Zum Glück hatte meine Terrasse ja genug Platz für einen Turnierslalom in voller Länge. Und das ganze viele Geld, das ich durch den Lockdown an Start- und Campinggebühren sowie Essen beim Spanier sparte, investierte ich in einen adäquaten Rasenteppich für die Terrasse sowie eine Wippe. Umpf, könnte Spuren von Ironie enthalten. 2 Sprünge komplettierten den Lockdown-Parcours - und das das Wetter recht nett war, gab es jetzt jeden Tag Agility.
Eine gewisse Priorität räumte ich der Wippe ein. Unvergessen die 20 Minuten, die Ulla und ich beim Basic Seminar brauchten, um Klein-Lasse dazu zu bringen, zumindest eine kleine Pfote auf dieses Höllengerät zu setzen.
Auf seiner vertrauten Terrasse war Lasse da viel selbstbewusster und entspannter. Und wie viele Facebook-User sich mit ihren diversen Spielen in der Krise beschäftigten, starteten die Shelties ihre ganz persönliche Wippen-Challenge - plötzlich war die Wippe vom "Wir suchen mal den Kipppunkt" zum "Juchhu, da ist die Wippe" geworden. Da wir ja unendlich viel Zeit hatten und jeden Tag ein wenig trainieren konnten, steigerten sich die Herausforderungen nur sehr langsam - eine Trainingspolitik der kleinen Schritte, die sich - wie am Ende dieses Posts zeigen wird - auszahlte.
Slalomeingänge selbstständig finden, Geräteunterscheidung, diverse Führtechnikvarianten, sinnvolle und -lose Spielereien - der Spaß an der Sache stand und steht immer im Vordergrund. Auch Flychen, unser Senior, forderte randalierend Aufmerksamkeit und Belohnungen.
Für die Ausbildung der Hunde war der Lockdown vermutlich richtig gut. Auch für Frauchen, die in den letzten Jahren ja fast schon getrieben von Turnier zu Turnier hetzte, war dieser unfreiwillige Break vielleicht gar nicht so schlecht. Auf Agility möchte ich sicher nicht verzichten. Aber auch auf Turniere nicht, weil Turniere für mich immer mehr waren als nur sportlicher Wettkampf.

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