Agility ist meine Leidenschaft. Wenn ich auf das Jahr 2018 schaue, dann ist da eine Liste mit tollen Turnieren und Events, bei denen ich nicht nur mit den Hunden im Parcours Spaß habe, sondern auch der gesellige Teil mit Freunden und Bekannten nicht zu kurz kommt.
Ohne Agility mag ich mir 2018 gar nicht vorstellen. Zum Glück ist mein Hopsi fit und genauso Agi-verrückt wie ich.
Aber beim Sheltie habe ich das Gefühl, dass ich in letzter Zeit zu viel erwartet und vorausgesetzt habe. Myway hat Spaß am Training, aber im Turnier lenkt ihn das ganze Drumherum einfach zu sehr ab. Und er merkt natürlich, dass mich das zunehmend wahnsinnig macht, wenn er mitten im Parcours stehen bleibt, am Hindernis vorbeiläuft, dann von der falschen Seite springt und der gleichen Scherze mehr. Nach seinem desaströsen ersten Start hatte er ich ja eigentlich schon ganz gut gemacht, wir hatten ein paar recht nette Läufe, zwischendurch hat es sogar Spaß gemacht mit ihm.
Aber seit dem Turnier am Wochenende, wo ich ihn mal an den Start zurückgesetzt habe, weil er schon am 2. Hindernis gedisst hat, habe ich das Gefühl, dass unsere Beziehung einen Knacks hat. Dass er nicht mehr so freudig und unvoreingenommen ist. Und das tut mir unendlich weh. Und lieber mache ich kein Agility mit dem Sheltie als um diesen Preis.
Also habe ich erst mal alle Verpflichtungen runtergefahren. Auch was Training betrifft. Die nächsten Turniere werde ich entweder abmelden oder ich schaffe es, meine Einstellung zu ändern.
Er muss nicht der schnellste Hund sein, nicht vorne mitlaufen - aber er soll Spaß haben. Sonst macht es mir auch keinen Spaß ...
Donnerstag, 4. Januar 2018
Montag, 6. November 2017
In guten wie in schlechten Tagen ...
Okay, schlecht ist natürlich maßlos übertrieben. Ich liege nur mit einer fiesen Erkältung darnieder und fühle mich wie übel abgeschlagen. Aber die beste Medizin sind meine Vierbeiner. Die Hunderunde bis zur Wiese abkürzen? Keine Thema, wir machen unsere Geschäfte eben bissi schneller. Mittagsschlaf statt Clicker- oder Agitraining? Kein Problem, Frauchen, bissi Schlaf tut uns auch gut.
Das Sheltie ist vor lauter Mitgefühl sogar selber ein wenig krank und weicht mir nicht von der Seite.
Wenn man schon krank sein muss - dann mit den besten Hunden ever.
Das Sheltie ist vor lauter Mitgefühl sogar selber ein wenig krank und weicht mir nicht von der Seite.
Wenn man schon krank sein muss - dann mit den besten Hunden ever.
Samstag, 4. November 2017
6 Tage Agilityturnier in Mendig - Mega-Spaß en block
Zu den Anfängen meiner Agiitylaufbahn mit der Koboldprinzessin habe ich mich noch gefragt, ob ein 2-Tage-Seminar zu viel für sie sein könnte. Mittlerweile ist klar, dass Hopsi bei 6 Tagen Turnier noch lange nicht genug hat. Eigentlich war sie eher ein bisschen enttäuscht, als sie an Tag 7 merkte, dass die Zeichen auf Heimreise stehen ...
Myway hatte ich nur die letzten 2 Tage gemeldet und bis dahin täglich an der Desensibilisierung gegen die doch sehr lauten Hallenreize gearbeitet. Hätte ich mir sparen können, er fand es trotzdem gruselig und ist gelaufen wie beim allerersten Mal ...
Bei Hope und mir lief es leider auch nicht wirklich rund. Mein Plan war, definierter und weniger hektisch zu führen. Hat soweit auch geklappt, nur leider hat Hopsi das nicht so ganz verstanden und sich eigene Wege gesucht. Und die lieben Zonen haben zusätzlich Punkte gekostet - Freitag wären wir echt auf dem Treppchen gewesen, wenn Madame die Wippe nicht zum Katapult erklärt hätte.
