Sonntag, 2. September 2018

Lasse! Lass das ...!

... zugegeben, der Titel ist schon ein wenig reißerisch, aber in den ersten Tagen wurde der Ausdruck schon zum geflügelten Wort bei uns. Lasse hatte so gar keinen Plan von Sozialverhalten im Rudel und steckte sein spitzes Schnäuzchen andauernd unserem Senior in den Po. Der brummte zwar indigniert, setzte sich auf seinen Hintern und guckte mich hilfesuchend an. "Lassi, lass das ... " Lassi guckte michan mit so einem "ah, okay, ich verstehe, ist nicht gewünscht, klar, kommt nicht wieder vor"-Blick an - und hatte nach 2 Minuten vergessen. Auch bei Hope versuchte er sogar beim Spazierengehen, auf Erkundung zu gehen. Hope kann sehr nett lächeln - und auch sehr durchsetzungsstark sein, aber auch bei Hope musste ich ein paar mal eingreifen: "Lassi! Lass das!" Nur Myway hat ihm wohl selber völlig unspektakulär klar gemacht - "Lass das besser!" Da musste ich nie eingreifen.

Doch so ganz generell funktionierte alles unfassbar reibungslos. Lassi schlief bei mir vorm Bett in seinem Körbchen und kam erst morgens zum schmusen ins Bett.

Gleich am ersten Tag nach der Ankunft fuhren wir nach Waldacker auf Turnier. Jede Menge Hunde und Menschen, mit denen Lassi total entspannt umging. Total blöd findet er nur, wenn ich weggehe. Und das lässt sich bei einem Turnier nun mal nicht vermeiden.

Meinen Mann findet Lassi okay, lässt sich streicheln und geht auch auf seinen Schoß. Anleinen geht aber gar nicht, also fahre ich die ersten Tage in der Mittagspause heim, um mit den Hunden Gassi zu gehen. Wir versuchen, dann auszunutzen, dass Lassi zu Peter auf den Schoß kommt. Ich lege die Leine auf den Tisch und schon klappt es mit dem Anleinen und Gassi gehen.

Tja, zu früh gefreut. Am Freitag witscht das Wuselchen unangeleint vor den anderen Hunden aus der Wohnung und flüchtet vor Peters Versuchen, ihn einzufangen, in den Keller. Vor lauter Sorge, Frauchens Liebling könnte was passieren, schnappt Peter ihn sich dann einfach - doch beim Versuch, das zu verhindern, bleibt ein Eckzähnchen von Lassi in Peters Hand stecken (hab ich nett formuliert, oder - vielleicht sollte ich doch in die Politik gehen ;-) )

Statt Notaufnahme für eine anstehende Tetanusimpfung fahren wir nach Roßdorf aufs Turnier. Erstes Camping für Lassi. Den Wohnwagen findet er erst einmal spooky. Aber es ist natürlich auch schon das dritte "Zuhause" in 2 Wochen. Und davor hatte er ja schon 3 Besitzer und so ... 

Trotzdem ist Lassi so total aufgeschlossen und unkompliziert, lebt sich schnell ein und ist einfach so zauberhaft und liebenswert, will möglichst alles richtig machen und freundlich sein. 

Er ist aber auch eine echte Diskutieramsel. Wenn ich ohne ihn weggehe, meckert er erst nur ein bisschen, jammert mir dann hinterher, weint dramatisch - aber wenn ich wiederkomme, gibt es den Megaanschiss. Es hüpft und bellt und meckert was das Zeug hält, "beißt" in meine Hand und bietet alles auf, um mir klar zu machen, dass es so ja nun mal gar nicht geht. Ich gelobe natürlich Besserung und nehme ihn wann immer mit zum Turniergeschehen, er lernt ganz viele Hunde und Menschen kennen und wir spielen und kuscheln und trainieren "leben". Und dann muss ich eben doch wieder ohne ihn fort ... auch das wird er lernen. 

Siegerehrung kann er schon klasse, läuft neben Myway zum Händeschütteln zum Richter und dann Preise einsammeln. Zwischen unseren diesbezüglichen Einsätzen kommentiert Lassi allerdings durchgehend das Geschehen, der Kleine kann echt quasseln wie ein kleines Äffchen. Ich könnte ihn ja knutschen dafür -aber wenn es zu laut wird, heißt es dann doch: "Lassi! Lass das"




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