100 Punkte geschafft. 2 V1 geschafft. Starterumfeld hat zahlenmäßig dann leider "nur" für die Reserve gereicht. Aber Myway und ich waren somit Teil des Teams.
Ob wir fahren können, blieb bis zum Schluss leider dramatisch. Maggie hatte kurz vorher einen Schlaganfall und lag auf der Intensiv im Koma. Wir haben gezittert, gebetet und Kerzen angezündet. Und kurz vor meiner geplanten Abfahrt ging es ihr dann soweit gut, dass ich fahren wollte.
Das Nano-Mobil war natürlich vorbereitet und am Mittwoch, 17. Juli, packte ich die letzten Sachen und Myway in den Bus und wir starteten nach Belgien. Bissi nervös war ich schon, der bis dato längste Aufenthalt im Nano-Camper und alles auf unbekanntem Terrain. Das ganze begann mit schlampiger Navigation die mich irgendwo ins Nirwana führte. In der WhatsApp-Gruppe mal kurz nach Hilfe gefragt und schon bekam ich einen Link zum Ziel. Ich fand den vorgeschlagenen Weg nicht so vertrauenerweckend und folgte erst mal irgend einem Womo, in der Hoffnung, der wolle auch zur WM. Fehlanzeige. Nach diesem kurzen Umweg erreichte ich dann doch noch das Ziel - eine große Wiese, die eher für Offroader geeignet war als für meinen Toyota mit wenig Bodenfreiheit. Seeeeehr langsam folgte ich meinem Fahrradscout über die holprige Piste und erreichte die deutsche Enklave. Passenderweise stand ich mitten in der Hessenburg, mit der Partymeile sprich Pavillon mittenmang.
Kurze Begrüßung und dann wollte ich erst mal aufbauen und ankommen. Nächstes Dilemma: meine Stecker passten nicht in den Stromanschluss. Weder die Schukos noch die Campingstecker. Doch wieder heimfahren? Wer mich kennt, weiß, dass diese Überlegung tatsächlich durch mein frustgebeuteltes Köpfchen schoss ... Aber dann bekam ich von Joachim einen Adapter und hörte das zufriedene Brummen meiner Kühlbox. Ja, das Radler war kalt ;-)
Der Aufbau des Heckzeltes war erst mal mühsam, bis ich sortiert hatte, welcher Teil über die Heckklappe kommt. Mittlerweile habe ich das beschriftet und hoffe, nächstes Mal klappt das schon besser. Nach dem zweiten Radler stand dann auch der Pavillon, das Vorzeltregal, die Hundebox, Tisch und Stuhl und sogar der Zaun. Was genau ist jetzt am Aufbau beim Wohnwagen mühsamer? Also außer an- und abkoppeln und natürlich der Fahrerei. (Wobei ich auf dieser Piste definitiv aufgesetzt hätte ...)
Mit dem Sheltie ging ich dann mal auf Erkundung und auf Toilette. Die Halle war riesig, draußen ein Mega-Springplatz für Pferde, große Warmblüter, die in dem ganzen Hundetrubel äußerst gelassen blieben.
Zurück am Platz erst mal chillen. Dann grillen. Stimmt, parallel lief ja in Bad Orb die Run and Chill. Gerannt bin ich zwar nicht, aber die Strecke zum Wasseranschluss, zur Toilette und insbesondere in die Halle zog sich ganz schön.
Am nächsten Tag VetCheck. Auch für die Reserve. My fand das eher unpassend. Und abends dann die feierliche Opening Ceremony. Team Germany rannte in die Halle statt zu marschieren. Also doch Run - und später dann Chill and Grill.
Die Tage verflogen nur so. Nix mit ausschlafen, ich war schon morgens in der Halle und hab geknipst. Meist war Myway dabei. Für ihn war es sicher besser, dass er in dem Trubel nicht starten musste, obwohl er ja mittlerweile schon ziemlich cool ist. Aber das deutsche Team war so gut und so schnell, die sind auch völlig ohne uns Weltmeister geworden.
Samstag vor dem Lauf der Small Germany dann plötzlich Tornadowarnung. Also zurück im Galopp und den Pavillon abgebaut und alles so weit wie möglich gesichert. Es windete und donnerte und blitzte und ich überlegte, ob ich das Heckzelt auch noch abbauen sollte, um einen Faradayschen Käfig zu haben. Beschloss aber, erst mal zu warten. Richtige Entscheidung. Das Gewitter verzog sich und wir grillten und feierten das (Über)Leben.
Sonntag dann die letzten Läufe und Erfolge für Team Germany. Nach der feierlichen Closing Ceremony warfen wir zum Abwechslung mal den Grill an und feierten.
Aus dem geplanten Frühstück am Montag morgen wurde nichts, weil der Strom schon weg war, ohne Ankündigung. Ich nahm die Abkürzung von der Wiese und fuhr nach Bochum und frühstückte dann bei meiner Tochter.
Aber ich habe tatsächlich Blut geleckt. Für die nächste SOAWC würde ich sogar bis nach Portugal fahren. Und jetzt haben Jaro und ich doch mal ein echtes Ziel ...