Trotz aller Meckerei: es waren schöne Läufe dabei, der Slalomeingang auf Distanz war mega, wir hatten eigentlich immer nur ein Dis und sind in den sehr anspruchsvollen Parcours nicht per se gescheitert.
Die Atmosphäre war in Mendig wie immer genial. Gute Läufe und sogar gelungene Sequenzen werden gefeiert. Mendig hat einfach ein super Publikum. Und durch die vielen Kontakte und Gespräche am Spielfeldrand lernt man immer wieder neue nette Leute kennen und erfährt am Rande sehr viel über alles mögliche Agi-Drumherum.
Über Myway Läufe breite ich mal lieber den Mantel des Schweigens. Wir sind beim letzten A-Lauf zwar auf dem Treppchen gelandet - aber ich bin doch eher frustriert und kann den Euphemismus, dass das irgendwann mal besser wird, nicht wirklich teilen.
Ich tu dem Kleinen vermutlich bitter unrecht - er gibt sich ja alle Mühe - aber es macht halt einfach keinen Spaß, jeden Meter zu motivieren.
Myway hatte ich nur die letzten 2 Tage gemeldet und bis dahin täglich an der Desensibilisierung gegen die doch sehr lauten Hallenreize gearbeitet. Hätte ich mir sparen können, er fand es trotzdem gruselig und ist gelaufen wie beim allerersten Mal ...
Bei Hope und mir lief es leider auch nicht wirklich rund. Mein Plan war, definierter und weniger hektisch zu führen. Hat soweit auch geklappt, nur leider hat Hopsi das nicht so ganz verstanden und sich eigene Wege gesucht. Und die lieben Zonen haben zusätzlich Punkte gekostet - Freitag wären wir echt auf dem Treppchen gewesen, wenn Madame die Wippe nicht zum Katapult erklärt hätte.
Trotz aller Meckerei: es waren schöne Läufe dabei, der Slalomeingang auf Distanz war mega, wir hatten eigentlich immer nur ein Dis und sind in den sehr anspruchsvollen Parcours nicht per se gescheitert.
Die Atmosphäre war in Mendig wie immer genial. Gute Läufe und sogar gelungene Sequenzen werden gefeiert. Mendig hat einfach ein super Publikum. Und durch die vielen Kontakte und Gespräche am Spielfeldrand lernt man immer wieder neue nette Leute kennen und erfährt am Rande sehr viel über alles mögliche Agi-Drumherum.
Über Myway Läufe breite ich mal lieber den Mantel des Schweigens. Wir sind beim letzten A-Lauf zwar auf dem Treppchen gelandet - aber ich bin doch eher frustriert und kann den Euphemismus, dass das irgendwann mal besser wird, nicht wirklich teilen.
Ich tu dem Kleinen vermutlich bitter unrecht - er gibt sich ja alle Mühe - aber es macht halt einfach keinen Spaß, jeden Meter zu motivieren.
Mittwoch, 25. Oktober 2017
Intaktes gemischtes Rudel - funktioniert mittlerweile besser als gedacht
Kastration ist (wie Ernährung und eine ganze Menge anderer Dinge) unter Hundehaltern ein heiß diskutiertes Thema, meist mit mehr Emotionen als mit Sachverstand geführt.
Donna, meine erste Hündin, habe ich damals auf Anraten meines damaligen Tierarztes nach der ersten Läufigkeit kastrieren lassen. Ich dachte schon, dass ich dem Hund damit einen Gefallen tue, im Sinne der Krebsvorsorge wie auch gegen psychische Frustrationsleiden. Wie schon geschrieben, war ich damals blutiger Hundeanfänger - und die ganze Sache mit der Läufigkeit, mit ungewollter Schwangerschaft, mit wochenlanger Isolation der Hündin haben mich schon schwer beeindruckt.
