Obwohl wir ja schon ein Rudel in "Sind-das-alles-Ihre"-Stärke hatten, wurde immer klarer, dass noch mal ein Border Collie bei uns einziehen sollte. Wir hatten diverse Würfe verfolgt und auch schon einen Wurf angefragt, der dann aber nicht zu Stande kam. Ein "übrig gebliebener" Welpe hatte uns auch ganz gut gefallen, aber er war weg, eh wir in die Pötte gekommen waren. Schicksal. Der richtige Hund wurde mich finden, das war klar. Dann las ich eine interessante Wurfplanung von einer langjährigen Bekannten, von der ich wusste, dass sie keine halben Sachen machen würde. Hündin und Rüde gefielen mir gut - also fragte ich mal an, ob Nicole mir einen ihrer Welpen anvertrauen würde. Wir trafen uns zur gemeinsamen Gassirunde, Nicole zeige mir, wo die Welpen geboren und aufwachsen würden und erklärte mir detailliert, wie ihre Zuchtziele aussehen, welche genetischen Risikofaktoren bestehen könnten ... für mich war es das erste mal, dass ich einen ungeborenen bzw. sogar ungezeugten Welpen plante. So begann nun das Warten auf Maes Läufigkeit. Dann noch mal 4 Wochen auf den Ultraschall. Und Richtung Geburtstermin lag die Spannung fast greifbar knisternd in der Luft.
Da ich die meisten meiner Hunde letztendlich über Foto ausgesucht hatte, waren meine Favoriten im "all about"-Wurf schnell gefunden. All about Eve sollte dann bei Nicole bleiben - der kleine Rüde würde es also werden, wenn beim Antrittsbesuch der gegenseitige Funke überspringen würde. Vorher brauchte es für die erste Zuchtabnahme allerdings schon mal einen Namen. Drei Tage brachte ich Google zum glühen. Aus 20 Namen in der engeren Wahl blieben fünf. Dann tickerte mich Nicole an: bis zum Wochenende braucht sie eine Entscheidung. Und die war dann klar: Jaro. Licht in der Dunkelheit. Wie sehr ich dieses Licht brauchen würde, war damals noch nicht wirklich abzusehen - und ist auch nicht Bestandteil dieses Blogs. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass ich keinen besseren Namen hätte finden können.
Der erste Besuch. Ich war aufgeregt. Wenn Jaro mich nun nicht mögen würde? Soll ja schon vorgekommen sein. Aber Jaro war von Anfang an unser Hund gewesen. Er war der erste, der auf meinen Schoß gekrabbelt ist. Und so bezaubernd alle Welpen waren - ich hätte Jaro gegen keinen anderen oder andere getauscht.
Wegen privater Turbulenzen konnte ich Jaro nur noch einmal besuchen, aber Nicole hielt uns fast täglich mit Videos aus der Wurfbox und dem Welpenauslauf auf dem Laufenden. Die Welpen wurden mit Spielzeug, Außenreizen und Ausflügen perfekt auf ihr späteres Leben vorbereitet. Auch die Physiotherapie und natürlich den Tierarzt lernten sie kennen.
Endlich war Tag X da, der 7. August. Born with style's all about Jaro zog auf den Berg. Die neue Welpenbox brauchte den wenigsten Platz im Auto, für die üppige Aussteuer - Liegematte, Decke, Spielzeug, Porzellannapf, Futter für die ersten Tage - hätten wir schon fast einen Hänger gebraucht.
Die Fahrt fand Jaro ziemlich doof, vermutlich fühlte es sich für ihn eher wie eine Entführung an. Und die Shelties kommentierten gnadenlos jedes Piepsen von ihm ... Die Rudelzusammenführung verlief dann aber relativ entspannt und abends waren alle vier (Fly war bei Herrchen geblieben) schon gemeinsam auf Abendrunde am Berg. Ganz vertraut und entspannt - als ob Jaro schon ewig zu uns gehören würde - aber so rein energetisch tut er das vermutlich auch ...
Das wichtigste Lernziel für alle meine Hunde ist es, zur Ruhe zu kommen. Das geht am besten in der Box. Die ersten paar Tage habe ich Jaro jedes mal, wenn er eingeschlafen war, in seine Box gelegt. Auch wenn er zu sehr überdreht hat, hab ich ihn entweder auf den Arm genommen und sanft gehalten oder in die Box gelegt. Dazu gab es ein leises "müüüüüüdääääää". Als Strafe hat er das nie empfunden und schläft immer noch nachts gerne in seiner Box. Glück hab ich, dass er wirklich durchschläft, auch wenn ich sechs Uhr schon ziemlich früh finde, um aufzustehen ... da bin ich durch das Homeoffice echt verwöhnt.
Mit dem Clicker bereite ich Jaro schon mal auf sein späteres Leben als Agility- und Begleithund vor. Außer aufs Gymnastikkissen kann Jaro sich schon auf die Waage stellen - 5,6 Kilo wiegt er im zarten Alter von mittlerweile 9 Wochen und 3 Tagen. Im Vergleich zu seinem Bruder mit 6 Kilo ist er da eher zart. Aber das liegt sicher an der vielen Bewegung und den tollen Spaziergängen auf dem Berg - natürlich in welpengerechten Umfang.



















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