte ich, hatte Sorge, dass Myway unter dem Neuzugang leiden könnte. Allerdings war ich nach der langen Fahrt auch ziemlich durch. Lassis Frauchen und ich fuhren dann ein Stück in den Wald, wo wir richtig spazieren gehen konnten - und die beiden begannen, sich für die gleichen Dinge zu interessieren und nebeneinander zu schnuppern. Zurück bei Lasses Frauchen machten wir denn auch kurzen Prozess: Lasse und sein Hab und Gut (Bettchen, Geschirr, Näpfe, Futter) wurden in mein Auto verfrachtet und ich startete zur letzten Etappe Richtung Ostsee. Im Hotel Luv und Lee in Schwartbuck, unweit von Laboe, hatte ich für mich und die Shelties ein Zimmer reserviert. 

Dummerweise hatte das Restaurant ausgerechnet an diesem Tag Ruhetag, also brachte ich nur schnell das Gepäck ins Zimmer und fuhr mit den Shelties ans Meer, wo wir ein sehr nettes Restaurant fanden. 

So begeistert mich Lasse in seinem Zuhause begrüßt hatte, so skeptisch gucke er jetzt, als ich ihn anleinen und aus dem Auto holen wollte. Er guckte mich mit großen Augen an und wäre am liebsten in der Ritze der Rückbank verschwunden. Mit einem bisschen Geduld klappte es dann mit Anleinen und aus dem Auto heben. Wir machten erst mal einen kleinen Spaziergang und suchten uns dann in der Kneipe ein Plätzchen. Endlich ein schönes kühles Bier für Frauchen (dass die Hunde Wasser hatten, muss ich nicht extra erwähnen, oder?)  Da ich den ganzen Tag noch nichts außer einem Brötchen gegessen hatte, entschied ich mich für einen Salat, bei einer üppigen Mahlzeit wäre ich vermutlich nach 3 Bissen satt gewesen. Lasse und Myway fanden es zunehmend blöd, da unter dem Barhocker im Sand zu liegen. Jeder wollte gerne Streichelheinheiten und Myway fing an, den Kleinen anzubrummen, wenn er mir zu nahe kam. Also hab ich die beiden ins Auto gepackt und meinen wirklich sehr leckeren Salat, das kühle Bier und den Blick auf das Meer genossen.


Nach dem Essen erst noch mal einen ausgiebigen Spaziergang am Meer. Ins Wasser ist keiner der Shelties, aber im Hinblick auf das Hotelzimmer gar nicht so ungünstig. 

Todmüde von dem langen Tag fielen mir nach einem Glas Rotwein die Augen zu. Lassi schlief in seinem Bettchen vor meinem Bett und Myway auf der anderen Seite des Doppelbettes. 

Ich wurde früh geweckt, weil Lassi das Bettchen nun doof fand und zum kuschleln in mein Bett kam. Natürlich musste Myway dann auch kuscheln und ehe es bei der Nähe zu Spannungen kommt, stand ich lieber auf und machte mit den beiden eine schöne Runde durch die Felder. Ich hatte für Lassi ja Futter mitbekommen - aber das fand er total uninteressant. Myways Futter roch viel interessanter, also mische ich das einfach und beide Hunde waren satt und blieben dann im Zimmer, während ich mich an dem genialen und üppigen Frühstücksbuffet austobte. 

Nach kurzer Pause, bei der mich der Wlan-Empfang an die Grenzen meiner Geduld erinnerte, fuhren die Shelties und ich nach Laboe, ein kleines sehr nettes  Örtchen. Das mit dem Auto fahren, an- und ableinen klappte immer besser und ich bummelte mit den Shelties über die Promenade. Lassi war einfach tiefenentspannt in der Situation, reagierte überhaupt nicht gestresst auf die vielen Menschen und Hunde. Myway guckte natürlich schon mehr, orientierte sich aber doch an Lasse. Und ich war einfach nur glücklich und dankbar, dass alles so gut klappte - und stellte doch recht überrascht fest, dass ich eigentlich überhaupt verlernt habe, einfach nur Zeit zu haben. Nachdem die Strandkörbe endeten und damit der Strand auch ohne Tageskarte betreten werden durfte, liefen wir am an der flachen Dünung entlang, beobachten Vögel und Schiffe, die Seele baumelte im Dreivierteltakt. Am Marinedenkmal kehrten wir um und tranken auf der Promenade noch einen Eiskaffee. Obwohl ich die fette Cam mitgeschleppt habe, gibt es Fotos leider nur von Vögeln und Schiffen - die Hunde waren ja an der Leine und wenn ich zum Fotografieren in die Knie ging, hatte ich sofort 1 bis 2 spitze Schnäuzchen im Objektiv. So vetrödelten wir den Tag am Meer und erkundeten auch im Auto ein wenig die Umgebung. 

Zu behaupten, dass Myway und Lassi mittlerweile ein Dreamteam geworden sind, wäre Euphemismus - aber es klappte wirklich gut mit den Beiden.








Ich will auch gar nicht Drumherumreden, dass die ganze Situation für mich auch ganz schön anstrengend war. Da war dieser kleine, wuselige Lassi, der so viel Liebe und Zuwendung brauchte - und Myway brauchte in dieser Situation auch noch mal eher doppelt so viel Streicheleinheiten und Bestätigung. Aber - wie meine Mama immer sagt - selbstgewähltes Schicksal - und ich wollte auch nicht rumningeln. 

Am nächsten Morgen ging es nach kurzer Hunderunde gen Heimat. Statt Buffet nur ein Kaffee to go. Der Verkehr war moderat - nur die ewigen und endlosen Baustellen zehrten an den Nerven. Die Shelties waren tapfer und nach nur einer Pause kamen wir nach 7 Stunden Fahrt daheim an. Peter traf mich mit den anderen beiden Hunden an der Wiese - und auch dieses Zusammentreffen verlief so entspannt, dass wir ohne großes Drumherum nach Hause gingen - 2 Menschen, 4 Hunde - das neue Rudel.