Als Donna aus der Narkose erwachte laut weinte, habe ich diese Entscheidung das erste Mal bereut. Und mittlerweile bereue ich sie jeden Morgen, wenn dank Inkontinenz die Nacht um sechs zu Ende ist und immer, wenn sich Donna gegen Hope nicht wehrt, wenn der Kobold mal wieder mobbt.
Bei Fly war die Sache einfach - er kommt aus dem Tierschutz und war bereits kastriert.
Hope war mit anderthalb als sie zu uns kam, angeblich das erste Mal läufig. Aber sie war so ein unsicheres Wuselchen, bei einer Kastration hätte ich Sorge gehabt, dass sie völlig zusammenbricht.
Hope war in ihrer Läufigkeit auch eher pflegeleicht, meist habe ich nur an den Avancen, die sie dem recht peinlich berührten Fly machte, gemerkt, dass es wieder einmal so weit ist.
Bei der ersten Läufigkeit, die Myway miterlebte, war er ca. ein Dreivierteljahr, schwer beeindruckt von der Sache, auch wenn er nicht genau wusste, wovon. Hinten und vorne oder seitlich war ihm zum Glück egal, aber wir waren trotzdem sehr froh, als der Campingurlaub zu Ende war und wir die beiden trennen konnten.
Strikte Trennung war auch im Frühling diesen Jahres das Mittel der Wahl. Hope blieb in meinem Büro, wo ihre Box steht und der Kleine stand vor der Tür und jammerte. Das Thema Kastration haben wir natürlich wieder einmal diskutiert - aber diese Entscheidung war bei mir mittlerweile klar negativ besetzt und wurde dann einfach vertagt.
Letzten Sonntag, als wir vom Turnier kamen, fand ich die Situation definitiv unerträglich. Hope war von jetzt auf gleich (zumindest empfand ich das so) in der Standhitze und mischte Myway und Fly so richtig auf. Sofortige Trennung, klar. Myway jammerte und bekam blöderweise auch noch Trost von mir. Ich hatte wirklich Sorge, dass er durch Triebstau gesundheitlich Schaden nehmen könnte. Obwohl seit den ersten Anzeichen der Läufigkeit Agnes castus bekam und Hope Apfelessig. Selbst Fly stieg in das Dramarama mit ein. Myway versuchte, sich auf dem Sofa an mir zu juckeln, später geriet er mit Fly aneinander und ich erlebte das Sheltie erstmalig mit gebleckten Zähnen und wild knurrend.
Im Anschluss an einen anstrengenden Turniertag war ich mit der Situation ziemlich überfordert und wollte erst mal eine dicke Tüte Mitleid in der WhatsApp-Gruppe. Meinen Göttergatten habe ich sehr bedauert und bin direkt erleichtert am nächsten Morgen ins Büro.
Doch Göga meinte, eigentlich wäre alles ganz "okay" gewesen. Und da verdichtete sich mein Verdacht, dass ich und meine Reaktion Teil des Problems sind.
Also habe ich mal die Tante Google bemüht und mich durch jede Menge Seiten mit Erfahrungsberichten gelesen. Waren alles entspannte Mehrhundehalter mit gemischtem Rudel, die das schon lange so durchziehen. Klar werden die läufigen Hündinnen von den Rüden getrennt, aber die ganz strikte Trennung ist nur während der Standhitze erforderlich. (Und unbeaufsichtigt trotzdem nicht). Und in den meisten Fällen sollte nach ein paar Tagen wieder Normalität eintreten.
Das Rüden die Sache mit der Zeit immer lockerer nehmen und das auch alles ganz natürlich ist, machte mir die Sache leichter.
Statt Mitleid bekam das Sheltie nun ein gelassenes "Stell dich nicht so an". Schmuseeinheiten habe ich sofort beendet, wenn er juckeln wollte. Die Sache mit Fly behielt ich im Auge und konnte, einmal gewarnt, Situationen im Vorfeld entschärfen.
Wie heißt es so lapidar: Wenn du die Situation nicht ändern kannst, ändere deine Einstellung dazu. Bei mir hat es jedenfalls funktioniert. Sowie ich die Sache entspannter anging, waren die Hunde auch entspannter.
Heute ist Mittwoch - die Standhitze ist vorbei und die Tür zu meinem Büro wieder offen. Das Sheltie sitzt leise klagend vor Hopes Box - und traut sich nicht rein. Sonst fliegt er nämlich gleich wieder raus.
Nein, ich glaube sicher nicht alles, was im Internet steht. Auch Tierärzten glaube ich nicht alles. Aber ich bin sehr froh, dass ich jetzt sicher weiß, das unser Rudel auch ohne Kastration die Läufigkeiten überstehen kann.
Und deswegen habe ich die Geschichte auch aufgeschrieben. Vielleicht hilft sie irgendwann mal irgendjemand.
Über konstruktive Diskussion, weitere Tipps und Ideen oder auch andere Erfahrungsberichte freue ich mich wie immer sehr.
Sicherheitshalber sei noch erwähnt, dass gesundheitliche Probleme, permanente Scheinschwangerschaften oder ähnliches durchaus Gründe für eine Kastration darstellen können. Hier ging es mir lediglich darum, ob und wie grundsätzlich ein gemischtes intaktes Rudel auch in den heißen Tagen halbwegs entspannt gelingen kann.
Samstag, 21. Oktober 2017
Mit Doppelsilber im A-Lauf beenden wir die Outdoor-Agility-Saison 2017
Hört sich richtig klasse an, oder? So richtig erfolgreich. Und wer heute in Gernsheim nicht dabei war, der glaubt das sogar.
Wobei natürlich richtig ist, dass beide Hunde im A-Lauf den 2. Platz erreicht haben. Hope sogar hochverdient, denn der Parcours von Nikolas Koch war schon extremst kniffelig. Bei 33 Startern gab es nur 3 Nuller. Und da die Koboldprinzessin läufig ist, waren wir mit Startnummer 100 der letzte Starter. Und ich wusste: es gibt nur 2 Nuller. Meine liebe Agility-Kameradin Susanne Henkel baute mit wenigen Worten dann richtig Druck auf. Mein Mentaltrainer Friedrich lese dies bitte nicht und schon gar nicht hier jetzt weiter: Ich flatterte wie ein aufgeschrecktes Vögelchen durch den Parcours, schaffte keinen der geplanten Wechsel, stand meiner Hope entweder im Weg rum oder verweigerte ihr jegliche Informationen über den weiteren Parcoursverlauf (manchmal schaffte ich beides sogar gleichzeitig). Nein, das ist keine überzogen negative Selbsteinschätzung, sondern durch das Video und die kritischen Kommentare von Ingeborg und Susanne bewiesen. Aber Hope wurde wieder einmal ihrem Ruf gerecht und war einfach nur MEGAbrav. Hochkonzetriert erriet sie Frauchens Gedanken, vervollständigte halbherzige Kommandos und traf sogar jede Kontaktzone.
Die Hopsi ist einfach die Allerbeste.
Myway war - vielleicht auch wegen Hopes Läufigkeit - extrem unkonzentriert und abgelenkt. Mit 2 Verweigerungen kamen wir irgendwann im Ziel an, ich war schon recht gefrustet, weil das heute so ein dermaßener Rückschritt war. Aber da er ein Rüde ist, lag es vielleicht wirklich an den Hormonen.
Nichtsdestoweniger liebe ich dieses kleine Sheltieteil so sehr. My ist so sensibel, so zart und zärtlich, so rücksichtsvoll, er kann mit mir reden - und eigentlich ist er ist extrem tapfer, wenn er trotz aller Gespenster im Turnierparcours mit seinem Frauchen arbeitet. Wenn ich fair bin, hat er sich doch ganz schön positiv entwickelt, der kleine Piepsi.
Echt keine Sternstunde des Agility ... Hope
Mittwoch, 4. Oktober 2017
Wir brauchen kein Training, wir brauchen ein Wunder ...
Dass sogar mein Trainer mich für meine Geduld bewundert, ist schon überraschend. Ich finde mich jetzt eher nicht so geduldig - eine Einschätzung, die von meiner Familie heftig nickend bestätigt wird.
Aufgeben kommt allerdings auch nicht in Frage. Ob das nun auch eine Form von Geduld ist, sehe ich jetzt eher als philosophisch und insofern wenig zielführend.
Für diejenigen von euch, die mich nicht näher kennen, sollte ich vielleicht doch erwähnen, dass Myway nicht als Hochleistungssportgerät angeschafft wurde. Agility ist meine große Leidenschaft - und natürlich habe ich gehofft, sie auch mit dem Sheltie teilen zu können.
Wie heißt es so treffend: alles kann, nichts muss. Ich bin überzeugt davon, dass unsere Hunde uns nicht zufällig aussuchen - und wie jede Begegnung einen Sinn hat.
Wenn ich mit Myway beim Musikhören in der Küche spontane Choreografien tanze und wir beide sehr viel Spaß dabei haben, dann ist das Sheltie vielleicht der Hund, mit dem ich am Dogdance richtig Spaß haben kann. Die anderen Hunde fanden Dancen alle eher doof.
Myway findet aber auch Agility toll. Jedenfalls das Training. Da hat er so viel Spaß gezeigt, dass sein Einbruch bei Turnieren für mich völlig unerwartet kam.
Unser Bindung hat das nicht geschadet, eher im Gegenteil. Dieser kleine Plüschpopo hat so viele wunderbare Stärken, ist so einfühlsam, sozial, fröhlich, albern, immer zu allem bereit, neugierig - er muss nicht, er soll nicht, er darf gar nicht perfekt sein. Das bin ich ja auch nicht. Nicht mal geduldig ...
Es ist schwer zu verstehen und noch weniger zu erklären - aber je weniger es im Turnier mit Myway klappte, um so stärker wurde unsere Bindung, um so deutlicher sah ich den kleinen Hund jenseits des Agilityparcours. Um so bedingungsloser liebte ich ihn.
Ob es nun daran liegt oder an den Zauberkügelchen einer Freundin oder einfach daran, dass Sicherheit und Erfahrung Myways Fokus mehr auf den Parcours als auf das Drumherum richtete - letztes Wochenende hat es das erste Mal so richtig Spaß gemacht mit ihm auf Turnier. Und das liegt nicht an den Platzierungen und Preisen. Sondern daran, dass wir das erste Mal als Team unterwegs waren. Und das macht mich schon sehr froh - und ich freue mich endlich wieder auf Training und Turniere ... Dogdance und alles andere können wir ja trotzdem machen - und vielleicht entdecken wir eine ganz neue gemeinsame Leidenschaft.
Shelties sind einfach was Besonderes ... wie jeder Hund <3
Montag, 18. September 2017
Myway - ziemlich großer Name für so ein bisschen Hund
Myway. Wie bin ich bloß auf diesen wunderschönen Namen gekommen. Die einzige Vorgabe der Züchterin war: er sollte mit M anfangen. Das Papier war schnell vollgekritzelt mit Ideen, meine Tochter, die für alles und jeden Namen erfindet (unvergessen Hübdäh für ihre ungeborene Schwester und ihre Enttäuschung, als das Baby bei der Taufe dann doch Charlotte genannt wurde) wurde um ihren Input gebeten - aber das richtige war einfach noch nicht dabei. Dann stand ich in Mendig am Start und hörte dem Sprecher zu, wie er die Starter ansagte. Meine Gedanken eilten plötzlich Lichtjahre voraus und ich hörte förmlich " Jetzt am Start ist Petrina mit ... mit ... mit Myway". Da war der Name ganz plötzlich da. Und zwar lang bevor es diesen Ohrwurm von Calvin Harris gab. Schon seit jeder liebe ich "I did it Myway" von Frankie Sinatra - Gänsehaut-Song und Lebensmotto in einem. Myway war nach Donna mein erster Welpe - und eigentlich mein erster echter, denn Donna war schon 13 Wochen gewesen - so war dich doch sehr nervös, als wir ihn in unser Rudel heim holten. Sämtliche Freunde und Bekannten können noch ein Lied davon singen, mit welchen Problemen oder eher möglichen Problemen ich mich beschäftigte.
Top-Flop wurde das Rasenklo. Mühsam hatten Peter und ich irgendwo Grasoden gestochen und in einer flachen Aluwanne zu einem Rasen-Ersatz gebastelt. Die Sache hatte nur einen Haken: Myway kannte keinen Rasen und wusste mit seiner gedachten Toilette auch nichts anzufangen. Winterwelpe eben.
Flexibel gab es dann stattdessen eine Styroporplatte mit Zewa und Zeitung - hat super funktioniert und der Kleine wurde en passant stubenrein.
Auch die Ernährung (meine Hunde werden ja gebarft) klappte problemlos. Das Sheltie war (bzw. ist) sowas von verfressen - die Portionen waren ratzfatz leer und mit den Junior-Zusätzen vom Tierkostexpress wuchs und gedieh der Kleine und ist heute im Gegensatz zu seinen Eltern eine echte Plüschbombe.
Ein wenig Sorgen hatte mir auch die Integration ins Rudel gemacht. Hopsi ist ja schon eine sehr eifersüchtige Koboldprinzessin. Und Fly hab ich da auch nicht ganz getraut.
Naja, begeistert waren alle 3 nicht vom Neuzugang. Von dem Moment an, als ich Myway in Luxemburg ins Auto setzte, bis Münster war non-stop empörtes Gebell. Und Daheim angekommen, knurrte sogar die liebenswerte Donna den kleinen Welpen an. Fly legte dem Neuzugang zwar nahe, ihm fernzubleiben, aber so richtig sauer war Hope. Mit ihr konnten wir den Kleinen echt nicht aus den Augen lassen. Myway zeigte sich von dem Ganzen wenig beeindruckt. Er guckte sich alles an und wenn er etwas besonders interessant fand, setzte er sich hin und schaute es sich ganz in Ruhe weiter an. (Ähnlich wie mittlerweile im Turnier, ohne vorgreifen zu wollen.) Auch sein empört-trotziges Schnauben hat er bis heute beibehalten - auch wenn ich gerade eigentlich sauer sein will, weil er mal wieder in der Fensterbank sitzt und alles anbellt, was sich unten bewegt, kann ich doch nie ernst bleiben.
Letztendlich spielte sich alles überraschend schnell ein. Hope kriegte von mir ein paar Anraunzer, wenn der Kleine mitleidserregend piepste und dabei ein Pfötchen wie schwerverletzt in die Höhe hielt - aber wir fanden dann schnell heraus, dass Hope nur in die Luft geschnappt hatte - und Myway echtes Schauspieltalent bewies.
Bei Donna hatte ich es damals 2004 gar nicht abwarten können, bis sie alt genug war, um mit ihr etwas unternehmen zu können. Bei Myway genoss ich die Welpenzeit, weil ich wusste, wie schnell er groß werden würde.
Obwohl er von Anfang an überall dabei war, jede Menge Menschen und Situationen kennenlernte, blieb Myway extrem vorsichtig und abwartend. Anfassen liess er sich von Fremden gar nicht - Leckerlies nahm er zwar, doch kaum waren die alle, war er wieder auf maximaler Distanz.
Daran hat sich bis heute trotz allem Training nichts geändert. Der einzige Wermutstropfen bei diesem liebenswerten Hund. Immerhin beim Tierarzt zeigt er sich mittlerweile einigermaßen kooperativ.
Von Anfang an bereitete ich Myway auch auf unser zukünftiges Agility-Leben vor.
Ich hatte das Glück, in einer tollen Welpen-Agi-Gruppe trainieren können, wo die ganzen Basics - ganz wichtig: Gerätefokus - mit viel Spaß für die Hund und Mensch aufgebaut wurden. Daheim kreiselten wir dann um den Wäschekorb und machten Zonentraining auf einem Brett aus dem Baumarkt.

Auch die Begleithundeprüfung hatten wir natürlich schon im Auge. Fuß habe ich auf Spaziergängen geklickert, weil Myway das freiwillig gerne angeboten hat, Sitz, Platz und Bleib braucht man ja auch im Alltag.
Und so lief unser Leben einfach glücklich weiter. Wir waren fast jedes Wochenende auf Turnier, oft mit dem Wohnwagen und unser Kleinteilchen war immer mit dabei.
Es ist ja schon ein wenig absurd. Da gibt frau sich so viel Mühe, einen tollen Namen für das Sheltie zu finden - und dann wird er doch nur Kleinteilchen, My, Mimi, Piepsi genannt. Wenn ich so genauer nachdenke, sage ich Myway eigentlich meist als Auftakt zu einer Gardinenpredigt.
Im Mai 2017 bestand ich mit Myway die Begleithundeprüfung. Wir hatten einen wirklich angenehmen und lehrreichen Kurs in Waldacker - und obwohl ich trotz Mentraltraining fast alles unternahm, um meinem Hund im Weg zu stehen, haben wir es auf Anhieb geschafft. Damoklesschwert vom Haken genommen.
Die nächste große Herausforderung stellte nun also unser erstes Turnier dar. Von allen Geräten finde ich den Slalom das schwierigste Gerät. Deswegen zog auch ein Turnierslalom mit Bögen bei uns ein - dazu ein paar Rasenteppiche für das Indoor-Training. Der 6er-Slalom passte in mein Büro, der komplette Slalom reichte dann vom Büro über den Flur bis ins Schlafzimmer. (An dieser Stelle mal ein sehr verdientes Danke an den besten Ehemann von allen, der sämtliche Umbau- und Räummaßnahmen nicht zur klaglos hinnahm, sondern sogar tatkräftig unterstützte.
Für das finale Slalom-Training fanden wir dann sogar noch in Urberach bei Claudia und ihren Rabauken eine Wiese, auf der Kleinteilchen dann bewies, dass er das ganze verstanden hatte.
Unseren ersten Start hatten wir dann wie die BH in Waldacker. Tja, und damit änderten sich meine Herausforderungen schlagartig.
Myway zeigte auf Anhieb, dass er ein top ausgebildeter Hund ist. Zonengeräte kein Thema. Okay, manchmal merkte man, dass die Zonen etwas übertrainiert waren und es ein wenig dauerte, bis ich ihn überreden konnte, auch ohne Leckerli weiterzumachen. Auch der Slalom saß auf Anhieb. Zwischen den Geräten lauerte allerdings das Verderben. Wie bei seiner Eingewöhnungszeit bei uns blieb das Piepsi einfach stehen und guckte sich das ganze Drumherum in aller Ruhe an. (Nein, er hat sich nicht gesetzt und auch nicht geschnaubt.) Vor lauter Gucken lief er dann auch mal an einer Hürde vorbei - dann kamen auch noch 1-2 Verweigerungen zu den 23,5 Zeitfehlern.
Im Ziel war ich dann atemlos - nicht vom Rennen, sondern vom Anfeuern und Rufen.
Gefühlte tausend Mal hab ich schon gesagt, dass ich mir das nicht wieder antue. Ich finde es fast peinlich, meinen Hund so durch den Parcours zu betteln. Meine liebe Umwelt teilt mir aber mit, dass ich zu viel erwarte, zu ungeduldig bin und der Hund noch so jung.
Stimmt alles. Ich selber sehe mein Schicksal kichern, weil es mir so nett den Spiegel vorhält ... wie oft hab ich mich beim Zusehen schon gefragt, warum dieser arme Hund Agility machen muss ...
Tja, für Ironie ist mein Schicksal echt zu haben. Top ausgebildet, das Kleinteilchen. Und es läuft trotzdem nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe.
Aber, er ist jung und ... hat Spaß im Training - und ich hoffe, dass irgendwann der Trieb so stark ist, dass er die Umwelt ausblendet. Gestern in Groß-Krotzenburg hatten wir ja sogar mal einen platzierten Nuller ...
Ich bin gespannt.
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